Die Hindin is mei lieb Schwestä. Se haaßt Berta Schnabbelschnut. Se koann
mit de Zeh Knoche zäbeiße, i(s)ch koann des nur mit Guzchä.
(Die Hündin ist meine liebe Schwester. Sie heißt Berta Schnabbelschnut. Sie kann
mit den Zähnen Knochen zerbeißen, ich kann das nur mit Bonbons.)
Elterngespräch im Kindergarten
Wä(s)chen Marie(s)che hodd uns die Kinnägärtnerin zu eunem Gesprääch gebeete. I(s)ch hebb mä extra von de Arweit frei genumme un bin mit meunäm Lisettche zu Fraa Matschbern in die Kita gonge.Mä hockte doa zusamme un tranke Frichtetee, der scheißli(s)ch schmeckte. Dezu goab es Karotte- un Kohlroabistick(s)chä als Knabbäersatz. Es woar werkli(s)ch nur ähn Ersatz.„Doa seun so eunige Verhaltensweise vo Marie(s)che, die mä abstelle misst“,informierte uns Fraa Matschbern, „z.B. zelebriert die regelrächt ihr Pupse, se soat stets „jetz kimmt woas Scheenes“, hebt de Finger hoch un donnert. Mährere annern Kinnä mache des beraats nach.“ “Woas soll doaroa schlimm seu?“ froate ma Fraa Lisett(s)che, „ unsä Hausdoktä soat, Furze is woas goanz Nadierli(s)ches, im Dor(s)chschnitt duht jeder Mensch verzeh Ferz pro Daach losschicke. Aach sie Fraa Matschbern misse forze“. „Wär behaaptet, er forzt net, lie(s)cht“, ergänzte i(s)ch, „unser Doktä hadd aach noch gesoat, er selwä un aach seun Schwie(s)chervater däte andauernd schieße un donnern wie bei nä Artillerie. I(s)ch waaß, dass mä des Gereisch oft unnädricke koann, awä defier duhn solche Leit Schleicher losschicke, die doann besunners stark stinke. Ob des unbedingt edlä is.....dariber koann mä werkli(s)ch gedaalter Meunung seun“. „Ja, awä muss mä deraas unbedingt jedes moal äh Theater- stick draas mache?“ erwidderte die Kinnägärtnerin. “Noa, muss mä net“, hebb i(s)ch zugäwe, „awä schlimm find i(s)ch´s aach net. Wenn unsä Gespräch ihne zu ferzi(s)ch vorkimmt, kenne se ja die Noas zuhalte“. Des daht se net, die Fraa schittelte nur de Kopp. „Doa is noch woas Anneres, was mä net gefällt“, begoann se doann ähn anner Thema, „ Marie(s)che hadd si(s)ch mämoals nacki(s)ch aasgezooche, die Eerm hochgestreckt un is rimgehippt. Laadä mache des aach scho anner Kinnä nach. I(s)ch hebb se gefroat, warim se des mache däht. Marie(s)che hadd gesoat, ihre Eldern leihe aach efters nacki(s)cht im Bett un de Vaddä hädd gemoant, des macht mä halt, wenn mä si(s)ch goanz lieb freit. Und sie, des Marie(s)che duht si(s)ch halt aach goanz lieb freie.“ Fraa Matschbern guckte uns neigieri(s)ch un glaachzaati(s)ch vorwurfsvoll oa. “Bevor i(s)ch awä des Juchendoamt oaruf, will i(s)ch awä erst moal zu diesä Oagele(s)chenhaat die Eldern froage“. “Also“, antwortete i(s)ch, „ wie wär dehoam rimlaafe odder lie(s)che, geht se eugentli(s)ch nix oa, awä i(s)ch erzähl ihne moal woas: Mä hebbe sogor im letzten Summä eune Nacktparty veroastaltet. Alle seun doa nacki(s)ch rimgelaafe, mon(s)che hadde nur Sandale oa, die meiste noch nette moal des. Ungefähr verzi(s)ch Leit woarn baa uns. De Macko, de äldere Brurä von Marie- (s)che, seune Lärärin, Fraa Allesweiß, woar aach doa, nadierli(s)ch nacki(s)cht. Sie hodd uf de Wies ähn Roadschla(s)ch vorgefiehrt, se is nämli(s)ch aach Sportlärärin“. “Des soll i(s)ch glaabe?“ froate Fraa Matschbern. “Si(s)cher, meu Schwie(s)chereldern hebbe uns aach beehrt. Sie woarn bereits nacki(s)cht im Audo, als se oagekumme seun. Ma muss wisse, meu Schwie(s)chämuddä is Presidentin des Vereuns deitschä Nacktfahrä. Vor finf Joahrn hebbe meu Schwie(s)chereldern de Vereun gegrin- det, er hadde sofortt etwa zwaahunnerd Mitglieder. Heut, nach nä explosions- ardi(s)chen Entwicklung beraats zwaatausend. Un die Mitgliedäzoahle stei(s)che immä noch“. “Duhn se mi(s)ch doa veruhze, Hä Schnabbelschnut?“ Maa Fraa guckte aach skepti(s)ch un verlä(s)che, so als wollte se soage: Also Schorchi, woas duhst du doa widder moal Fantasiegeschichte ufdische, die du groad erfunne host. Sie fiel mä awä net ins Wortt un ließ mi(s)ch zu Ende spinne. „ Meu Schwie(s)chämuddä hodd awä baam Audofoahrn immä äh Nachthäm im Hanschuhfach, des se schnell iwästreife koann, falls so ähn spießi(s)che Polizist si(s)ch ufrä(s)cht. Awä die meiste Poliziste stere si(s)ch net an äh nackte Audo- foahrerin. Sie hodd zwaar in de letzte vier Joahrn scho finf moal äh Knöllche kriggt, awä nur weil se net oagurt woar“. Die Kinnägärtnerin guckte verdutzt un wusste long nix zu soage. „Die Eldern von maanä Fraa wohne scho seit fuffzeh Joahrn nemmä in Hesse, sie moache jetz Hagen in Westfalen unsi(s)chä. Die Oma vom Marie(s)che hadd däm Mäd(s)che ähn scheenes Lied beigebrocht. De Text lautet: Meine Oma flitzt ganz splitternackt durch Hagen durch Hagen durch Hagen meine Oma flitzt ganz splitternackt durch Hagen meine Oma macht die ganz große Schau“. In Werkli(s)chkeit hebb i(s)ch däm Marie(s)che des beugebroacht, awä des hebb i(s)ch verschwie(s)che. “Des wollt i(s)ch aach noch bespreche“, die Kinnägärtnerin fand widder ihre Sproach, „des braach werkli(s)ch net zu seun, dass die lieb Oma so veruhzt wird. Scho mämoals hadd Marie(s)che des gesunge“. Wär hebbe doann nix Wesentli(s)ches mä gebabbelt, i(s)ch un ma Fraa hebbe versproche mit dem Marie(s)che zu redde, dass se nemmä des Lied singt. Fraa Matschbern soate zu, net des Juchendoamt zu informiern. Es wär aach zu bleed gewese, sie hädd si(s)ch bestimmt nur blamiert. Uf däm Hoamwä(s)ch soate doann mei Fraa: „Schor(s)chi, du host ja rei(s)ch- li(s)ch iwätribbe un di(s)ch in erfunnene Geschichte gesuhlt“. „Ja, i(s)ch waaß. I(s)ch wollt awä net meu gut Laun verderbe losse.Wä(s)chen sol(s)chä Ferz hebb i(s)ch mä extra frei genumme. Fraa Matschbern hodd sä bleed geguckt un so hodd i(s)ch wäni(s)chtens äh bissche Vergnie(s)che.“ „Des Juchendoamt informiert se net“, soate ma Fraa, „awä vielaa(s)cht informiert se des Gesundsheitsoamt“. “Wieso des ?“ froa(s)chte i(s)ch iwärascht. “Viellaacht kommt son Psi(s)chatä zu uns un will deu geisti(s)ch Gesundhaat unnäsuche. Woas babbelst du doann mit däm Irrenarzt odder de Irrenärztin ?“. „ Aoch, des is koa Problem fer mi(s)ch. Die solle nur kimme. I(s)ch werd zuerst was zu drinke oabiete, Bier, Weu odder aach Kaffee odder Tee, was se halt wolle . Doann werd i(s)ch Kekse un Kuche uftische. Ja, un doann froag i(s)ch se, wie sie ihre Nacktparties gestalte“.
Übersetzung: Wegen Mariechen hatte uns die Kindergärtnerin zu einem Gespräch gebeten. Ich hatte mir extra von der Arbeit frei genommen und bin mit meinem Lisettchen zu Frau Matschbirne in die Kita gegangen. Wir saßen da zusammen und tranken Früchtetee, der scheußlich schmeckte. Dazu gab es Karotten- und Kohlrabistückchen als Knabberersatz. Es war wirklich nur ein Ersatz. „Da gibt es so einige Verhaltensweisen vom Mariechen, die man abstellen müsste“, informierte uns Frau Matschbirne, „z.B. zelebriert die regelrecht ihr Pupsen, sie sagt stets „jetzt kommt was Schönes“, hebt den Finger hoch und donnert. Mehrere andere Kinder machen das bereits nach“. „Was soll daran schlimm sein ?“ fragte meine Frau Lisettchen, „unser Hausarzt sagt, Furzen ist was ganz Natürliches, im Durchschnitt furzt jeder Mensch vierzehn Fürze pro Tag. Auch sie, Frau Matschbirne, müssen furzen“. “Wer behauptet, er furze nicht, lügt“, ergänzte ich, „unser Hausarzt hat auch gesagt, er selber und auch sein Schwiegervater würde andauernd schießen und donnern wie bei einer Artillereie. Ich weiß, dass man das Geräusch oft unterdrücken kann, aber dafür lassen solche Leute vermehrt Schleicher los, die dann besonders stark stinken. Ob das unbedingt edler ist.....darüber kann man wirklich geteilter Meinung sein“. “Ja, aber muss man daraus unbedingt jedesmal ein Theaterstück draus machen? „ erwiderte die Kindergärtnerin.
„Nein, muss man nicht“, habe ich zugegeben, „aber schlimm find ich es auch nicht. Wenn ihnen unser Gespräch zu furzhaft vorkommt, können sie sich ja die Nase zuhalten“. Das tat sie nicht, die Frau schüttelte nur den Kopf. „Da ist noch was Anderes, was mir nicht gefällt“, begann sie dann ein anderes Thema, „Mariechen hatte sich schon mehrmals nackt ausgezogen, die Arme hochgestreckt und hüpfte rum. Leider machen das andere Kinder bereits nach. Ich habe sie gefragt, warum sie das machen würde. Mariechen hatte gesagt, ihre Eltern liegen auch öfters nackt im Bett und der Vater hatte gemeint, das macht man halt, wenn man sich ganz lieb freut. Und sie, das Mariechen, freut sich auch ganz lieb“. Frau Matschbirne guckte uns neugierig und gleichzeitig vorwurfsvoll an. „Bevor ich aber das Jugendamt anrufe, will ich erst mal zu dieser Angelegenheit die Eltern fragen“. „Also“, antwortete ich, „ wie wir daheim rumlaufen oder liegen, geht sie eigentlich nichts an, aber ich will ihnen mal was sagen: Wir haben sogar im letzten Sommer eine Nacktparty veranstaltet. Alle sind da nackt rumgelaufen. Manche hatten nur Sandalen an, die meisten noch nicht mal das. Ungefähr vierzig Leute waren bei uns. Die Lehrerin, Frau Allesweiß, vom Marko, der ältere Bruder vom Mariechen, war auch da, natürlich nackt. Sie hatte auf der Wiese einen Radschlag vorgeführt, sie ist nämlich auch eine Sportlehrerin“. „Das soll ich glauben? „ fragte Frau Matschbirne. “Sicher, meine Schwiegereltern haben uns auch beehrt. Sie waren bereits nackt im Auto, als sie angekommen sind. Man muss wissen, meine Schwiegermutter ist Präsidentin des Vereins deutscher Nacktfahrer. Vor fünf Jahren haben meine Schwiegereltern den Verein gegründet. Er hatte sofort zweihundert Mitglieder. Heute, nach einer explosionsartigen Entwicklung bereits zweitausend. Und die Mitgliederzahl steigt immer noch“. „Veralbern sie mich, Herr Schnabbelschnut ?“ Meine Frau guckte auch skeptisch und verlegen, so als wollte sie sagen: Also Schorchi, was für Fantasiegeschichten tischt du wieder auf, die du gerade erfunden hast. Sie fiel mir aber nicht ins Wort und ließ mich zu Ende spinnen. „Meine Schwiegermutter hat beim Autofahren immer ein Nachthemd im Handschuhfach,das sie schnell überstreifen kann, falls ein spießiger Polizist sich aufregt. Aber die meisten Polizisten stören sich nicht an einer nackten Autofahrerin. Sie hat zwar in den letzten vier Jahren schon fünfmal ein Knöllchen bekommen, aber nur weil sie nicht angegurtet war“.
Die Kindergärtnerin guckte verdutzt und wußte lange nichts zu sagen. “Die Eltern von meiner Frau wohnen schon fünfzehn Jahre nicht mehr in Hessen, sie machen jetzt Hagen in Westfalen unsicher. Die Oma hat dem Mariechen ein schönes Lied beigebracht. Der Text lautet:
Meine Oma flitzt ganz splitternackt durch Hagen
Durch Hagen
Durch Hagen
Meine Oma flitzt ganz splitternackt durch Hagen
Meine Oma macht die ganz große Schau“.
In Wirklichkeit habe ich dem Mariechen das beigebracht, aber das habe ich verschwiegen. „Das wollte ich auch noch besprechen“, die Kindergärtnerin fand ihre Sprache wieder, „es braucht wirklich nicht zu sein, dass die liebe Oma veralbert wird. Schon mehrmals hatte Mariechen das gesungen“ Wir haben dann nichts Wesentliches mehr geredet, ich und meine Frau haben versprochen mit dem Mariechen zu sprechen, dass sie dieses Lied nicht mehr singt. Frau Matschbirne sagte zu das Jugendamt nicht zu informieren. Es wäre auch zu blöd gewesen. Frau Matschbirne hätte sich bestimmt nur blamiert. Auf dem Heimweg sagte dann meine Frau: „Schorchi, du hast ja reichlich übertrieben und dich in erfundenen Geschichten gesuhlt“. “Ja, ich weiß. Ich wollte aber nicht meine gute Laune verderben lassen. Wegen solchen Fürzen (hier: Nichtigkeiten) habe ich mir extra frei genommen. Frau Matschbirne hatte sehr blöd geguckt und so hatte ich wenigstens ein bisschen Vergnügen.“ „Das Jugendamt informiert sie nicht“, sagte meine Frau, „aber vielleicht informiert sie das Gesundheitsamt“. „Wieso das ?“ fragte ich überrascht. „Vielleicht kommt so ein Psychiater und will deine geistige Gesundheit untersuchen. Was redest du dann mit dem Irrenarzt oder der Irrenärztin ?“ „Ach, das ist kein Problem für mich. Die sollen nur kommen. Ich werde zuerst was zu trinken anbieten, Wein, Bier oder auch Kaffee oder Tee, was sie halt wollen. Dann werde ich Kekse und Kuchen auftischen. Ja, und dann frage ich sie wie sie ihre Nacktparties gestalten“.