Marie(s)che un Macko worn fer vier Daach bei Opa Willi un Oma Gertrud zu Besuch in eunäm kloa Dorff im Taunus. Widdä dehoam froate i(s)ch, de Schor(s)chi, die Zwaa: „Wie hodds eich gefalle? Väzählt moal!“ „Sä lusti(s)ch woars“, moante de Macko, „immä wenn de Willi si(s)ch an de Tisch hockte, hoddä gesoat: Da sitztä widdä, de gestresste Edelhä im middlere Alder. Des västeh i(s)ch net, wandt i(s)ch eu, Opa Willi, du bist doch scho oald un nemmä im middlere Alder. Des siehstde falsch, erwidderte de Opa, in Fronkrei(s)ch is äh Fraa hunnerdzwaaunzwanzi(s)ch woarn. Des haaßt: Wä Mensche kenne also hunnerdzwanzi(s)ch wern. Bis verzi(s)ch is mä also jung, zwische verzi(s)ch un oachtzi(s)ch im middlere Alder und erst iwä oachtzi(s)ch zählt mä doann zu de Äldere. Un i(s)ch selwä seun noch äh goanz kloa Ebbes unnä oachtzi(s)ch.“ „I(s)ch hebb de Opa gefroat, wo denn seun Schloss is, wenn er doch ähn Edelhä seun“, väzählte Marie(s)che, „er hodd gesoat, seu Edeltum wär innerlich. Die Oma Gertrud hodd gelästert: Du Willi, du babbelst oadauernd vom Edelhä, i(s)ch seh hier awä nur di(s)ch und die zwaa Kinnä“.
I(s)ch, de Schor(s)chi, mussde lache. „Un? Hebbtä noch woas erlebt?“ froate i(s)ch. "Jede Doach stromerte wä stunneloang im Woald rim“,sprudelte es aas Marie-(s)che raus, „es woar koa bissche loangwaali(s)ch. Newwe oanäm Himbelbusch haad de OpaWilli seu Hos un die Unnerhos runnergezooche,si(s)ch gebickt un mit dem nackte Oarsch ähn Brubbelche ins Groas plummse losse“. „Hoste des werkli(s)ch gesehe, wie de Opa gebrubbelt hodd?“ „Ja“, bestäti(s)chte Marie(s)che, „ich hebb mi(s)ch extra newwäm gestellt, um die Brubbelworst zu sehe. Es hodd ferchterli(s)ch gestunke.“ „I(s)ch hebbs a gesehe“, ergänzte de Macko, „vohä hoddä oan Doll..äh ähn Forz... noachäm annern losgedonnert. Des hodd a gestunke.“ „De Opa hodd jedes moal im Wald gebrubbelt“, platzte Marie(s)che doazwische, „i(s)ch selwst hebbs a heifi(s)cher gmacht. Des erste moal hodd woas gekrabbelt im Brubbelhaufe vom Opa, so ähn schwattzgäles Dier. Zuerst hebb i(s)ch geglaabt, es wär ausäm Popoloch vom Opa gekumme. Awä de Willi hodd gesoat, des wär ähn Feieäsalamander un die lebe im Wald. Er hodd ihn in die Hend genumme un im nahe Bach sauwä gespielt. Er rutschte doann aas un loag flach im Wassä“, lachte Mariechen. „Un du Marie(s)che host gans nasse Fieß un Striemp gehabbt“,erklärte Macko, er wollte net, dass mä si(s)ch iwä Opa lusti(s)ch macht, „des Wasser is in deu Gummistiefel gelaaafe, weil de a in tiefe Stelle neugehippt bist“. „An däm Daach seun mä a an ner Wies vobaakumme, wo alleweil viele Margritte bliehte“, sprudelte es aas Macko raus, „zum Opa hebbi(s)ch gesoat: Eun Blitz is dor(s)ch meun Hern gezuckt, awä koan Donnä fol(s)chte, sonnern äh sieß fleetend Engelsstimm: Macko duh fer deu lieb Oma Blumme roppe,die freit si(s)ch bestimmt. I(s)ch erinner mi(s)ch ganz genaa, weil de Opa Willi froate: Wohä hoste sol(s)che Sprich, meu Bu? I(s)ch antworttete ihm: So Sache hodd scho meun Babba, de Schor(s)chi, zu meunä Muddä geseiselt.“ I(s)ch, de Schor(s)chi, musste schmunzeln bei sol(s)che Wortte, „woar die Oma aach debei im Wald“, froate i(s)ch. „Ja, zwaamoal“, antworttete Marie(s)che, „se is a eunmoal mit de Bobbes in de Bach gefalle.“ „Des is doch net schlimm“, moante Macko, „iwri(s)chens, jede Doach hodds Ribbelkuche gegäwwe, i(s)ch konnt goar net genuch devo krieje.“ „Kenne mä jetz a in de Wald laafe?“ fraote Marie(s)che. „Warum denn jetzt, hodd des net Zeit?“ „Noa“ erwidderte des Mäd(s)che, „i(s)ch muss glei brubble un im Wald isses viel scheenä als uffäm Klo“. „De hebbtä ja viel gelernt bei Opa un Oma“,schaltete si(s)ch doa ma Fraa Lisett-(s)che eu, „de Macko waaß, dass mä vier Doach lang viel Ribbelkuche stoppe koann ohne kotze zu misse un Marie(s)che hodd die Erfahrung gmacht, dass mä statt uffäm Klo aach im Wald brubbeln un rabbeln koann. Zusammegfasst: Unsre zwaa Kinnä hebbe zur geisti(s)ch-kulturelle Entwicklung ähn gewalti(s)che Schritt noach vorn gdahn“.
Übersetzung: Mariechen und Marko waren für vier Tage bei Opa Willi und Oma Gertrud zu Besuch in einem kleinen Dorf im Taunus. Wieder daheim fragte ich, der Schor(s)chi, die Zwei: „Wie hat`s euch gefallen? Erzählt mal!“ „Sehr lustig war`s“, meinte der Marko, „immer wenn der Willi sich an den Tisch setzte, sagte er: Da sitzt er wieder, der gestresste Edelherr im mittleren Alter. Das versteh ich nicht, wandt ich ein, Opa Willi du bist doch schon alt und nicht mehr im mittleren Alter. Das siehst du falsch, erwiderte der Opa, in Frankreich ist eine Frau hundertzweiundzwanzig geworden. Das heißt: Wir Menschen können hundertzwanzig werden. Bis vierzig ist man also jung, zwischen vierzig und achtzig im mittleren Alter und erst über achtzig zählt man dann zu den Älteren. Und ich selbst bin noch ein ganz klein bisschen unter schtzig.“ „Ich hab den Opa gefragt, wo denn sein Schloss ist, er ist doch ein Edelherr“, erzählte Mariechen, „er hat gesagt sein Edeltum wäre innerlich. Die Oma Gertrud lästerte: Willi, du redest andauernd von einem Edelherrn, ich sehe hier aber nur dich und die zwei Kinder.“
Ich, der Schorschi, musste lachen. „Und, habt ihr noch was erlebt?“ „Jeden Tag stromerten wir stundenlang im Wald rum. Es war kein bisschen langweilig. Neben einem Himbeerbusch hatte der Opa seine Hose und die Unterhose runter gezogen, sich gebückt und mit dem nackten Arsch ein Brubbelchen (Scheißhäufchen) ins Gras plumbsen lassen.“ „Hast du das wirklich gesehen, wie der Opa gebrubbelt hat?“ „Ja“, bestätigte Mariechen, „ich habe mich extra neben ihn gestellt, um die Brubbelwurst zu sehen. Es hat fürchterlich gestunken.“ „Ich hab`s auch gesehen“, ergänzte der Marko, vorher hatte er einen Doll...äh Furz... nach dem anderen losgedonnert. Das stank auch. Dann war noch......... “ „Der Opa hatte jedesmal im Wald gebrubbelt“, platzte Mariechen dazwischen, „ich selbst hab`s auch häufiger gemacht. Das erste mal hat was gekrabbelt im Brubbelhaufen vom Opa, so ein schwarzgelbes Tier. Zuerst habe ich gelaubt, es wäre aus dem Popoloch vom Opa gekommen. Aber der Willi hat gesagt, das wäre ein Feuersalamander und die leben im Wald. Er hatte ihn in die Hände genommen und im nahen Bach sauber gespült. Willi rutschte dann aus und lag flach im Wasser“, lachte Mariechen. „Und du Mariechen hast gans nasse Füße und Strümpfe gehabt“, erklärte Marko, er wollte nicht, dass man sich über Opa lustig macht, „das Wasser ist in deine Gummistiefel gelaufen, weil du auch in tiefe Stellen rein gehüpft bist.“ „An dem Tag sind wir an einer Wiese vorbei gekommen, auf der viele Margeriten blühten“, sprudelte es aus Marko raus, „zum Opa habe ich gesagt: Ein Blitzt ist durch mein Gehirn gezuckt, aber kein Donner folgte, sondern eine süß flötende Engelstimme: Marko, pflücke für deine Oma Blumen! Die freut sich bestimmt. Ich erinnere mich ganz genau, weil der Opa mich fragte: Woher hast du solche Sprüche, mein Bub? Ich antwortete: So Sachen hat schon mein Pappa, der Schorschi, meiner Mutter gesäuselt.“ Ich, der Schor(s)chi, musste schmunzeln bei diesen Worten. „War die Oma auch dabei im Wald?“ fragte ich. „Ja, zweimal“, antwortete Mariechen, „sie ist auch einmal mit dem Hintern in den Bach gefallen.“ „Das ist doch nicht schlimm“, meinte Marko, „übrigens, jeden Tag gab`s Streuselkuchen. Ich konnte gar nicht genug davon kriegen.“ „Können wir jetzt auch in den Wald gehen?“ fragte Mariechen. „Warum denn jetzt? Hat das nicht Zeit?“ „Nein“, erwiderte das Mädchen, „ich muss gleich brubbeln. Und im Wald ist es viel schöner als auf dem Klo.“ „Da habt ihr ja viel gelernt bei Oma und Opa“, schaltete sich da meine Frau Lisettchen ein, „der Marko weiß, dass man vier Tage lang Streuselkuchen stopfen kann ohne zu kotzen und Mariechen hat die Erfahrung gemacht, dass man statt auf dem Klo auch im Wald brubbeln und rabbeln (pinkeln) kann. Zusammengefasst: Unsere zwei Kinder haben zur geistig-kulturellen Entwicklung einen gewaltigen Schritt nach vorn getan.“