Oam glei(s)che Tisch, an demä unsre Filosoferund abhoalte, hocke an eunämannern Wochedaach owends äldere Häschafte, koanä unner siebzi(s)ch. Die unge Leit soage spettisch Greiserund, die Mittlere, so euner wie i(s)ch z.B., Rentnärund un sie selwä bezeichne ihrän Owend Gesprächsrunde würdigä un waasä Herre. Oan sol(s)ch eunäm Oawend hebb i(s)ch mi(s)ch zum weisen Mondmann,die Kneip, verlaafe un trank äh Bier direkt am Näwetisch. „Meu Oald macht´s nemmä loang“, babbelte de Paul, „se hodds am Ricke, an de Fieß, am Herz, an de Lung un besunners im Kopp. Sie is äh noch läwendes Studieobjekt fer Medizinstudente“. De Paul woar awä oanscheinend deribä net unglickli(s)ch,er trank vergnie(s)cht oan Bier nach däm annern un ab un zu noch ähn Korze. „Bei uns dehoam isses umgekehrt“, seifzte de Siggi, „all die Kronkhaate, die du ewwe ufgezählt hoast, hebbi(s)ch a, un noch mä, meu Berta dege(s)che is des bliehende Läwe. Se besuchst noch Toanzveroastaltunge, hippt rim wie äh Jung un doann trinkt se moanchmoal wie ähn Braureigaul, ohne dass des ihr woas aasmacht. I(s)ch degeje darff he(s)chtens zwaa Gläsä Bier odder Weu kippe,doann muss i(s)h uf Limonoad umstei(s)che“. „Ma Fraa woar aach sä krank“, erzählte doa noch ähn dritte Hä, de Karll, „heit is se nemmä kroank , se leit scho finf Joahr ungeriehrt uffem Friedhof“. “Also, woas soll des Gejammä“, erwidderte unwersch de Päre, „sterbe misse mä all moal. Losst uns woas iwä lusti(s)che Begäweheite babble. I(s)ch hebb meunem Enkelkind, es ist die kloa Marie, erzählt i(s)ch, also ihr liewä Opa, kennt zaubern“. De Päre brustete si(s)ch vor Lache un stieß fast seu Bierglas um. „Des glaab i(s)ch net, hadd die Marie dreiherzi(s)ch gesoat“. „Doch, des stimmt“, de Päre lachte scho widder, „i(s)ch soate, i(s)ch koann meu Zeeh raas nemme. I(s)ch noahm meu Gebiss raas, zei(s)chte ihr die Protees un steckte se widder in den Mund. Die kloa Marie guckte mi(s)ch staunend aoh un probierte es a. Nadierli(s)ch geloang ihr nix, obwohl se mämoals oan ihre Zähn(s)che zog“. „Ha,....Ha“, soate de Siggi, „Päre hodden Witz gemoacht“. „Noa, des woar werkli(s)ch so“, väteidi(s)chte si(s)ch der Oagesprochne,
„die spießi(s)ch Muddä von de kloa Marie hadd des moal gesehe un mir mitgedaalt, i(s)ch sollt sol(s)ch seiische Sache unnerlosse, des hädd ähn schle(s)chte Eufluss uf die Erziehung vo de Marie. Na ja, so seun halt die junge Leit, keu Fäbel fer Spass un Freid, nur stumpfsinniges Schaffe. Awä diese Oagelä(s)chenheit hodde ähn Nachspiel“, Päre sproach widder schneller un sä mittaalingsbederfti(s)ch, „am Kinnägebortsdaach von de Marie woar ich selwstverstännli(s)ch a eugeloade un bin a erschiene. Vier Kinnä vom Kinnägadde un meu Enkelin hockten am Tisch. „Meun Opa koann zaubern“, kindi(s)chte des sieße Mäd(s)che den Annern oa, „bitte Opa, zei(s)ch moal, woas du kannst“. Unner de Gebortsdaachgäst woarn a Zwaa scho fast Schulkinnä, die wusste woahr scheinli(s)ch, doass eldere Leit Gebisse häm. Entteische wollt i(s)ch die awä net.
„I(s)ch muss erst Vorbereitunge dreffe“, entschuldi(s)chte i(s)ch mi(s)ch un ging raas in de Flur. Dortt steckte i(s)ch so ähn kaafliches Forzkisse in mei Hos an de Hinnern. I(s)ch ging widder neu un hockte mi(s)ch zu de Kinnä. Ah stotternd Forzgereisch woar die Fol(s)ch. Drehnendes und glucksendes Gelache erfillte die Stubb. „Noch äh moal“, verlangte die frehli(s)che Kinnä. Im Flur täti(s)chte i(s)ch widder die Vorbereitunge. Finf- odder sechsmoal daht i(s)ch uf diese Weis forze. Doann hadd i(s)ch selwä koa Lust mä“. „Ri(s)chti(s)ches Forze häddä bestimmt a koa Schwieri(s)chkeite bereitet“, soate doa de Siggi verächtli)s)ch. “Dass du ähn verklämmte Spießä bist, wusst i(s)ch scho immä“, antwortete de Päre, „eunä meunä Leitsprich lautet: Wer forzt, der lebt
wer net forzt, der lebt net.
Die kloa Marie glaabt heit noch, i(s)ch kennt uf Kommando forze, immä wenn i(s)ch mit ihr uffem Bett lie(s)ch un ihr Geschichte erzähl, erwarttet se des vo mä. Wenn ihr verklämmt Muddä reukimmt odder aach meu edle Fraa, doann fordertt mi(s)ch des Mäd(s)che uf: „Opa forz, Opa forz!“ Moanchmoal is mä des a tatsächli(s)ch gelunge“. „Des glaab i(s)ch dä sofortt“, soate de Siggi koppnickend. „Da ihr grod iwä Ferz rädd“, schaltete si(s)ch Hugo eu, „i(s)ch hebb ähn Gerät ge- bastelt,wel(s)ches des unkontrolliert Ausschieße vom Durchfall verhinnert, unner däm i(s)ch moanchmoal leide. I(s)ch hebb ähn Gummstoppe in meu Popoloch reuge drickt. De Stopppe is mit ähm Seil verbunne, des i(s)ch am Bauch verschniert hebb“. „So, so“, lästerte de Siggi, „erzählst du sol(s)che Geschichte deune Enkelkinnä ?“ „Genau“, lachte doa de Hugo, „du hoast sofortt erkoannt, das des nur erfunne is“. Die Annern am Tisch guckte si(s)ch die ertli(s)che Zeitung oa, Rubrik Todesanzeige. „ Hier steht´s: Robert Dampfhahn is gestorbe un bereits beär- di(s)cht“, las de Karll vor. “Woas ? De Drecksack is nemmä unner de Läwende ?“, Siggi lachte des erste moal an jenäm Oawend. Er riss die Zeitung däm Karll aas de Hoand. „Die Gertrud Rumppschüssel hadd de Sensemoann a geholt“, Siggi lachte drehnend un schlug sich die Feist uf die Schenkel, „uf die woar i(s)ch moal als jungä Moann goanz wild, se hadd mi(s)ch awä abblitze losse. Jetz hadd se die Stroaf gekriggt. Des is endli)s)ch widder moal ähn gelungene Owend. Woas fer äh Freid, woas fer äh Freid“.
Übersetzung: Am gleichen Tisch, an dem wir unsere Filosofenrunde abhalten, sitzen aneinem anderen Wochentag ältere Herrschaften , kaum einer unter siebzig. Die jungen Leute sagen spöttisch Greisenrunde, die Mittleren, wie z.B. ich einer, Rentnerrunde und sie selber bezeichnen ihren Abend Gesprächsrunde würdiger und weiser Herren. An solch einem Abend habe ich mich Zum weisen Mondmann, die Kneipe, verlaufen und trank ein Bier direkt am Nebentisch. “Meine Alte macht´s nicht mehr lang“, sagte der Paul, „sie hat´s am Rücken, an den Füßen, am Herz, an der Lunge und besonders im Kopf. Sie ist ein noch lebendes Studienobjekt für Medizinstudenten“. Der Paul war darüber aber nicht unglücklich, er trank vergnügt ein Bier nach dem anderen und ab und zu noch einen Kurzen (Schnaps). „Bei uns daheim ist es umgekehrt“, seufzte der Siggi, „all die Krankheiten, die du eben aufgzählt hast, habe ich auch und noch mehr, meine Berta dagegen ist das blühende Leben. Sie besucht noch Tanzveranstaltungen, hüpft rum wie eine Junge und dann trinkt sie manchmal wie ein Brauereigaul, ohne dass das ihr was ausmacht. Ich dagegen darf höchstens zwei Gläser Bier oder Wein kippen, dann muss ich auf Limonade umsteigen“. „Meine Frau war auch sehr krank“, erzählte dann ein dritter Herr, der Karl, „heute ist sie es nicht mehr, sie liegt schon fünf Jahre ungerührt auf dem Friedhof“.
„Also, was soll das Gejammer“, erwiderte unwirsch der Peter, „sterben müssen wir alle mal. Lasst uns was über lustige Begebenheiten berichten. Ich habe meinem Enkelkind, es ist die kleine Marie, erzählt ich, also ihr lieber Opa, könnte zaubern. Der alte Peter prustete sich vor Lachen und stieß fast sein Bierglas um. „Das glaube ich nicht, hat die Marie treuherzig gesagt. Doch das stimmt“, der Peter lachte schon wieder, „ich sagte, ich könnte meine Zähne rausnehmen. Ich nahm mein Gebiss raus, zeigte ihr die Prothese und steckte sie wieder in den Mund. Die kleine Marie guckte mich staunend an und probierte es auch. Natürlich gelang ihr nichts, obwohl sie mehrmals an ihren Zähnchen zog“
„Ha..... ha..“, sagte der Siggi, „Peter hat einen Witz gemacht“.
„Nein, das war wirklich so“, verteidigte sich der Angesprochene, „die spießige Mutter von der kleinen Marie hatte das mal gesehen und mir mitgeteilt, ich sollte solche säuische Sachen unterlassen, das hätte einen schlechten Einfluss auf die Erziehung von der Marie. Ja, so sind halt die jungen Leute, kein faible (Vorliebe, Schwäche) für Spaß und Freude, nur stumpfsinniges Arbeiten. Aber diese Angelegenheit hatte ein Nachspiel“, Peter sprach wieder schneller und sehr miteilungsbedürftig, „am Kindergeburtstag der Marie war ich selbstverständlich auch eingeladen und bin auch erschienen. Vier Kinder vom Kindergarten und die Marie saßen am Tisch. “Mein Opa kann zaubern“, kündigte das süße Mädchen den Anderen an, „Opa, zeig mal was du kannst !“ Unter den Geburtstaggästen waren auch Zwei fast schon Schulkinder, die wußten wahrscheinlich, dass ältere Leute Gebisse haben. Enttäuschen wollte ich die aber nicht.
„Ich muss erst Vorbereitungen treffen“, entschuldigte ich mich und ging raus in den Flur. Dort steckte ich so ein käufliches Furzkissen in meine Hose an den Hintern. Ich ging wieder rein und setzte mich zu den Kinder. Ein stotterndes Furzgeräusch war die Folge. Drohnendes und glucksendes Gelache erfüllte die Stube (Zimmer). „Noch einmal“, verlangten die fröhlichen Kinder. Im Flur tätigte ich wieder die Vorbereitungen. Fünf- oder sechsmal furzte ich auf diese Weise. Dann hatte ich keine Lust mehr“. „Richtiges Furzen hätte dir bestimmt auch keine Schwierigkeiten gemacht“, sagte da verächtlich der Siggi. “Dass du ein verklemmter Spießer bist, wusste ich schon immer“, antwortete der Peter,“ einer meiner Leitsprüche lautet: Wer furzt, der lebt
wer nicht furzt, der lebt nicht.
Die kleine Marie glaubt heute noch, ich könnte auf Kommando pfurzen. Immer wenn ich mit ihr Auf dem Bett liege und Geschichten erzähle, erwartet sie das von mir. Wenn ihre spießige Mutter reinkommt oder meine edle Frau, dann fordert mich das Mädchen auf: „Opa furz, Opa furz !“ Manchmal ist mir das auch tatsächlich gelungen“. „Das glaube ich dir sofort“,sagte der Siggi kopfnickend. “Da ihr gerade über Fürze redet“, schaltete sich Hugo ein, „ich habe ein Gerät gebastelt, welches das unkontrollierrte Ausschießen von Durchfall verhindert, unter dem ich manchmal leide. Ich habe einen Gummstopfen in mein Popoloch reingedrückt. Der Stopfen ist mit einem Seil verbunden, das ich am Bauch verschnürt habe“. “So, so“, lästerte der Siggi, „erzählst du solche Geschichten deinen Enkelkindern ?“ „Genau“, lachte da der Hugo, „du hast sofort erkannt, dass das nur erfunden ist“. Die Anderen am Tisch guckten sich die örtliche Zeitung an, Rubrik Todesanzeigen. „Hier steht´s, Robert Dampfhahn ist gestorben und bereits beerdigt“, las der Karl vor.
„Was? Der Drecksack ist nicht mehr unter den Lebenden ?“ Siggi lachte das erste mal an jenem Abend. Er riss dem Karl die Zeitung aus der Hand. “Die Gertrud Rumpschüssel hat der Sensemann geholt“, Siggi lachte drohnend und schlug sich die Fäuste auf die Schenkel, „auf die war ich mal als junger Mann ganz wild, sie hatte mich aber abblitzen lassen. Jetzt hat sie die Strafe bekommen. Was für eine Freude, was für eine Freude !“