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Das Ende der Welt 

„Schorschi, i(s)ch hebb moal äh sä wi(s)chti(s)ch Froag.“
Wenn de Macko so äh Gespräch mit mä oafoange daht, hadd i(s)ch die Gewisshaat, jetz   duhtdä ähn Wunsch eißern, dä moan Porttmonee belast orrä es kimmt woas Filosofisches, baa däm i(s)ch viel babble konnt, awä nix Konkretes. Uugefäh so: Filosofe äklärn die Welt, die se selwä net västehe.
„Woas bedeit des End de Welt?“ bohrte moan Sohn in moan unwissend Hern.
„Wie kimmsde uf sowoas?“ froate i(s)ch iwärascht.
„In de Schul hodd Fraa Allesweiß deriwä gebabbelt, awä nix hebb i(s)ch västanne.“
Zuerst noahm i(s)ch meun Biergloas un daht ähn grooße Schluck in meu Kehl fließe losse, viellaacht dahtä moan Knote de Unwissehaat ufleese orrä zumindest ufwaache.
„Also,..äh.. doa misse mä.. unnäscheide...“ begoann i(s)ch, mä gestottert als flissi(s)ch gebabbelt, „des End vo unsre Welt, also unsä Erdkugel, orrä des End vo Allem, vo unserm Universum?“
„Beides, des seun doch des Glaa(s)che“.


„Isses net“ daht i(s)ch äwirrern, „unsä Globus werd viel, viel friehä nur Geschichte seun, wome(s)chli(s)ch scho noach eunä Milljadd Joahrn.“
 „Och, doa hemmä joa noch viel Zaat, noch viele Generatzjone kenne Ribbelkuche stobbe. Awä vohä wisse die Mensche des?“
„Des mittäm Ribbelkuche?“
„Noa, des mit eunä Milljadd  Joahrn“.
„Die Astrofisikä hobbe sowoas berechnet. Unsre Sunn werd doann si(s)ch aasbraate un uf unsä Erd werd Alles väbränne, vägliehe un des Wassä, aach vom Rheu un de Ozeane werd vädampfe un   ins All väschwinne.“
„Hhm. Un wie is des mit däm Universum?“
„Unsä All, also unsä Universum mit alle de Stern un Galaxje duht si(s)ch stänni(s)ch aasbraate un ir(s)chendwoann knallts wirrä zusoamme. Des seun doann endgil-ti(s)ch des End von Allem,“ väklärte i(s)ch däm Bu.
„Sowoas Ähnli(s)ches hodd Fraa Allesweiß aach gesoat. Konnsde mä des vädeit-  li(s)che mit ähn Baaspiel, des i(s)ch aach västeh?“
I(s)ch wie(s)chte meun Kopp hie un hä. „I(s)ch will`s väsuche“, begoann i(s)ch, „stell dä vo, von eunäm Daach uf de annern duhts koan Ribbelkuche mä gewwe, aach koan Quetschekuche, iwähaapt koan Kuche, zumindest in unsä Familje. Doann koannsde noch woanners hiegehe, zim Baaspiel zu de Nachbarn und duhst dort Kuche stoppe.   Tja, des seun ähn Baaspiel fer des End de Welt. Aach wenn unsä Erdkugel nemmä bewohnboar seun, kennte die Mensche noch uf annern Planete, vielaacht vo annern Stern, hiereise un dort läwe.“
„Des västeh i(s)ch net“, kritisierte Macko, „baa uns duhts doch immä Kuche gewwe.“
„Des seun ja aach nur ähn Baaspiel“, kritisierte i(s)ch zurick, laacht genervt, „s`kennt seu, doass deu kloa Schwester, des Marie(s)che äh Kucheallergie kriggt. Un doamit fer unsä lieb Marie(s)che de Kucheväzicht net so schwä werd, werd in unsä Familje iwähaapt koan Kuche mä gefuddert, doamit se koan Tobsuchtsoafall kriggt.“
„Des is doch Bleddsinn“, äwirrerte Macko bessäwisserisch, „des lieb Marie(s)che kriggt koan Tobsuchtsoafall, `s wird he(s)chstens moal jähzorni(s)ch.“
„Geschenkt“, winkte i(s)ch ab, „doann halt ähn Jähzornoafall.  Mittäm End vom Universum wärs doann so: Net nur in unsä Familje duhts koan Kuche mä gewwe, sunnern iwäall. Des wär noch net des Schlimmste. Doamit misste mä halt läwe. Mä läwe awä nemmä long un duhn doahin sie(s)che, s`gibt nämli(s)ch iwähaapt nix mä zu fuddern, nir(s)chendswo.“
„I(s)ch glaab, jetz hebb i(s)ch`s västanne“, nickte Macko, „i(s)ch laaf glei zim Fillip, kaafe Schokoload un duhn uns demit vollstoppe. Woasde mä väzählt host seun ja fer(s)chtälili(s)che Aassi(s)chte. Fillip seun Babba moant, des End de Welt kennt aach scho mor(s)che kimme.“
                 Des End de Welt wird ir(s)chendwaonn kumme
                 fer Vielbabblä un aach fer Stumme   
                 falls die Mensche doann noch läbe
                 un duhn vägnie(s)cht ihr Biergloas häbe.
                 Des End wird kumme, wä kenne`s net ennern
                 drim losst uns in die Kneip jetz schlennern. 

            Die Kinnä solle ruhi(s)ch Pudding schlecke
            orrä Schokoload pundwaas stoppe, lecke
            falls se`s vädraache sol(s)ch sieße Sache
            wenn net, solln se duhn, woas se gern mache.




Übersetzung: „Schorschi, ich habe mal eine sehr wichtige Frage.“
Wenn der Marko so ein Gespräch mit mir anfing, hatte ich die Gewissheit, jetzt wird er einen Wunsch äußern, der mein Portemonnaie belastet oder es kommt was Filosofisches, bei dem ich zwar viel schwätzen könnte aber nichts Konkretes. Ungefähr so: Filosofen erklären die Welt, die sie selber nicht verstehen.
„Was bedeutet das Ende der Welt?“ bohrte mein Sohn in meinem unwissenden Gehirn.
„Wie kommst du auf sowas?“ fragte ich überrascht.
„In der Schule hatte Frau Allesweiß darüber geredet, aber nichts habe ich verstanden.“
Zuerst nahm ich mein Bierglas und ließ einen großen Schluck in meine Kehle fließen lassen, vielleicht tat er meinen Knoten der Unwissenheit auflösen oder zumindest aufweichen.
„Also,..da müssen...wir...unterscheiden“, begann ich, mehr gestottert als flüssig gesprochen, „das Ende von unsrer Welt, also unsrer Erdkugel, oder das Ende von Allem, von unserem Universum?“
„Beides. Das ist doch das Gleiche.“
„Ist es nicht“, erwiderte ich, „unser Globus wird viel, viel früher Geschichte sein, womöglich schon nach einer Milliarden Jahren.“
„Och, da haben wir ja noch viel Zeit, noch viele Generationen können Streuselkuchen stopfen. Aber woher wissen das die Menschen?“
„Das mit dem Streuselkuchen?“
„Nein, das mit einer Milliarden Jahren.“
„Die Astrophysiker haben sowas berechnet. Unsre Sonne wird sich dann ausbreiten und auf der Erde wird alles verbrennen, verglühen und das Wasser, auch vom Rhein und den Ozeanen wird verdampfen und im All verschwinden.“
„Hhm. Und wie ist das mit dem Universum?“
„Unser All, also unser Universum mit all den Sternen und Galaxien breitet sich ständig aus und irgendwann knallt es wieder zusammen. Das ist dann endgültig das Ende von Allem“, erklärte ich dem Bub.
„Sowas Ähnliches hatte Frau Allesweiß auch gesagt. Kannst du mir das mit einem Beispiel verdeutlichen, das ich auch verstehe?“
Ich wiegte meinen Kopf hin und her.“Ich will`s versuchen“, begann ich, „stell dir vor von einem Tag zum anderen gibt es keinen Streuselkuchen mehr, auch keinen Pflaumenkuchen, überhaupt keinen Kuchen, zumindest in unserer Familie. Dann kannst du noch woanders hingehen, zum Beispiel zum Nachbarn und stopfst dort Kuchen.       Tja, dies ein Beispiel für das Ende der Welt. Auch wenn unsre Erde nicht mehr bewohnbar ist, könnten die Menschen noch zu anderen Planeten, vielleicht von einem anderen Stern, hinreisen und dort leben.“
„Das versteh ich nicht“, kritisierte Marko, „bei uns wird `s doch immer Kuchen geben.“
„Das ist ja nur ein Beispiel“, kritisierte ich zurück, leicht genervt, „`s könnte ja sein, dass deine kleine Schwester, das Mariechen, eine Kuchenallergie bekommt. Und damit unserm lieben Mariechen der Kuchenverzicht nicht so schwer wird, wird in unserer Familie überhaupt kein Kuchen mehr gefuttert, damit`s keinen Tobsuchsuchtsanfall kriegt.“
„Das ist doch Blödsinn“, erwiderte Marko besserwisserisch, „das liebe Mariechen bekommt keinen Tobsuchtsanfall, `s wird höchstens mal jähzornig“.
„Geschenkt“, winkte ich ab, „dann halt einen Jähzornanfall, „mit dem Ende vom Universum ist es dann so: Nicht nur in unsrer Familie wird es keinen Kuchen mehr geben, sondern überall. Das wäre noch nicht mal das Schlimmste. Damit müsste man halt leben. Aber wir leben dann nicht mehr lang und siechen dahin, es gibt nämlich gar nichts mehr zu futtern, nirgendwo“.
„Ich glaube, jetzt hab ich`s verstanden“, nickte Marko, „ich gehe gleich zum Fillip, kaufe Schokolade und wir stopfen uns damit voll.   Was du mir erzählt hast, sind ja fürchterliche Aussichten.Der Papa vom Fillip meint, das Ende der Welt kann auch schon morgen kommen.“
                                Das Ende der Welt wird irgendwann kommen
                                für Vielredner und auch für die Stummen
                                falls die Menschen dann noch leben
                                und tun ihr Bierglas vergnügt hoch heben.
                                Das Ende wird kommen, wir können´s nicht ändern
                                drum lasst uns jetzt in die Kneipe schlendern.


                                Die Kinder sollen ruhig Pudding schlecken
                                oder Schokolade pfundweise stopfen, lecken
                                falls sie`s vertragen solche süßen Sachen
                                wenn nicht, solln sie tun, was sie gerne machen.