Hessen und die Präastronautik

Uf unsä Filosoferund in de Kneip Zim weise Mondmoann hodde mä eunes oawnds ähn uugewehnli(s)ch Gast. S`woar die Fraa Soabin Scheewordde.  

De Klausi Vielreddnä un i(s)ch, de Schor(s)chi Schnabbelschnut, koannte die Päsoon, se woar ne Kleustoadd-Di(s)chtärin aas Bensem.

"Hebbdä schun gewusst", daht se unsä Väsoammlung euleite, "doass friehä moal Aaßäerdische Asdronaude uns Mensche besücht häm un sä wi(s)chdi(s)che Wei(s)chestellunge fer die Menschhaatageschi(s)cht gelä(s)cht hobbe?"

"Sowoas duhn viele Spinnä behaapte", oantworddete i(s)ch, "bewaase defier duht`s net gewwe."

Die Fraa woar uf meu Eißerung iwähaapt net belaadi(s)cht, jedefalls daht niemoand vo uns woas devo merke. Oascheunend wollte se doann uubedingt zei(s)che, doass ihr Noam, Soabin Scheewordde, glaa(s)zaadi(s)ch aach Progroamm seun, se oantworddete uf meu, net groad freindli(s)ch, Bemerkung mit eunä Versbastelei:

 

 

  "Brovoziern duh i(s)ch mi(s)ch goar net losse

schun goar net dor(s)ch sol(s)ch bleede Posse.

Die Woahrhaar wolle viele Leit net heern

sowoas duht nur ihr schli(s)cht Gedoanke steern.

Wä misse muudi(s)ch iwä de Delläroand gugge

un uns vo de Edablierte net ängstli(s)ch ducke."

Oabfälli(s)ch daht i(s)ch oabwinke. "Diese Spri(s)ch kenn i(s)ch. So babble die Pseidowisseschaftlä. Waal ihre oabaddi(s)che Behaaptunge si)s)ch net eudaadi(s)ch bewaase losse, finne se halt koa Oaäkennung , un des velli(s)ch zu rä(s)cht, un doa soage se halt, die sogenoannte edablierte Wisseschaftlä seun foandasielos, dähte oagäbli(s)ch nur in eugefoahrne Spurn krie(s)che....un so waatä un so fordd.  Awä losse mä sol(s)ch gemeune Wordde, Soabin.  Wie kimmsde uf so ne Idee mit de aaßäerdische Elljens, die uns Mensche vo Joahrdausende oagäbli(s)ch mit Gligg iwäschidd häm?"

"In Schina duht`s eun Volk gewwe, des glaabe duht, die Vofaahn seun aasäm Sirius-Kompleks mit Windschlidde, heit soage mä Raamschiffe, uf die Erd gekumme seun. Un sowaos muss doch eune real Grundloage hobbe, des koann mä si(s)ch net eufach aasäm Fingä sauge"; äeiferte si(s)ch die Kloastadd-Di(s)chtärin, "zumoal aach kreisrunde Steuplatte gefunne seun, die wo alles ähärdde. Des klingt doch sä iwäzei(s)chend. I(s)ch nämm net oa, des duhsde doch net lei(s)chne, newor?" .

Soabin guckte bessäwissäri(s)ch in die Rund, als wollte se jetz eun prickelnd Geheumnis väroate, "die weibli(s)che aaßäerdi(s)che Asdronaute hobbe de Dzopa-Männä scheene Aache zugeworffe un se väfiehrt. Des haaßt, se hobbe si(s)ch vo de dabbi(s)ch Urschineese schwängern losse. Eunes Daaches seun doann die Asdronaude väschwunne, häm awä ihrn Noachwuks in Schinä zurick gelosse. So isses koa Wunnä, doass die Schineese schun so frieh eune Hochkuldur geschaffe hobbe un eun Volk bildete mit so eunä grooß Bevelkerung."

"Devo hebb i(s)ch aach geläse", nickte i(s)ch, "hebb awä aach äfoahrn, doass des maaste nur äfunne seun, etwoa  des mit de Steuplatte,, also nur eune Foandasiegeschi(s)cht is un wie oan scheenes Baaspiel lei(s)chtet fer gekonnte Foabulierkunst, mä net."

"Hebb i(s)ch a geheert", musste Soabin zugewwe.  

"Ähli(s)ch gesoat, i(s)ch seun a net hunnerdbrozendi(s)ch si(s)chä, ob des werkli(s)ch stimme duht", moante se doann velli(s)ch iwäraschend, vo eunä Minut hodd se noch goans anners gebabbeltm "awä in Hesse hobbe Aaßäerdische beraats friehzaadi(s)ch uns mit seegensrei(s)che Werke begliggt."

"Des seun joa werkli(s)ch sä indresonte, neie Informaddsjoone", bedeili(s)chte si(s)ch Klausi oam Gebabbel, "bishä glaabte i(s)ch, die Urhesse hockte nur stumpsinni(s)ch in Ihre Heehle un Hitte rim wie eun Volk vo Dabbes, Deppe un Uhrumpels."

"Wie kimmsde nur uf so eune oabaddi(s)ch Fehreuschäddsung?" schiddelte die Fraa västännislos de Wersching, "vo de Hese stoamme sol(s)ch hochkuldurelle Fänomäne wie Hoandkees un Ebbelwoi. Sowoas konnte die Hesse uumeegli(s)ch eloa äfinne.     Doann kimmt noch hiezu: In Siedhesse seun besunners viele Dorff- un Kloastadd-Di(s)chtä zu finne, die wo unssre, noach Woahrhaat derstende Bevelkerung begligge."   

 

Übersetzung: Auf unserer Filosofenrunde in der Kneipe Zum weisen Mondmann hatten wir eines Abends einen ungewöhnlichen Gast. S`war die Frau Sabine Schöneworte. Der Klausi Vielredner und ich, der Schorschi Schnabbelschnut, kannten diese Person. Sie war  eine Kleinstadt-Dichterin aus Bensheim.

"Habt ihr schon gewusst", leutete sie unsere Versammlung ein, "dass früher mal außerirdische Astronauten uns Menschen besucht hatten und sehr wichtige Weichenstellungen für die Menschheitsgeschichte gelegt haben?"

"Sowas behaupten viele Spinner", antwordete ich, "Beweise dafür gibt es nicht."

Die Frau war durch meine Äußerung überhaupt nicht beleidigt, jedenfall merkte keiner von uns davon etwas.  Anscheinend wollte sie dann zeigen, dass ihr Name Sabine Schöneworte gleichzeitig auch Programm ist, sie antwortete auf meine, nicht gerade freundliche, Bemerkung mit einer Versbastelei:

Provozieren tu ich mich gar nicht lassen

schon gar nicht durch solche blöde Possen.

Die Wahrheit wollen viele Leute nicht hören

sowas könnte nur ihre schlicht Gedanken stören.

Wir müssen mutig über den Tellerrand gucken

und uns nicht von den Etablierten ängstlich ducken."

Abfällig winkte ich ab. "Diese Sprüche kenne ich. So schwätzen die Pseudo- wissenschftler. Weil ihre abartigen Behauptungen sich nicht eindeutig beweisen lassen, bekommen sie halt keine Anerkennung...und das völlig zu recht. Und da sagen sie eben die sogenannten etablierten Wissenschaftler wären fantasielos,

würden angeblich nur in eingefahrenen Spuren kriechen.....und so weiter und so fort. Aber lassen wir solche gemeinen Worte, Sabine.   Wie kommst du auf so eine Idee mit den außerirdischen Aliens, die uns Menschen vor Jahrtausenden angeblich mit Glück überschüttet hatten?"

"In China gibt es ein Volk, das glaubt, die Vorfahren seien aus dem Sirius-Komplex mit Windschlitten, heute sagen wir Raumschiffe, auf die Erde gekommen sind. Und sowas muss doch eine reale Grundlage haben, das kann man sich nicht einfach aus dem Finger saugen", ereiferte sich die Kleinstadt-Dichterin, "zumal auch kreisrunde Steinplatten gefunden wurden, die dies alles erhärten. Das klingt alles sehr überzeugend. Ich nehm an, das willst du nicht leugenen, nicht wahr?"

Sabine guckte besserwisserisch in die Runde als wollte sie jetzt ein prickelndes Geheimnis verraten. "Die weiblichen, außerirdischen Astronauten haben den Dzopa-Männern schöne Augen zugeworfen und sie verführt. Das heißt, sie haben sich von den tollpatschigen Urchinesen schwängern lassen. Eines Tages sind dann alle Astronauten verschwunden, ließen aber ihren Nachwuchs zurück. So ist es kein Wunder, dass die Chinesen schon so früh eine Hochlultur geschaffen hatten und ein Volk bildeten mit so einer großen Bevölkerung."

"Davom hab ich auch gelesen", nickte ich, "hab aber auch erfahren, dass das meiste darüber nur erfunden ist, wie etwa dasl das mit den Steinplatten,also nur eine Fantasiegeschichte  ist und wie ein schönes Beispiel für Fabulierkunst leuchtet, mehr nicht."

"Hab ich auch gehört", musste Sabine zugeben.

"Ehrlich gesagt, ich bin mir  auch nicht hundertprozentig sicher, ob das wirklich stimmt", meinte sie dann völlig überraschend, vor einer Minute sagte sie was ganz anderes, "aber in Hessen hatten Außerirdische bereits frühzeitig uns mit segensreichen Werken beglückt."

"Das sind ja wirklich sehr interessante, neue Informationen", beteiligte sich jetzt Klausi an unserem Gespräch, "bisher glaubte ich, die Urhessen waren nur ein Volk von ungeschickten Deppen und tollptschigen Trotteln."

"Wie kommst du nur auf so eine abartige Fehleinschätzung?" schüttelte die Frau verständnislos den Kopf, "von den Hessen stammen solche hochkulturellen Fänomäne wie Handkäse und Apfelwein. Sowas konnten die Hessen unmöglich alleine erfinden.      Dann kommt noch hinzu: In Südhessen wohnen besonders viele Dorf- und Kleinstadt-Dichter, die unsere nach Wahrheit dürstende Bevölkerung beglücken."