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"Des is meu nei groß Audo. Guckt´s eich oa!" stroahlt Ludwi(s)ch vo Stolz.           

Ä will doamit soage: Bewunnerd des Audo, bewunnerd mi(s)ch!

(Das ist mein neues, großes Auto. Schaut´s euch an!        Er will damit sagen:

bewundert das Auto, bewundert mich!)  

Ein neues Auto
Ludwi(s)ch hodd äh nei Audo gekaaft. Es woar ähn WLX 2020. Stolz fuhrä
doamit im Ortt rim, dass aach ja jedä sieht, wassä fier ähn edles Gefährt ä nun seu Eugen nenne kennt. Seu edel Fraa saß aach mit drin, bei uns hielte se oa, um zu zeige woas fier tolle Leit se doch wärn.
„Hallo ihr Zwaa“, begrießte uns Ludwi(s)ch, „heit hebbe mä unsä nei Audo ge-
kriggt, es hadd dreimoal soviel gekostet wie eiers „.
„Na un ?“ grunzte  i(s)ch ,“mä kimme mit unserm aas. Es bringt uns und aach Eu-
kaafsgepäck ohn Propleme von eunem Ortt zum annern“.
„Wenn so eufoache Leit wie ihr doamit zufriede seid, denn moag des ja gehe“,
erwidderte Babett(s)che ,“awä wä wolle aach Komfortt genieße“.

Babett(s)che woar scho efters die Zielschaab fer Lästerwortt von meunä Fraa Lisett(s)che. „Maanste etwa, unsä Audo hädd Holzstiehl ?“,klerte maa Fraa die Ba-
bett uf,“un uf de Audoboahn rolltes nur neinzi(s)ch odder he(s)chstens hunnerd  ?“
“Noa, des hebb i(s)ch net gesoat. Awä unsä Nobelhobel is aach viel greeßä. Ihr
misst eich in eirä Woaschschissel euquetsche“.
„Ja, greeßä is eier Audo, awä euquetsche misse mä uns net. Viellaacht seun
unsre Sessel net goanz so groß, awä bei sehr longe Strecke foahr wä aach gor net
mit dem Audo, sondern seun  middäm Zug  unnerwägs.
Außerdäm“, die Aache von Lisett(s)che blitzte schoadefroh uf ,“ihr kennt aach
äh Audo kaafe, des noch deirä is un sich hier im Ortt keunä leiste kennt, ihr
seid awä immä noch die glei(s)che Leit, nämli(s)ch die geisti(s)ch un kulturell
doch rächt bescheidene Zeitgenosse Ludwi(s)ch un Babett(s)che“.


(Kommentar und weitere Anekdote zu diesem Thema: Unten auf dieser Seite, nach de Übersetzung) 



 Übersetzung:  Ludwig hatte ein neues Auto gekauft. Es war ein WXL 2020. Stolz fuhr er damit im Ort herum, damit auch jeder sehen konnte, was für ein edles Gefährt er sein Eigen nennen konnte.     Seine edle Frau saß auch mit drin, bei uns hielten sie an, um zu zeigen, was für tolle Leute sie doch wären.
„Hallo ihr Zwei“, begrüßte uns Ludwig, „heute haben wir unser neues Auto bekommen, “es hat dreimal soviel gekostet wie eures“.
“Na und ?“ grunzte ich,  „wir kommen mit unserem aus. Es bringt uns und auch Einkaufsgepäck ohne Probleme von einem Ort zum anderen“.
“Wenn so einfache Leute wie ihr damit zufrieden seid, mag das ja gehen“, erwiderte Babettchen, „aber wir wollen auch Komfort genießen“.

Babette war schon öfters die Zielscheibe von Lästerworten von meiner Frau Lisettchen.
„Meinst du etwa unser Auto hätte Holzstühle ?“ klärte meine Frau Babette auf ,“und auf der Autobahn rollt es nur neunzig oder höchstens hundert?“ 
 „Nein, das habe ich nicht gesagt.
Aber unser Nobelhobel ist auch viel größer. Ihr müsst euch in eurer Waschschüssel einquetschen“. 
  „Ja, größer ist euer Auto, aber einquetschen müssen wir uns nicht. Vielleicht
sind unsre Sessel nicht ganz so groß, aber bei sehr langen Strecken fahren wir auch gar nicht mit dem Auto, sondern sind mit dem Zug  unterwegs. Außerdem“, die Augen von Lisettchen blitzten schadenfroh auf, „ihr könnt auch ein Auto kaufen, das noch teurer ist und sich hier im Ort Keiner leisten könnte, ihr seid immer noch die gleichen Leute, nämlich die geistig und kulturell doch recht bescheidenen Zeitgenossen Ludwig und Babettchen."

 


         

Kommentar und weitere Anekdote:

"Ich braach des deire Audo weje de Si(s)chähaat“, hebb i(s)ch moal zu heern bekumme.
Uf de Audoboahn fuhrä doann hunnerdoachtzi(s)ch un moanchmoal sogoar mä, falls des moal megli(s)ch woar.Seu Audo woar schwattz un net rood orrä lila orrä oroa(s)ch. „ Des seun si(s)chere Fabbe
fer de Stroaßeväkehr“, moante i(s)ch. „Diese Fabbe seun awä so schreiend“, bemerktä.
Ä moante wohl: Schwattz un silwäglänzend seun halt edlä un basse halt zu ähn edle Mensch.

     (Ich brauche  so ein teures Auto wegen der Sicherheit, habe ich mal zu hören bekommen.
Auf der Autobahn fuhr er dann hundertachtzig und manchmal sogar mehr, falls des mal möglich war.      Sein Auto war schwarz und nicht rot oder lila oder orange.„Das sind sichere Farben für den Straßenverkehr“, meinte ich . „Diese Farben sind aber so schreiend“, bemerkte er.    Er meinte wohl: Schwarz und silberglänzend sind halt edler und passen halt zu einem edlen Menschen.)

 

Kommentar:         Wer meint, dass nur für ganz wenige Zeitgenossen das Auto ein Statussymbol sei, hat keine Ahnung oder will darüber keine Ahnung haben. Für die Mehrheit (zumindest die der Männer) gilt das. Dies hat auch der Verband deutscher Autohersteller durch Untersuchungen festgestellt.     Wer das nicht glaubt, soll doch mal in einer Suchmaschine über das Thema    Autokauf Statussymbol     nachgucken. Er wird fündig.

Ich empfehle  www.kewego.ch/video/iLyROoaftu7j.html und dann sich das Video

Warum günstig, wenn`s auch teurer geht anschauen.

Ein Jugendlicher sagte einmal zu mir: Die Marke eines Autos ist mir egal, wichtig ist aber, dass es etwas darstellt und dass es schnell ist. Ein Kommentar dazu ist überflüssig.
In der letzten Zeit wurden vermehrt Kleinwägen gekauft. Vielleicht ist dies aber kein Zeichen, dass nun die Vernunft ins Gehirn der Konsumenten eingedrungen ist (und nicht mehr oder weniger alberne Sozialprestige-Gefühle), sondern die Tatsache, dass es vielen finanziell nicht mehr so gut geht wie früher.