Klausi ist ein begnadeter Mehrfachkünstler, glaubt er (Video 37s)

                  weiter unten noch:Entschuldigung für die Bezeichnung Dummbatz

                                            Sterben üben, mit Kurzvideo 1m25s

                                            Tierbeobachtungen im Wald, mit Kurzvideo 1m24s


„I(ch seun vo de Muuse net nur bekisst, sunnern ri(s)chdi(s)ch oabgeschleckt worn“, väkindete Klausi Vielreddnä uf unsrä Filosoferund in de Kneip   Zim weise Mondmoann.

„Wie kimmsde zu so nä oabaddi(s)ch Uffassung, Klausi?“ froate i(s)ch speddi(s)ch un un kippte ähn kräfdi(s)che Schluck Bier in meu dorsdi(s)ch Kehl.

„Friehä, hebb i(s)ch ei(s)ch moal väzählt, dess i(s)ch vo hebb korze  Videos kiensdläri(s)ch zu kre..iern un die Zuschauä aach mit tiefgriendi(s)che Verse....ach woas...mit eißerst gelungene Gedi(s)chte zu begligge,“ dahtä uns ufklärn, „heit bin i(s)ch in de Loag ei(s)ch meu erst Werk diesä Add zu bräsendiern, i(s)ch hebb aach äksdra defier meun Lebbdobb mit gebroacht.“

„De Heunä hodd uns moal väzählt, doass de oald Siggi gesoat hädd, de Geeth wär nur oan hessi(s)che Posseversbastlä gewäse“, waff i(s)ch eu, „nadierli(s)ch hämmä des net besdädi(s)cht, un du, Klausi, hosd  däm besunners wirräsproche. I(s)ch will net hoffe, doass mä deu Werk in die Kadegorie  Posseversbasteleihe euorddne muss.“

„Des duht werkli(s)ch net zudreffe“, schiddelte Klausi ernst seun Deetz, „duht ei(s)ch des moal oagucke, ihr werd bestimmt geriehrt un ägriffe seun, doaasä mit sol(s)ch foandasdi(s)chä Hochkuldur begliggt werd.“

Klausi stellt seun Gerät uffen Kneipdisch so hie, doass wä vier annern Filosfe gut gucke konnte. Doann dahtä des Video oabspiele loasse.

 

„Des is mä doch gut gelunge, gell?“

Zufriede schmunzelnd lehnte si(s)ch unsä Schäff-Filosof un Dorffdi(s)chtä im Kneipestuhl zurick.

I(s)ch woar vo de foandasdi(s)ch Kwalidäht net so iwäzei(s)cht. „Mit Gezappel moansde wohl Doanse, nämm i(s(ch oa“, Klausi nickte, „mä is net bekoannt, doassde iwähaapt doanse duhst, obwohl deu Fraa, die Mietzi des gerne mache däht. Baa mä isses deselwe, I(s)ch hebb koa Lust dezu, awä Lisett(s)che machts gern. Also: Wie duhsde zur Uffassung kimme, wä liebe wild Gezappel?“

„Doass i(s)ch des net selwä duh, stimmt“, besdädi(s)chte Klausi, „des haaßt awä net, doass i(s)ch des  net gern hobb. I(s)ch duh nämli(s)ch mit viel Vägnie(s)che zugucke, wenn annern Leit si(s)ch Boa un Erm värenke.“

„Koann i(s)ch västehe“, musst i(s)ch zugewwe, „baa mä isses aach so.

Doa seun aach noch annern Punkte, die wo mä kridisiern koann, Klausi „, daht i(s)ch ägänse, „glaabsde werkli(s)ch wä geheern zur geisdi(s)ch Elite? Deu Gereumtes duht net defier spre(s)che. I(s)ch hebb ehä des Gefiehl, deu Werk is nur eune Oasammlung vo Trivijalidähte.“

„Du duhst zuviel äwadde, Schor(s)chi, net alleweil koan i(s)ch die Heehe un Tiefe de menschli(s)ch Äksistenz belei(s)chte.“

„Joa, des koannsde net“, froddselte i(s)ch, „moan(s)che  deunä geisdi(s)ch Ägisse geheern halt zur Kategorie Posseversbasteleihe, väbroche vo eunäm Dummbadds.“

Spätä daht loangsoam die Äkenntnis in meu Hern dringe, doass i(s)ch mit däm Wordd „Dummbadds“ doch ebbes zu waat gonge seun. Iwäflissi(s)chäwaas reumte i(s)ch noch:



Moan(s)chä glaabt, ä broduziert Hochkuldur

väkennt awä seu rä(s)cht bescheide Nadur.

Des Wäni(s)chste, woassä schafft is ähn Schadds

ä seun halt nur ähn bleed Dummbadds.“

Klausi deitete mit seun Griffel uf mi(s)ch un konterte:


  

Ä is ähn nergelnd Kwäruloant

des is in unsrä Rund bekoannt.

Lossten ruhi(s)ch bleed babble hier

mä drinke vägnie(s)cht unsä Bier.“

      (Andere Anekdoten, in denen Klausi Vielredner über, von ihm noch zu   schaffende, Videokunstwerke schwadroniert, sind u.a. Blätter fallen,   Blitze zucken   und  Regentropfen fallen)

Übersetzung: „Ich bin von der Muse nicht nur beküsst, sondern richtig abgeschleckt worden“, verkündete Klausi Vielredner auf unserer Filosofenrunde in der Kneipe  Zum weisen Mondmann.

„Wie kommst du zu so einer abartigen Auffassung, Klausi?“ fragte ich spöttisch und kippte einen kräftigen Schluck Bier durch meine durstige Kehle.

„Früher hab ich euch mal erzählt, dass ich vorhabe kurze Videos künstlerisch zu kre..ieren und die Zuschauer auch mit tiefgründigen...ach was...mit äußerst gelungenen Gedichten zu beglücken“, klärte er uns auf, „heute bin ich in der Lage euch mein erstes Werk dieser Art zu präsentieren, ich hab dafür auch extra meinen Laptop mit gebracht.“

„Der Heiner hatte uns mal berichtet, dass der alte Siggi gesagt hätte, der Goethe wäre nur ein hessischer Possenversbastler   gewesen“, warf ich ein, „natürlich bestätigten wir dies nicht und du, Klausi, hast dem besonders widersprochen. Ich will nicht hoffen, dass wir dein Werk in die Kategorie  Possenversbasteleien einordnen müssen.“

„Das trifft wirklich nicht zu“, schüttelte Klausi ernst seinen Kopf, „tut euch das mal angucken. Ihr werdet bestimmt gerührt und ergriffen sein, dass ihr mit solch phantastischer Hochkultur beglückt werdet.“

Klausi stellte sein Gerät auf den Kneipentisch so hin, dass wir vier anderen Filosofen gut gucken konnten. Dann ließ er das Video abspielen.

     

(hier die Übersetzung des 12-Zeilers im Video:)

Wir sind Kulturgenießer

nicht irgendwelche Spießer.

                                          

Wir lieben wild Gezappelund hessisches Gebabbel.Possen tun uns beglückenetwas Spaß stets entzücken.

Wir sind die geistige Elite

auf vielerlei Gebiete(n).

Nicht jeder tut auf uns hören

das tut uns überhaupt nicht stören.

Wir können dies nicht ändern

lasst uns in die Kneip` jetzt schlendern.

„Das ist mir doch gut gelungen, gell?“

Zufrieden schmunzelnd lehnte sich unser Chef-Filosof und Dorfdichter im Kneipenstuhl zurück.

Ich war von der phantastischen Qualität nicht so überzeugt. „Mit Gezappel meinst du wohl Tanzen, nehme ich an“, Klausi nickte, „mir ist nicht bekannt, dass du überhaupt tanzt, obwohl deine Frau, die Mietzi, das gerne machen würde. Bei mir ist es dasselbe, ich hab keine Lust dazu, aber Lisettchen macht `s gern. Also:

Wie kommst du zur Auffassung, wir lieben wildes Gezappel?“

„Dass ich das nicht selber mache, stimmt“, bestätigte Klausi, „das heißt aber nicht, dass ich das nicht gern habe. Ich gucke nämlich mit viel Vergnügen zu, wenn andere Leute sich Beine und Arme verrenken.“

„Kann ich verstehen“, musste ich zugeben, „bei mir ist es auch so.

Da sind noch andere Punkte, die man kritisieren kann, Klausi“, ergänzte ich, „glaubst du wirklich wir gehören zur geistigen Elite? Dein Gereimtes spricht nicht dafür. Ich hab eher das Gefühl, dein Werk ist nur eine Ansammlung von Trivialitäten.“

„Du erwartest zu viel, Schorschi, nicht immer kann ich die Höhen und Tiefen der menschlichen Existenz beleuchten.“

„Ja, das kannst du nicht“, frotzelte ich, „manche deiner geistigen Ergüsse gehören halt zu Kategorie Possen-

versbasteleien, verbrochen von einem Dummbatz.“

Später drang langsam die Erkenntnis in mein Hirn, mit dem Wort „Dummbatz“ etwas zu weit gegangen zu sein. Überflüssigerweise reimte ich noch:

Mancher glaubt, er produziert Hochkultur

verkennt aber seine recht bescheidene Natur.

Das wenigste, was er schafft, ist ein Schatz

er ist halt nur ein blöd` Dummbatz.

Klausi deutete mit seinem Finger auf mich und konterte:

Er ist ein nörgelnder Querulant

das ist in unsrer Runde bekannt.

Lasst ihn ruhig blöd reden hier

wir trinken vergnügt unser Bier.“


Entschuldigung für die Dummbatz-Bezeichnung


„Im Ordd hebb i(s)ch die Mietzi gedroffe“, soate Lisett(s)che zu mä, „baa eiä leddst Filosoferund mussde di(s)ch in de Worddwoahl joa ar(s)ch denewwe benumme hobbe, Schor(s)chi. Die Fraa vom Klausi hodd mä des väzählt, eiä Schäff-Filosof hodd si(s)ch dor(s)ch di(s)ch werkli(s)ch gedemiedi(s)cht gefiehlt.“

Ernst daht i(s)ch meun Kopp hie un hä bewä(s)che. „Diese Äkenntnis is inzwische aach in meun Hern gedrunge. In eunäm Reum, dä wo uf ihn gemienst woar, koam des Wordd Dummbadds vo.“

„Doa mussde di(s)ch awä baam Klausi enschuldige.“

„Werd i(s)ch mache“, daht i(s)ch väspre(s)che.    

So koams, doass i(s)ch baa de näkst Filosoferund väkindete: „Des woar net schee vo mä, di(s)ch als Dummbadds zu bezei(s)chne, Klausi.


  

Diesän Reum will i(s)ch als Enschulligung iwärei(s)che

di(s)ch nemmä middäm Dummbadds väglei(s)che.

Du bist unsä geddli(s)ch stroahlend Dorffdi(s)chtä 

wä annern degeje nur drieb flackernd Funzel-Li(s)chtä.“

Klausi grinste ebbes väschämt „Joa, i(s)ch waaß, moan(s)chmoal duht`s aach in meunäm Wersching bassiern, des geddli(s)ch stroahlend, gleißend helle Kienstläfeiä duht nur flackern orrä eune Wudds hodd dribbä gepinkelt un nur noch Rauchschwoade stei(s)che in de Himmel. Awä Rauch zuminnest seun immä doa baa mä.“

Doa druff musste mä erst moal Bier drinke.

„In meunäm Kreadivhern seun wirrä neie Krisdalle iwä Video-Kunstwerke enstoanne“, babbelte Klausi wirrä, „die misse awä erst noch reife un wakse, gladde Flä(s)ch krieje un schaffe Koante un Ecke. Wenn`s so weit ist, werd i(s)ch die ei(s)ch in unsrä Kneip bräsendiern.“

So rä(s)cht wusst i(s)ch net, woas i(s)ch vo diesä Oakindi(s)chung hoalte sollt. I(s)ch daht net glaabe, doass in die näkste Woche nun eun Fillhorn mit spriddsi(s)che, scheeniebegnoadete Kunstwerke iwä uns geschidd werd orrä ob des ehä als Hororrdrohung zu emfinne is. Na joa, hoffentli(s)ch werd`s net goans so schlimm.


 

Mä misse net alleweil des Schlimmste sehe

un wern aach eed Loangweil iwästehe.

Übersetzung; „Im Ort hab ich die Mietzi getroffen“, sagte Lisettchen zu mir, „bei euer letzten Filosofenrunde musst du dich in der Wortwahl arg daneben benommen haben, Schorschi. Die Frau vom Klausi hat mir das erzählt, euer Chef-Filosof hatte sich durch dich wirklich gedemütigt gefühlt.“

Ernst tat ich meinen Kopf hin und her bewegen. „Diese Erkenntnis ist inzwischen auch in mein Hirn gedrungen. In einem Reim, der auf ihn gemünzt war, kam das Wort Dummbatz vor.“

„Da musst du dich beim Klausi entschuldigen.“

„Werd ich machen“, versprach ich.

 

So kam`s, dass ich bei der nächsten Filosofenrunde verkündete: „Das war nicht schön von mir, dich als Dummbatz zu bezeichnen, Klausi.

Diesen Reim will ich als Entschuldigung überreichen

dich nicht mehr mit einem Dummbatz vergleichen.

Du bist unser göttlich strahlend` Dorfdichter

wir anderen dagegen nur trüb` flackernd Funzellichter.“

Klausi grinste etwas verschämt. „Ja, ich weiß, manchmal passiert es auch in meinem Kopf, das göttlich strahlende, gleißend helle Künstlerfeuer flackert nur oder ein Schwein hat drüber gepinkelt und nur noch Rauchschwaden steigen gen Himmel. Aber Rauch zumindest ist immer da bei mir.“

Darauf mussten erst mal Bier trinken.

„In meinem Kreativhirn sind wieder neue Kristalle über Video-Kunstwerke entstanden“, schwätzte <<klausi wieder, „die müssen erst noch reifen und wachsen, glatte Flächen kriegen und scharfe Kanten und Ecken. Wenn`s soweit ist, werde ich die in unserer Kneipe präsentieren.“

So recht wusste ich nicht, was ich von dieser Ankündigung halten sollte. Ich glaubte nicht,dass in den nächsten Wochen nun ein Füllhorn mit spitzigen, geniebegnadeten Kunstwerken über uns geschüttet wird

oder das eher als Horrordrohung zu empfinden ist. Ha ja, hoffentlich wird es nicht ganz so schlimm.

Wir müssen nicht immer das Schlimmste sehen

und werden auch öde Langeweil` überstehen,

Sterben üben


„Wie väsproche, koann i(s)ch ei(s)ch heit, liebe Filosofe, eun neies, groandijoos Videokunstwerk bräsendiern“, väkindete Klausi uns uf de Filosoferund. Seun Tonfall hodde woas Driumphoales oan si(s)ch, so als misste mä vo ägebenä Ähfor(s)cht in Gebetshaltung iwägehe un loang so väharre.

„Nadierli(s)ch hebb (s)ch meun Lebbdobb debaa, doamitä aach meu Maastäwunnäwerk gliggli(s)ch genieße kennt.“

Uf Zustimmung orrä Euwilli(s)chung dahtä net wadde. Ä daht des Video sofordd oabspiele.

„Dän erste Vers mit der Bagaa(s)ch, die wo nix zu erbe hodd, kenne mä beraats. Dän hosde uns schun friehä moal vogedraache, als du hier in de Kneip iwä Di(s)chtkunst gebabbelt host“, kridisierte i(s)ch, „alles is also net nei.“

„Stimmt“, nickte unsä Dorffdi(s)chtä, „allädings muss i(s)ch dezu soage, s` hodd noach wie vo seune hunnerdbrozendi(s)che Gildi(s)chkaat.“

„Muss i(s)ch zugewwe“, daht i(s)ch bestädi(s)che.

„Des is net wi(s)chdi(s)ch“, moante Babett(s)che, „de Inhoalt vom Video is rei(s)chli(s)ch makabä, fer ähn werkli(s)ch Sterbendä is des koan Drost. So oanä orrä oane fiehlt si(s)ch si(s)chä kräfdi(s)ch väuhzt.

Besunners doass des Schicksoal vom Opa dän Enkel nur indresiert, woannä endli(s)ch die Sunnebrill kriggt. I(s)ch glaab net, doass des im dahtsä(s)chli(s)che Alldaachsgeschehe iwähaapt vokumme duht.“

„Doa seun dä moal net so si(s)chä, Babett(s)che“, waff i(s)ch eu, „vo meunäm Seehn(s)che Macko daht i(s)ch beraats schun ähnli(s)che, väglei(s)chbaare Spri(s)ch heern.“

I(s)ch musste doann erst moal ähn Schluck Bier drinke. Doann: „Meun Bu hodd mä moal Folgendes gesoat: Du, Schor(s)chibaba, wenn du un Lisett(s)che dor(s)ch eun Audounfall teedli(s)ch väletzt werd, doann duhn wä zwa Kinnä, also i(s)ch un Marie(s)che, alle eire Gietä erbe, des Haus, des Audo, orrä woas devo iwwri(s)ch gebliwwe is un die Diern un viellaa(s)cht aach noch Geld uffen Konto.

So werds wohl seun, daht i(s)ch oantwordde.    Doa daht doch de Bu Folgendes moane: Die Hauptsach, des Haus un Geld, muss awä i(s)ch krieje, waal i(s)ch de Erstgeborne bin, Marie(s)che kriggt defier die Katz Berta un iwä unsre Hindin Trud(s)che wern Marie(s)che un i(s)ch uns noch euni(s)che.“

Übersetzung: „Wie versprochen, kann ich euch heute, liebe Filosofen, ein neues, grandiosen Videokunstwerk präsentieren“, verkündete Klausi auf der Filosofewnrunde. Sein Tonfall hatte was Triumphales ansich, so als müssten wir vor ergebener Ehrfurcht in Gebetshaltung übergehen und lange so verharren.  

„Selbstverständlich hab ich meinen Laptop dabei, damit ihr auch mein Meisterwunderwerk glücklich genießen könnt.“

Auf Zustimmung oder Einwilligung wartete er nicht. Er spielte sofort das Video ab.

      

Hier die Übersetzung des im Video Gesprochenen:

Eines Tages werd ich sterben

meine Bagage hat nichts zu erben        (Bagage hier: Verwandtschaft)

drück dann mein Arschloch nicht mehr zu

dann hat`s endlich friedlich Ruh.

                                                                    

Für`s Sterben muss ich schon etwas übenkann dabei liegen, was ich so liebe (auf hessisch reimt es sich richtig)So ne halb Stund`  bin ich mal totdas krieg ich hin auch ohne Not

Viel lieber würd` ich im richtgen Sarg liegen

anstatt mich mit meiner Furzkuhle begnügen             (Furzkuhle=Bett)

Doch eine entsprechend` Holzkist` ist mir zu teuer

die kostet weit mehr als 500 Eier. 

Opa: Ach, da kommt meine Bagage (Verwandtschaft).Nervt mich bloß nicht. Für mindestens eine halbe Stunde bin ich tot für euch.   Kind: Papa, wieso hat der Opa eine Unterhose auf dem Kopf und keine Mütze?  Vater: Der Opa ist halt geizkrank, eine Unterhose ist billiger.  Kind: Opa, wenn du demnächst richtig tot bist, dann krieg ich doch deine Sonnenbrille, gell? Die brauchst du ja dann nicht mehr.

„Den ersten Vers mit der Bagage, die nichts zu erben hat, kennen wir bereits. Den hast du uns schon

früher mal vorgetragen, als du hier in der Kneipe über Dichtkunst geredet hast“, kritisierte ich, „alles ist also nicht neu.“

„Stimmt“, nickte unser Dorfdichter, „allerdings muss ich dazu sagen, es hat nach wie vor seine 100-%ige Gültigkeit.“

„Muss ich zugeben“, bestätigte ich.

„Das ist nicht wichtig“, meinte Babettchen, „der Inhalt vom Video ist reichlich makaber, für einen wirklich Sterbenden ist das kein Trost. So einer oder eine fühlt sich sicher kräftig veruhzt (veralbert).

Besonders, dass das Schicksal vom Opa nur interessiert, wann er endlich die Sonnenbrille kriegt. Ich glaube nicht, dass dies im tatsächlichen Alltagsgeschehen überhaupt vorkommt.“

„Da sei dir mal nicht so sicher, Babettchen“, warf ich ein, „von meinem Söhnchen Marko bekam ich bereits schon ähnliche, vergleichbare Sprüche zu hören.“

Ich musste dann erst mal einen Schluck Bier trinken. Dann: „Mein Bub hatte mal Folgendes gesagt: Du, Schorschipapa, wenn du und Lisettchen durch einen tödlichen Autounfall verletzt werdet, dann werden wir zwei Kinder, also ich und Mariechen, alle eure Güter erben, das Haus, das Auto, oder was davon übrig geblieben ist, und die Tiere und vielleicht auch noch Geld auf dem Konto.

So wird es wohl sein, antwortete ich.      Da meinte der Bub doch Folgendes: Die Hauptsache, das Haus und Geld, muss aber ich kriegen, weil ich der Erstgeborene bin. Mariechen bekommt dafür die Katze Berta.und über unsere Hündin Trudchen werden Mariechen und ich uns noch einigen.“

 

Tiere beobachten im Wald

    

„Heit koann i(s)ch ei(s)ch,  liebe Filosofe, ähn neies Videokunstwerk bräsändiern. Es haaßt Diern beobachte im Woald . S` duht ähn oallgemeun Fänomän belei(s)chte, des wo si(s)chä viele kridi(s)che Leit bekoannt is.  Duht moal ufmerksoam zugucke un zuheern.“

   

Klausi, unsä Dorffkienstlä lehnte si(s)ch zufriede im Kneipestuhl zurick.

„Die Dierszene seun joa gut“, moante Babett(s)che, „awä, doass mä haaptsä(s)ch nur so oan stehende Moann mit eunäm Ferngloas vo de Visaa(s)ch gucke duht, find i(s)ch ebbes loangwaali(s)ch.“  

„Also, mä hodds gefalle“, lobte Heunä, unsä Koampfdrinkä, „de Wilddierfreind duht offensi(s)chtli(s)ch aach gern Bier drinke, Gut find i(s)ch aach, wie ä seu Faust balle duht zu einäm uusi(s)chtboare Bessäwissä, dä nur bleed kridisiern koann,  däm awä aach goans schlimme Fehlä unnälaufe.

Sol(s)ch uusimbaadi(s)che Zaatgenosse kenn i(s)ch zur Genie(s)che. Leddsdens wollt mä doch eunä mit velli(s)ch uubegrindete Wordde euredde Pungschdä Export-Bier seun ähn fer(s)chdäli(s)ch Geseff, geschmackli(s)ch viele Stufe niedri(s)chä als Appelweu.“

„Stimmt“, nickte i(s)ch, „woas net basst is allädings die Bemerkung middäm griebraune Häm. Im deunäm Video, Klausi, is des Häm vom Dierbeobachtä goar net zu sehe, nur seu gelb lei(s)chtend Jack.“

„Wirrämoal so ne peunli(s)ch bleedsinni(s)ch Kridigg vonnäm nergelnde Kwäruloante. Schor(s)chi. Ob mit dän uffälli(s)che Fabbe des Häm orrä die Jack beschriwwe werd, seun doch mä als uuwi(s)chdi(s)ch.

Bedeitend degeje is die Dahtsach, doass hier net nur woas vo Dierbeoachdunge zu gucke is, sunnern simbolisch eune werkli(s)ch dunkle Ei(s)chenschaft von gewisse Leit, nämli(s)ch die nervvi(s)che, sä frusdierende Bessäwisserei, korz un kienstläri(s)ch, belei(s)chtet werd..“

„Duhsde mi(s)ch zu sol(s)che Mitber(s)chä aach zähle, Klausi?“ froate i(s)ch grinsend.

„Moan(s)chmoal schun“, dahtä oantwordde,



Schor(s)chi, deu Kridigge seun bleedsinni(s)ch

se mach mi(s)ch net driebsinni(s)ch.

Bin sä zufriede mit meum Gedi(s)cht 

s`bringt in die Dunkelhaat viel Li(s)cht.

Na joa, i(s)ch des daht des Gereumte  als rei(s)chli(s)ch bombasdi(s)ch ufgebauscht  emfinne, behielt awä diese  Meunung fer mi(s)ch.

  

Übersetzung: „Heute kann ich euch, liebe Filosofen, ein neues Videokunstwerk präsentieren. Es heißt Tiere beobachten im Wald. Es beleuchtet ein allgemeines Phänomen, das vielen kritischen Leuten bekannt ist. Tut mal aufmerksam zugucken und hören.“

Klausi, unser Dorfdichter lehnte sich zufrieden im Kneipenstuhl zurück.

„Die Tierszenen sind ja gut“, meinte Babettchen, „aber, dass man hauptsächlich nur so einen stehenden Mann mit dem Fernglas vor dem Gesicht sieht, finde ich etwas langweilig.“

„Also, mir hat es gefallen“, lobte Heiner, unser Kampftrinker, „der Wildtierfreund trinkt offensichtlich auch gerne Bier. Gut finde ich auch wie er seine Faust ballt zu einem unsichtbaren Besserwisser, der nur blöde kritisieren kann, dem aber auch ganz schlimme Fehler unterlaufen.

Solche unsympathischen Zeitgenossen kenne ich zur Genüge. Letztens wollte doch einer mit völlig unbegründeten Worten mir einreden Pfungstädter Exportbier wäre ein fürchterliches Gesöff, geschmacklich viele Stufen niedriger als Apfelwein.“

„Stimmt“, nickte ich, „was nicht passt ist allerdings die Bemerkung mit dem grünbraunen Hemd. In deinem Video, Klausi, ist das Hemd vom Tierbeobachter gar nicht zu sehen, sondern nur seine gelb leuchtende Jacke.“

„Wieder einmal so eine peilich blödsinnige Kritik von einem nörgelnden Querulanten, Schorschi. Ob mit den auffälligen Farben das Hemd oder die Jacke beschrieben wird, ist doch mehr als unwichtig. Bedeutend dagegen ist die Tatsache, dass hier nicht nur was von Tierbeobachtungen zu sehen ist, sondern symbolisch eine wirklich dunkle Eigenschaft von gewissen Leuten, nämlich die nervige, sehr frustrierende Besserwisserei kurz und künstlerisch beleuchtet wird.“

„Zählst du mich auch zu solchen Mitbürgern, Klausi?“ fragte ich grinsend.

„Manchmal schon“, antwortete er,

Schorschi, deine Kritiken sind blödsinnig

sie machen mich nicht trübsinnig.

Bin sehr zufrieden mit meinem Gedicht 

es bringt in die Dunkelheit viel Licht.“

Na ja, ich empfand dies Gereimte als reichlich bombastisch aufgebauscht, behielt diese Meinung aber für mich.