Monika, Schwestä vo moanä Fraa, wor baa uns zu Besuch. „Mä seun Edelleit“, väklärte i(s)ch, „noachts misse mä ufbasse, doass mä net vo lautä Edelgefiehl aas de Forzkuhl falle.“ „Wie macht si(s)ch denn sunst noch deu Edeltum bemerkboar?“ froate meu Schwä(s)cherin, „wo seun denn eiä Schloss? I(s)ch duh hier nur die bescheiden Hitt sehe.“ „Du host eune sä verkerzte Vostellung in deunäm Hern, woas Edeltum bedeite duht“, daht i(s)ch oantworte, „des hodd nix mit Geld zu duhn, awä aach goar nix.“ „So, net? Mit woas denn sunst?“ „Zim Baaspiel mit edel Esse, besunners edel zubereit wie unsä beriehmte Kloß mit Soß orrä Quellkaddoffel mit Kreitäquack, die älesene Kreitä kimme frisch aas unerm Kreativgadde.“ „Na ja, wäni(s)chtens ebbes“, kommentierte Monika, lachte awä debaa. „Doa seun noch viele annern Sache ufzuzähle. Wenn i(s)ch alles uffiehrn wollt, misst i(s)ch stunneloang babble ohne Punkt un Komma. Zim Baaspiel wenn i(s)ch rilpse muss. Gewehnli(s)che Leit effne des Meil(s)che un ähn stinki(s)cher Herbststorm braust däm Zaatgenoss in die Visa(s)ch. I(s)ch degeje hoalt meu Meil(s)che geschlosse, i(s)ch rilps net, i(s)ch molle nur. Un doann, wenn i(s)ch forze muss. Alleweil duh i(s)ch streng uf Edeloabständ achte, in geschlosse Reim mindest zwametäfuffzi(s)ch, im Freie knapp zwa Metä, doann.......“ „I(s)ch duh iwähaapt net forze“, unnäbrach mi(s)ch Monika. „So? Des glaab i(s)ch net. Orrä du seun schwä kroank.“ „Sä, sä wi(s)chtig seun fer ähn edles Vähalte“, babbelte i(s)ch waatä, „doass mä edel spri(s)cht, gekonnte Reim vo si(s)ch gewwe duht, die Herz un Seel äfreie.“ „Konnsde moal ähn Baaspiel gewwe, Schor(s)chi?“ „Gern. Mä seun vo laatä Glick goanz mied schließe die Aache wie äh Bliet. Duhn nun traame wie eun Insekt, doass de sieße Nekta schleckt. Wenn mä doann wirrä ufwache, packe mä oa die dollste Sache.“ Meu Schwä(s)cherin guckte ebbes bescheiert aas de Wäsch. Ma Fraa koam hiezu un soate: „Schor(s)chi, i(s)ch will jetz die Waschmoaschin oastelle. Zick deu Unnähos aas, doa seun bestimmt wirrä braane Flecke drin.“ Na ja, wie mä sieht, aach Edelleit hobbe gewehnli(s)che Probleme. Aach de galoante Edelmoann hodd moal väschissene Hose oan.
Übersetzung: Monika, die Schwester von meiner Frau, war bei uns zu Besuch. „Wir sind Edelleute“, erklärte ich, „nachts müssen wir aufpassen, dass wir nicht vor lauter Edelgefühlen aus der Furzkuhle (dem Bett) fallen.“ „Wie macht sich denn sonst noch dein Edeltum bemerkbar?“ fragte meine Schwägerin, „wo ist denn euer Schloss? Ich seh hier nur eure bescheidene Hütte.“ „Du hast eine sehr verkürzte Vorstellung im Kopf, was Edeltum bedeutet“ antwortete ich, „das hat nichts mit Geld zu tun, aber auch gar nichts.“ „So, nicht? Mit was denn sonst?“ „Zum Beispiel mit edlem Essen, besonders edel zubereitet wie unser berühmtes Kloß mit Soß oder Quellkartoffeln mit Kräuterquark, die erlesenen Kräuter kommen frisch aus unserem Kreativgarten.“ „Na ja, wenigstens etwas“, kommentierte Monika, lachte aber dabei. „Da sind noch viele andere Sachen aufzuzählen. Wenn ich alles auführen wollte, müsste ich stundenlang reden ohne Punkt und Komma. Zum Beispiel, wenn ich rülpsen muss. Gewöhnliche Leute öffnen ihr Mäulchen und ein stinkiger Herbststurm braust dem Zeitgenossen ins Gesicht. Ich dagegen halte mein Mäulchen geschlossen, ich rülpse nicht, ich molle nur. Und dann, wenn ich furzen muss. Immer achte ich streng auf Edelabstände, in geschlossenen Räumen mindest zweimeterfünfzig im Freien knapp zwei Meter,dann .....“ „Ich furze überhaupt nicht“, unterbrach mich Monika. „So? Das glaube ich nicht. Oder du bist schwer krank.“ „Sehr, sehr wichtig ist für ein edles Verhalten“, redete ich weiter, „dass man edel spricht, gekonnte Reime von sich gibt, die Herz und Seele erfreuen.“ „Kannst du mal ein Beispiel geben, Schorschi?“ „Gern. Wir sind vor lauter Glück ganz müde schließen die Augen wie eine Blüte. Tun nun träumen wie ein Insekt, dass den süßen Nektar schleckt. Wenn wir dann wieder aufwachen, packen wir an die tollsten Sachen.“ Meine Schwägerin guckte etwas bescheuert aus der Wäsche. Meine Frau kam hinzu und sagte: „Schorschi, ich will jetzt die Waschmaschine anstellen. Ziehe deine Unterhose aus, da sind bestimmt wieder braune Flecken drin.“ Na ja, wie man sieht, auch Edelleute haben gewöhnliche Probleme. Auch der galante Edelmann hat mal verschissene Hosen an.