Kloa Eva hiet de Paradiesgadde. Kloa Adam seun uf de Joagt, woas immä
des aach seun moag. (Klein Eva hütet den Paradiesgarten. Klein Adam
ist auf der Jagt, was immer dies auch sein mag.)
Adam und Eva Klausi hadd vo der fromm Susann äh Buch zu läse kriggt, dessäm als spoannend un wi(s)chti(s)ch beschriwwe hodd. Als sie ihn droaf, froate se: „Na Klausi, hosde scho moal in de Bibel rimgestebert?“ „Des hebb i(s)ch. Doa seun viele intressonte Geschichte drin. Vohä hebb i(s)ch grod Grimms Märchenerzählunge geläse.Ich muss soage: Die Mär(s)chäerzählunge hämmä awä bessä gefalle“. „Wieso denn des?“ froate se iwärascht. „Die seun oafach stimmi(s)chä. Die Geschichte vo deunäm Buch seun verworre. Awä ,i(s)ch muss zugäwe, des is äh fantastisch Ideeäsoammlung un die Kwalität de Sproach is maastens aach hervorraachend. Moan kennt si(s)chä noch viel draas mache , die Geschicht misste awä iwäarweitet wern“. „Konnsde ähn Baaspiel gäwe?“ “ Doa seun zim Baaspiel die Sach mit däm Jonas, dä vonnäm Woal väschluckt seun soll. Ob ähn Mensch so äh Tortur iwähaapt iwäläwe koann, iwä die Froach will i(s)ch meun Kopp jetz net belästi(s)che. Wie äh widder aasgespuckt worn is, häddä awä, meunä Maanung nach, äh Belohnung vädient, waalä solch Foltä , Dunkelhaft un nix zu esse, noch nettemoal äh Lewäworschtbrot, iwästanne hodd. Des wär doch schee, wenn de Jonas uf nä grie, waa(s)ch Wies geloandet wär un äh lieb Fraa, die dem Jonas sä gefalle hädd, uf ihm gewadd hädd. Nadierli(s)ch hadd de Jonas sä väschmierte Klamotte oa. De brave Moann musst si(s)ch bestimmt erst moal nacki(s)cht aasziehe, um die Klaadä zu reuni(s)che. Goanz zufälli(s)ch musst si(s)ch die lieb Fraa aach nacki(s)ch aasziehe un beide seun doann frehli(s)ch uf de Wies rimgehippt odder häm aach woas Anneres gespielt“. „Ach, so seun die Männä, denke immä nur oan des Eune“, bemerkte Susann. „Doann die Geschicht mit Adam un Eva. Die hebbe Ebbel vom Baam de Erkenntnis gegesse un seun defier drakonisch bestroaft worn. Also,du waaßt ja Susann, i(s)ch seun oagestellt bei de Kripo in Dammstadt. Doa hebb i(s)ch scho viele Geschichte von Deliquente geheert, die moan(s)chmoal aach sä väworre worn. Awä diese Geschi(s)cht vo de zwaa Urmensche schlä(s)cht Alles. I(s)ch kennt doa äh Vielzahl an eigenardi(s)che un mär(s)chehafte Oanzelhaate vä melde, will awä nur draa Punkte raaspicke un nähä belei(s)chte. Wenn i(s)ch des ri(s)chti(s)ch verstanne hebb, woar des mit Adam un Eva so: Bevo se die Ebbel gespachtelt hobbe,worn se bleed un unwissend,se wusste aach noch net, dass es bees is, si(s)ch de Anordnunge vom Chef zu widdersetze. Die Zwaa wusste also eugentli(s)ch erst hinnähä, dass se bees worn. Trotzdäm seun se bestroaft worn, se mussten sich iwäl veruhzt vokomme seun. Moan muss aach noch bedenke, de Chef wusste Alles scho vohä, der is ja all- wissend, daht awä so, als wärä beleidi(s)cht un zorni(s)ch. Als Kreenung de Väworreheit kimmt noch hinzu, dass die Kinnä un Kinneskinnä ewwefalls betsroaft worn seun, se durfte nemmä ins Paradies zurick. Des kimmt mä so vor, als dähte mä vo de eugesperrte Väbrächä glaazeiti(s)ch die Kinnä un alle weitere Noachfoahrn aach ins Gefängnis werfe. Kapierste des ,Susann?“ Die Oagesprochene zuckte mit de Schulter:„Goddes Wä(s)che seun unergrindli(s)ch“. „Awä die Geschi(s)cht kennt mä prima abännern: Des Väbot koa Ebbel vo däm be- stimmte Baam zu robbe seun nadierli(s)ch äh bleed Poss. Im Gejetaal, mit jedäm waateren Obststick wärn die Zwaa immä geschaatä worn, kennte ir(s)chendwoann rechne, schreiwe, lese unso waatä aach ohne Schul. Doann misst mä schildern, woas se so ohne Arweit alles gemoacht hobbe. Spiel- (s)chä nadierli(s)ch: Bockspringe, uf Beem klettern, Roadschloag iwä Wiese, ins Wassä hippe, si(s)ch lieb un intensiv mittäm Kerper vom Partner beschäfti(s)che. Uf ähn Leeb reite unso waatä. Selwstväständli(s)ch alles nacki(s)cht. Die Behaaptung, dass die Zwaa si(s)ch spätä geschämt hobbe solle, is fer mi(s)ch net eusi(s)chti(s)ch. Heit gibt´s noch Volkstämm im Amazonasgebiet, wo se alleweil nacki(s)ch rimlaafe“. „Die hebbe aach koa Ebbel“, woandt Susann eu. „Die Leit oam Nacktbadestroand scho. Unner denne seun zwa aach Bleede, awä aach Gescheite“. Die fromm Susann wie(s)cht ihrn Kopp hie un hä: „Goddes Wä(s)che seun uner- grindli(s)ch“. „Des hoste scho emoal gesoat.Mi(s)ch erinnert`s an eun Moann aas Asche- ber(s)ch, der behaaptet hodd, Godd hodd ihm befohle gewisse Leit umzubringe. Alsä ufgefordertt worn is doch zu bewaase, dassä Goddesbefähle aasfiehrn däht un warim grod so unsinni(s)che , haddä nur gesoat: Goddes Wä(s)che seun uner- forschli(s)ch, i(s)ch hebb net des Rächt seu Oaweisunge zu hinnerfroage, i(s)ch seun nur äh bleed Menschewerm(s)che. Godd waaß scho, wassä will un muss net ufzeige, woarim er grod mi(s)ch aasgewählt hodd“. „Du versindi(s)cht di(s)ch, Klausi“. „Des Gefiehl hebb i(s)ch net. De Gefol(s)chmoann Goddes woar spätä innä geschlossene Oastalt. Awä: Mittä Geschicht vo Adam un Eva kennt mä schee Festspielwoche veroastalte, im Taunus odder im Ourewoald. Des misst im Summer seun, waal sonst die Schauspieler sich erkälte dähte,wenn se nacki(s)ch iwä die Freili(s)chtbiehn hippe. Adam nimmt die Eva huckepack, hippt im Kreis rim un Beide singe jauchzend: Holladihi, holladiho woas seun wä lusti(s)ch, frehli(s)ch un froh
Des symbolisiert des Paradies. Deune Version kennt mä als Vorlaache nämme, se wern also aach irgendwoann aas däm Paradiesgadde vätriwwe, awä net waal se Ebbel klaue. Wä(s)chen stibitze von Kernobst so ne drakonisch Stroaf zu vähänge, des is mä als lächerli(s)ch. Die Zwaa stelle scho woas Schlimmeres oa, se reiße de Hersch uf sadisti(s)che Oart die Geweihstange vom Kopp odder se zinde de Woald oa. Oam Schluss hocke se doann wie die Deppe vor däm Paradiestor un de Publikum heert äh dunkle, laate Computerstimm. Der Text laatet:
(Kommentar zu der Adam- und Eva-Bibelgeschichte nach der Übersetzung)
Übersetzung: Klausi hatte von der frommen Susanne ein Buch zu lesen bekommen, das sie als spannend und wichtig beschrieben hatte. Als sie ihn traf, fragte sie ihn :“Na Klausi, hast du schon mal in der Bibel rumgestöbert?“ „Das habe ich. Da sind viele interessante Geschichten drin. Vorher habe ich gerade Grimm´s Märchenerzählungen gelesen. Ich muss sagen: Die Märchenerzählungen haben mir besser gefallen“. „Wieso denn das?“ fragte sie überrascht. „Die sind einfach stimmiger. Die Geschichten von deinem Buch sind verworren. Aber ich muss zugeben, dass ist eine fantastische Iddeensammlung und die Qualität der Sprache ist meistens hervorragend“. „Kannst du ein Beispiel geben?“ „Da ist zum Beispiel die Sache mit dem Jonas, der von einem Wal verschluckt worden sein soll. Ob ein Mensch so eine Tortur überleben kann, über diese Frage will ich meinen Kopf nicht belästigen. Wie er wieder ausgespuckt worden ist, hätte er aber, meiner Meinung nach, eine Belohnung verdient, weil er solche Folter, Dunkelhaft und nichts zu essen, nicht mal ein Leberwurstbrot, überstanden hatte. Das wäre doch schön, wenn er auf einer grünen, weichen Wiese gelandet wäre und eine liebe Frau, die dem Jonas sehr gefallen hätte, auf ihn gewartet hätte. Natürlich hatte der Jonas sehr verschmierte Klamotten an. Der brave Mann musste sich bestimmt erst nackend ausziehen, um die Kleider zu reinigen. Ganz zufällig musste sich die liebe Frau auch nackend ausziehen und beide sind dann fröhlich auf der Wiese rumgesprungen oder haben auch was Anderes gespielt“. „Ach, so sind die Männer! Denken immer nur an das Eine“. „Dann die Geschichte mit Adam und Eva. Sie haben Äpfel vom Baum der Erkenntnis gegessen und sind dafür drakonisch bestraft worden. Also, du weißt ja Susann, ich bin bei der Kripo in Darmstadt angestellt. Da habe ich schon viele Geschichten von Deliquenten gehört, die manchmal auch sehr verworren waren. Aber diese Geschichte von den zwei Urmenschen schlägt Alles. Ich könnte hier eine Vielzahl an eigenartigen und märchenhaften Einzelheiten aufzählen, will aber nur drei Punkte rauspicken und näher beleuchten. Wenn ich das richtig verstanden habe, war das mit Adam und Eva so: Bevor sie die Äpfel gespachtelt haben, waren sie blöde und unwissend. Sie wussten auch noch nicht, dass es böse ist, sich den Anordnungen vom Chef zu widersetzen. Die Zwei wussten also eigentlich erst hinterher, dass sie böse waren. Trotzdem sind sie bestraft worden, sie mussten sich übel veruhzt (hier: hinters Licht geführt) vorgekommen sein. Man muss noch bedenken, der Chef wusste Alles schon vorher, er ist ja allwissend, tat aber so als wäre er beleidigt und zornig. Als Krönung der Verworrenheit kommt noch hinzu, dass die Kinder und Kindeskinder ebenfalls bestraft worden sind, sie durften nicht mehr ins Paradies zurück. Das kommt mir so vor als würde man von den eingesperrten Verbrechern gleichzeitig die Kinder und alle Nachfahren ins Gefängnis werfen. Kapierst du das, Susann?“ Die Angesprochene zuckte mit den Schultern:“Gottes Wege sind unergründlich“. „Aber die Geschichte könnte man prima abändern. Das Verbot keine Äpfel vom bestimmten Baum zu pflücken ist natürlich blöder Unsinn. Im Gegenteil, mit jedem weiteren Obststück wären die Zwei immer gescheiter geworden, könnten irgendwann rechnen, schreiben, lesen undsoweiter auch ohne Schule. Dann müsste man schildern, was sie ohne Arbeit Alles gemacht haben. Spielchen natürlich: Bockspringen, auf Bäume klettern, Radschlag auf Wiesen, ins Wasser springen, sich lieb mit und intensiv mit dem Körper vom Partner beschäftigen. Auf einem Löwen reiten und soweiter. Selbstverständlich alles nackend. Die Behauptung, dass die Zwei sich später geschämt haben sollen, ist für mich nicht einsichtig. Heute gibt´s noch Volksstämme, bei denen dieLeute nackt rumlaufen“. „Die haben auch keine Äpfel“, wandt Susann ein. “Die Leute am Nacktbadestrand schon. Unter denen sind zwar auch Blöde, aber auch Gescheite“. Die fromme Susann wiegte ihren Kopf hin und her: „Gottes Wege sind unergründlich“. “Das hast du schon mal gesagt. Mich erinnert das an einen Mann aus Aschaffenburg, der behauptet hatte, Gott hätte ihm befohlen gewisse Leute umzubringen. Als er aufgefordert wurde doch zu beweisen, dass er Gottesbefehle ausführe, hat er nur gesagt: Gottes Wege sind unerforschlich, ich habe nicht das Recht seine Aweisungen zu hinterfragen, ich bin nur ein blödes Menschenwürmchen.Gott weiß schon, was er will und muss nicht aufzeigen warum er gerade mich ausgewählt hat“. „Du versündigst dich, Klausi“. „Das Gefühl habe ich nicht. Der Gefolgsmann Gottes war später in einer geschlossenen Anstalt. Aber: Mit der Geschichte von Adam und Eva könnte man schöne Festspielwochen veranstalten , im Taunus oder im Odenwald.Dies müsste im Sommer sein, weil sich sonst die Schauspieler erkälten würden, wenn sie nackt über die Freilichtbühne laufen. Adam nimmt die Eva huckepack, hüpft im Kreis rum und Beide singen jauchzend:
Holladihi holladiho
Was sind wir lustig, glücklich und froh.
Das symbolisiert das Paradies. Deine Version könnte man als Vorlage nehmen. Sie werden also auch irgendwann aus dem Paradies vertrieben, aber nicht weil sie Äpfel geklaut haben. Wegen Stiebitzen von Kernobst so eine drakonische Strafe zu verhängen, das ist mehr als lächerlich. Die Zwei stellen schon was Schlimmeres an, sie reißen den Hirschen auf sadistische Art die Geweihstangen vom Kopf oder zünden den Wald an. Am Schluss sitzen sie dann wie die Deppen am Paradiestor und das Publikum hört eine dunkle laute Computerstimme. Der Text lautet:
Du dummer Bub, du blöde Bix (Tussi)
ohne mich seid ihr absolut nix.
Ihr habt zu gehorchen!
Und keine Widerrede!
Erscheinen die Gründe euch auch noch so blöd,
ihr habt mir zu gehorchen!
Und jeden neuen, jeden neuen Morgen
habt ihr mich jubelnd anzupreisen
singen, zwitschern wie die Meisen.
Bedenkt: Ich bin das Recht
Macht ihr´s nicht, geht´s euch schlecht.
Dann lebt ihr alle nicht mehr lang,
ich veranlass sonst den Weltuntergang“.
Kommentar zur Adam- und Eva-Bibelgeschichte:
„Woas? Iwä neinhunnerd Joahrn solle die Mensche moal geläwt hobbe? Seun des werkli(s)ch so ästräwenswert?“ (Was? Über 900 Jahre sollen die Menschen mal gelebt haben? Ist das wirklich so erstrebenswert?)
Adam soll, nach Bibelangaben, 930 Jahre alt geworden sein. Nach einer entsprechenden Altersangabe zu Eva findet frau (man) nichts. Auch andere Stammväter wurden angeblich über 900 Jahre alt. Diese Altersangaben machen sich noch bescheiden aus,wenn man(frau) berücksichtigt, dass nach sumerischen Schriften Alulin (König in Eridu, ungefähr heutiges Südirak) 28 800 Jahre regiert hat und König Alalgar sogar 36 000 Jahre. In Wissenschaften wie Archäologie z.B. gibt es nicht die geringsten Hinweise, dass Menschen früher einmal länger gelebt haben als heute. Dies ist aber in der Geschichte (Legende?, historischer Bericht?) von Adam und Eva nicht einmal das Seltsamste. Man kann sich ja mal halt etwas vertun mit den Zahlen, schließlich kannten die die Schreiber damals noch nicht das Dezimalsystem und auch nicht die Ziffer Null. Einige Merkwürdigkeiten habe ich, meiner Meinung nach, bereits in der Anekdote zumindest anklingen lassen. Manche meinen, ich bin auch dieser Auffassung, die Geschichte von unseren angeblichen Urahnen hat sehr viel mit den Begriff Erbsünde zu tun. Ich empfehle dies auf der website Erbsünde und Erlösung unter
Eigenartig empfinde ich auch das Verbot vom Baum der Erkenntnis Früchte zu pflücken. Ist es etwa eine Tugend keine Erkenntnis zu erlangen (vor allen Dingen die Erkenntnis was gut und böse ist) und dumm zu bleiben? Unter Evolutions-Gesichtspunkten ist die Adam und Eva-Story sowieso nur ein Märchen. Vielleicht schreien manche auf (oder lächeln besserwisserisch) bei meinen Äußerungen. „Das ist doch nicht wörtlich zu nehmen, sondern nur symbolisch“, behaupten sie. Dies mag ja sein. Allerdings stellt sich dann die Frage: Was für eine Symbolik? Bei zehn Leuten, die mir das dann erklären wollen, kommen dann womöglich zehn (oder noch mehr) verschiedene Deutungen heraus. Außerdem erwarte ich, dass solche Symboldeuter(mache sagen auch Exegeten) auch überzeugend darlegen können, welche Behauptungen, Berichte des alten und neuen Testament symbolisch zu deuten sind und welche nicht. Ist der sogenannte liebe, allmächtige Gott etwa auch nur symbolisch zu verstehen?