"I(s)ch hebb gelouhe.....................s´woar awä nur äh kloa Lie(s)ch."
(Ich habe gelogen..................s´war aber nur eine kleine Lüge.)
Erziehung zur Ehrlichkeit
Als Eldern vo Macko un Marie(s)che hebbe mä so moanche Probleme se zur Aufri(s)chti(s)chkeit un Ehrli(s)chkeit zu erziehe. De Macko lie(s)cht moan(s)chmoal wie gedruckt, zim Baspiel wenn er vertusche will, dassä wirrärmoal Ribbelkuche stibitzt hodd. Awä aach Marie(s)che is net ohne, es macht uf däm Klo ihr Geschäft un vergisst oaschließend mit Wassä zu spiele. Druf oagesproche behaaptet es doann, der Macko wärs gewäse. Mä misst was erfinne, vor däm se Respekt hobbe, wie zim Baaspiel de Weuhnoachtsmonn, der genaa waaß, wenn die Kinnä moal bees woarn. Zu erzähle, nach jedä Lie(s)ch wächst äh borsti(s)ch rotes Hoar am Oarsch, des doann ferchterli(s)ch kratzt, koann i(s)ch baam Macko nemmä mache, waal i(s)ch ihm scho gesoat hadd, dass des net stimmt.Awä viellaacht wär des äh Me(s)ch- li(s)chkeit fer annä Kinnä. Baa eufache Lie(s)che wachse rote Kratzhoarn, bei schlimme sogor griengäle. Un ir(s)chendwoann seun am Hinnern genaaso viel Hoarn wie uffem Kopp. Des is aach de Grund, worim die Leit net nacki(s)cht rimlaafe, doann dät nämli(s)ch jedä sehe, woas se fier Lie(s)chebeitel wärn. Meune Kinnä dähte viellaacht euwände, bei uns Eldern wärn doch aach keu Kratzhoarn am Hinnern. „Ja, doa seht ihr moal, wie ehrli(s)ch wir seun“, däht i(s)ch se doa ufklern. Es gäb aach Leit, die duhn die Kratzhoarn andauernd abschneide, ja se wern re(s)chelrächt abrasiert. Bei de Frisärn gibt’s sogor Hinnerzimmä, in dene spezielle Popporasierä die Hoarn entferne. Oaschließend wärn doann die Oarschbacke mit extra Krem eugeriebbe, damit mä net sofortt sieht, dass doa moal Hoarn woarn. Es is wie beinä kinstli(s)ch Glatz, bei der sieht mä ja aach an de graae Ferbung, dass doa normaläwaas Hoarn wachse dähte. Awä des nitzt nix, die Kratzborste erscheine immä wirrä. Unehrli(s)chkaat wird halt bestraft. Moanche Kinnä däte viellaacht noch euwände, doass am Nacktbade strand keun eunzigä nackte Bobbes Kratzhoarn hädde, aach keu graae Ferbung, die fier äh Rasur spräche däht. Un so viele Mensche, die noch nie gelooche häm...., des is doch net glaabhaft. „Mä wisse nadierli(s)ch net, wieviel Krem die benitzt häm“, lässt si(s)ch doa er- wirrern, „un viellaacht wird bei denne Leit de Hinnern zwaamoal am Daach rasiert“. Mä selwä gefiel sol(s)che Iwäle(s)chunge und truch se moal uf nä Filo- soferund in de Kneip vor. Klausi un aach de Heunä holten mi(s)ch awä sofodd in die Werkli(s)chkaat zurick. „Du willst also Ehrli(s)chkaat mit euner Lie- (s)chengeschichte den Kinnnern baabringe. Des is doch sofodd zum Schaatern verurtaalt, jedoch spätestens doann, wenn se nemmä droan glaabe“. Uf diesen Euwand hädd i(s)ch aach selwä kimme misse. Die Baade hodde Rächt. „Des Beste is fier die Kinnä ähn gutes Vorbild abzugäwe“, moante de Klausi,“was Anners gibst net“. Na ja, hebb i(s)ch innäli(s)ch zu mä gesoat, des is allerdings oft sä schwä, awä viellaacht sollte mä es mit de Ähziehung zur Ehrli(s)chkaat aach net iwädreiwe.
Übersetzung: Als Eltern von Marko und Mariechen haben wir so manche Probleme sie zur Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit zu erziehen. Der Marko lügt manchmal wie gedruckt, wenn er vertuschen will, dass er wieder mal Streuselkuchen stibitzt hat. Aber auch Mariechen ist nicht ohne, sie macht auf dem Klo ihr Geschäft und vergisst anschließend mit Wasser zu spülen. Darauf angesprochen, behauptet sie dann der Marko wärs gewesen. Man müsste was erfinden, wovor sie Respekt haben, z.B. wie der Weihnachtsmann, der genau weiß, wann sie mal böse waren. Zu erzählen, nach jeder Lüge wächst ein borstiges Haar am Arsch, das dann fürchterlich kratzt, kann ich beim Marko nicht mehr machen, weil ich ihm schon gesagt hatte, das dies nicht stimmt. Aber vielleicht wäre das eine Möglichkeit für andere Kinder. Bei einfachen Lügen wachsen rote Kratzhaare, bei schlimmen sogar grüngelbe. Und irgendwann sind am Hintern genauso viele Haare wie am Kopf. Das ist auch der Grund, warum die Leute nicht nackt rumlaufen, dann würde nämlich jeder sehen, was für Lügenbeutel sie wären. Meine Kinder würden vielleicht einwänden, bei uns Eltern wären doch auch keine Kratzhaare am Hintern. „Ja, da seht ihr mal wie ehrlich wir sind“, würde ich sie aufklären. Es gäbe auch Leute, die würden die Kratzhaare abschneiden, ja sie werden regelrecht abrasiert. Bei den Friseuren gibt es sogar Hinterzimmer, in denen spezielle Popporasierer die Haare entfernen. Anschließend werden dann die Arschbacken mit extra Kreme eingerieben , damit man nicht sofort sieht, dass da mal Haare waren. Es ist wie bei einer künstlichen Glatze, bei der sieht man auch an der grauen Färbung, dass da normalerweise Haare wachsen würden. Aber das nützt nichts, die Kratzborsten erscheinen immer wieder. Unehrlichkeit wird halt bestraft. Manche Kinder würden vielleicht einwänden, dass am Nacktbadestrand kein einziger nackte Popo Kratzhaare hätte, auch keine graue Färbung, die für eine Rasur spräche. Und so viele Menschen, die noch nie gelogen haben......das ist doch nicht glaubhaft. „Wir wissen natürlich nicht, wieviel Kreme die benutzt haben“, lässt sich da erwidern, „und vielleicht wird bei diesen Leuten der Hintern zweimal am Tag rasiert“. Mir gefielen solche Ünerlegungen und trug sie mal auf einer Filosofenrunde in der Kneipe vor. Klausi und auch der Heiner holten mich aber sofort in die Wirklichkeit zurück. „Du willst also Ehrlichkeit mit einer Lügengeschichte den Kindern beibringen. Das ist sofort zum Scheitern verurteilt, jedoch spätestens dann, wenn sie nicht mehr daran glauben“. Auf diesen Einwand hätte ich auch kommen müssen. Die Beiden hatten Recht. „Das Beste ist für die Kinder ein gutes Vorbild abzugeben“, meinte der Klausi, „was Anderes gibt’s nicht“. Na ja, hab ich innerlich zu mir gesagt, das ist allerdings oft sehr schwer, aber vielleicht sollte man es mit der Erziehung zur Ehrlichkeit auch nicht übertreiben.