Aasgesetzt in de Wildnis? Awä nur mit Trud(s)che. (Ausgesetzt in der Wildnis? Aber nur mit Trudchen)
Ausgesetzt in der Wildnis
Macko hockte vorm Fernsehä un gaffte die Sennung Ausgesetzt in der Wildnis orrä viellacht wors aach Allein in der Wildnis. Meu Bu wor goanz gieri(s)ch uf des Progroamm, i(s)ch selwä foands aach net uuintresont. „De Moann hodd sogoar seu Fraa mitgenumme in de Dschungel“, sprudelte es aas Macko raas, „die duhn doa iwäläwe ohne Esse mitzunemme, des misse se si(s)ch erst besor(s)che. Un um Feiä zu mache, braache die koa Feiäzei(s)ch , aach koa Straa(s)chhelzä. Sowoas sollte wä aach moal duhn.“
„Wie moansde des?“ froate i(s)ch neigieri(s)ch. „Des seun doch kloar, die goanz Familje Schnabbelschnut, euschließli(s)ch unsä Hindin Trude, sollte moal so ähn Iwäläwensträning mache“, schluch de elfjäh- ri(s)che Bu vo. „Koa schlä(s)cht Idee“, nickte i(s)ch oaäkennend. Lisett(s)che, ma Fraa, die zufelli(s)ch in de glaach Stubb hockte, schittelte västennislos de Kopp. „So eun Projekt däht mä Spass beraate“, musst i(s)ch zugewwe, „zwa Summäwoche in de Wildnis, zim Baaspiel in Lapploand in de Grenzgejend Schwede-Finnloand.“ „Ährli(s)ch gesoat, i(s)ch hebb mä deribä schun Gedoanke gemoacht“, daht i(s)ch meunä Familje gestehe, „sowoas hodd mi(s)ch alleweil fasziniert. Wä misse nur die ri(s)chti(s)ch Klaadung mitnemme, also ebbes fer Reje un Pullovä, falls kältä wird, zwoanzi(s)ch Metä Wäscheleun un eune groß Dos Hunnefuddä, oanskommazwa Kilogramm, un net zu vägesse zwa orrä draa Messä, die mä aach als Säg eusetze koann.“ „Fer woas denn die Wäscheleun?“ froate Macko iwärascht, „in de Wildnis will i(s)ch koa Wäsch wasche.“ „I(s)ch aach net“, beruhi(s)chte i(s)ch de Bu, „die braache mä um Oangelschnurn zu bastle un fer die Unnäkunft.“ „Moansde, die kennst äh Haas dort baue?“ daht si(s)ch ma Fraa ins Gesprä(s)ch euschoalte. „Äh Haas orrä Hitt braache mä net“, klärte i(s)ch uf, „nur äh schrä(s)ch Dach aas Steck, Laab un Groas, vier moal draa Metä groß, doamit mä, also wä Eldern“, i(s)ch guckte zu Lisett(s)che, „Marie(s)che, Macko un des Trud(s)che oan Unnäschlupf häm, falls es moal rehne sollt.“ „Kriggsde des hie? Fällt des net baam laa(s)chte Wind net glaa zusoamme?“ froate zwaafelnd ma bessä Helft. „Wä misse des Dach halt sä sor(s)chfälti(s)ch ufbaue. Doafier wird schun ähn goanze Daach druffgehe“, informierte i(s)ch, „ums Esse kenne mä uns oab de zwaate Daach kimmern.“ „De erste Daach fängt also schun mit Hungern oa“, kritisierte Lisett(s)che. „Noa“, äwirrerte i(s)ch, „fer de erste Daach seun die Väsor(s)chung gesi(s)chert, defier hämmä die groß Dos Hunnefuddä, des loangt fer uns Vier un fers Trud(s)che. Die nächste Daache suche mä Kreitä, Pilze, essboare Nadurblumme, Schnecke un aasäm Fluss oangle mä Fische, die mä broate orrä koche, zim Baaspiel in de leer geworne Hunnefuddädos.“ „Haaßt des, i(s)ch muss i(s)ch uf meun mor(s)chendli(s)che Kaffee väzi(s)chte?“ froate ma Fraa. I(s)ch zuckte mit de Schultern un Mundwinkel.“Euni(s)che, awä kloane, Euschränkunge misse mä schun ädulde. Wä kenne awä Tee koche, Kreitä defier wachse aach dort.“ „Un Schor(s)chi, woas machsde, wenn unsä kloa Marie(s)che zim Friehstick Marmeloadeweck fuddern will in Kakau drinke?“ „Wä duhn halt Beern soammle, zäquetscht seun des wie sießä Muhs. Des duht si(s)ch aach als Sießungsmiddel fer Tee nutze. Breet(s)chä hämmä koane, mä kenne awä aach gekochte Pilze nemme. Du werst sehe, die Probläme kenne mä all lese. Des Trud(s)che seun aach väsor(s)cht, `s muss halt Fisch fresse un wenn`s des net will, hodd`s aach koan Hungä.“
Uugleibi(s)ch guckte Lisett(s)che mi(s)ch oa, Macko gliehte vo Begaasterung. „Mor(s)che werd i(s)ch glaa iebe Feiä zu zinde ohn Feiäzei(s)ch. Unsern Ufenthoalt in de Wildnis wern wä nadierlich mittäm Kemmkordä filme. Du werst sehe, Lisett-(s)che, wä wern noch beriehnt.“ „Debaa koannsde noch deu Läwenswaashaate väkinde, zim Baaspiel: Mä seun glickli(s)ch in diesä Welt aach ohn Gietä un viel Geld. Un baa ner annern Gelä(s)chenhaat duhsde soage: Viele Eiroscheun seun mä rä(s)cht viel Finfhunnerdä seun net schlä(s)cht.“ „ Die zwa Verse duhn si(s)ch ebbes wirräspre(s)che“, babbelte i(s)ch, „ich wusst goar net, doassde so äh begoabt Versbastlärin seun.“ „Des seun deune Verse“, klärte Lisett(s)che mi(s)ch uf. „So?“ „Joa, du waast goar net mä, wel(s)che Sache du schun mit deunäm Spinnähern gereumt host. Awä moal woas anneres. Fer di(s)ch däht so ähn Wildnisufenthoalt fol(s)chendes bedeite: Koan Ribbelkuche, noch nettemoal Quetschekuche. Uf die Komikbildserie Ole Johnson, de grausoame Barbar aasäm Nordde in de Zaatung kennste aach net gucke un uf deu Vollmilchschokoload mit goanze Hasselniss missde ewwefalls väzi(s)chte.“ Doa musste i(s)ch zusoammezucke. Uf Ribbelkuche zwa Woche väzi(s)chte däht i(s)ch joa noch hiekrieje, awä glaachzaati(s)ch noch uf Ole Johnson un die Vollmilchschokoload mit goanze Hasselniss....des seun sä hadd fer mi(s)ch. I(s)ch waaß net ob meu sensibel Gemiet doa zusoammebri(s)cht wie äh Kattehaas. Viellaa(s)cht sollt i(s)ch des mit de Wildnis nochemoal iwädenke.
Übersetzung: Marko saß vor dem Fernseher und gaffte die Sendung Ausgesetzt in der Wildnis oder vielleicht war`s auch Allein in der Wildnis. Mein Junge war ganz gierig auf dieses Programm, ich selber fand`s auch nicht uninteressant. „Der Mann hat sogar seine Frau mitgenommen in den Dschungel“, sprudelte es aus Marko raus, „sie überleben dort ohne Essen mit zu nehmen, das müssen sie sich erst besorgen. Und um Feuer zu machen, brauchen die keine Feuerzeuge, auch keine Streichhölzer. Sowas sollten wir auch mal machen.“ „Wie meinst du das?“ fragte ich neugierig. „Das ist doch klar, die ganze Familie Schnabbelschnut, einschließlich der Hündin Trude, sollte mal so ein Überlebungstraining machen“, schlug der elfjährige Bub vor.
„Keine schlechte Idee“, nickte ich anerkennend. Lisettchen, meine Frau, die zufällig im gleichen Zimmer saß, schüttelte verständnislos den Kopf. „So ein Projekt würde mir Spaß bereiten“, musste ich zugeben, „zwei Sommerwochen in der Wildnis, zum Beispiel in Lappland in der Grenzgegend Schweden-Finnland.“ „Ehrlich gesagt, ich habe mir darüber schon Gedanken gemacht“, gestand ich meiner Familie, „sowas hat mich schon immer fasziniert. Wir müssen nur die richtige Kleidung mitnehmen, also etwas für Regen und Pullover, fall`s kälter wird, zwanzig Meter Wäscheleine und eine große Dose Hundefutter, einskommazwei Kilogramm, und nicht vergessen, zwei oder drei Messer, die wir auch als Sägen einsetzen können.“ „Für was denn die Wäscheleine?“ fragte Marko überrascht, „in der Wildnis will ich keine Wäsche waschen.“ „Ich auch nicht“, beruhigte ich den Bub, „die brauchen wir um Angelschnüre zu basteln und für die Unterkunft.“ „Meinst du, du kannst ein Haus dort bauen?“ schaltete sich meine Frau ins Gespräch ein. „Ein Haus oder Hütte brauchen wir nicht“, klärte ich auf, „nur ein schräges Dach aus Stöcken, Laub und Gras, vier mal drei Meter groß, damit man, also wir Eltern“, ich guckte zu Lisettchen, „Mariechen, Marko und das Trudchen einen Unterschlupf haben, falls es mal regnen sollte.“ „Kriegst du das zu Wege? Fällt das nicht beim leichten Wind zusammen?“ fragte meine bessere Hälfte. „Wie müssen das Dach halt sehr sorgfältig aufbauen. Dafür wird schon ein ganzer Tag drauf-gehen“, informierte ich, „ums Essen können wir uns ab dem zweiten Tag kümmern.“ „Der erste Tag fällt also schon mit Hungern an“, kritisierte Lisettchen. „Nein“, erwiderte ich, „für den ersten Tag ist die Versorgung gesichert. Dafür haben wir die große Dose Hundefutter, das langt für uns Vier und fürs Trudchen. Die nächsten Tage suchen wir Kräuter, Pilze, essbare Naturblumen, Schnecken und aus dem Fluss angeln wir Fische, die wir braten oder kochen, zum Beispiel in der leer gwordenen Hundefutterdose.“ „Heißt das, ich muss auf meinen morgendlichen Kaffee verzichten?“ fragte meine Frau. Ich zuckte mit den Schultern und Mundwinkel. „Einige, aber kleine, Einschränkungen müssen wir schon erdulden. Wir können aber Tee kochen, Kräuter dafür wachsen auch dort.“ „Und Schorschi, was machst du, wenn unser Klein-Mariechen zum Frühstück Mameladenbrötchen futtern will und Kakao trinken?“ „Wir sammeln halt Beeren, zerquetscht werden die zu süßem Muhs. Das eignet sich auch als Süßungsmittel für Tee. Brötchen haben wir keine, können aber auch gekochte Pilze nehmen. Du wirst sehen, die Probleme können wir alle lösen. Das Trudchen ist auch versorgt, es muss halt Fisch fressen und wenn`s das nicht will, hat`s auch keinen Hunger.“ Ungläubig schaute Lisettchen mich an, Marko glühte vor Begeisterung. „Morgen werde ich gleich üben Feuer zu entzünden ohne Feuerzeug. Unseren Aufenthalt in der Wildnis werden wir mit einem Camcorder filmen. Du wirst sehen, Lisettchen, wir werden noch berühmt.“ „Dabei kannst du noch deine Lebensweisheiten verkünden, zum Beispiel: Wir sind glücklich in dieser Welt auch ohne Güter und viel Geld. Und bei einer anderen Gelegenheit sagst du: Viele Euroscheine sind mir recht viele Fünfhunderter sind nicht schlecht.“ „Die zwei Verse widersprechen sich etwas“, sagte ich, „ich wusste gar nicht, dass du eine so begabte Versbastlerin bist.“ „Das sind deine Verse“, klärte mich Lisettchen auf. „So?“ „Ja, du weißt gar nicht mehr, welche Sachen du schon mit deinem Spinnergehirn gereimt hast. Aber mal was anderes. Für dich bedeutet ein Wildnisaufenthalt Folgendes: Kein Streuselkuchen, noch nicht einmal Pflaumenkuchen. Auf die Komikbildserie Ole Johnson, der grausame Barbar aus dem Norden aus der Zeitung kannst du auch nicht gucken und auf deine Vollmilchschokolade mit ganzen Haselnüssen musst du ebenfalls verzichten." Da musste ich zusammenzucken. Auf Streuselkuchen zwei Wochen lang verzichten würde ich ja noch hinkriegen, aber gleichzeitig noch auf Ole Johnson und die Vollmilchschokolade mit ganzen Haselnüssen.......das ist sehr hart für mich. Ich weiß nicht, ob mein sensibles Gemüt da zusammenbricht wie ein Kartenhaus. Vielleicht sollte ich das mit der Wildnis nochmal überdenken.