Offenbach, Deutscher Wetterdienst


Friehä hodde mä Stoammfilosoofe schun die Bekoanntschaft mit däm zeh Joahrn jingere Briedä(s)che vom Klausi gemoacht. Ä daht baam Deitsche Weddädienst, baa de oberst Bundesbeherd iwä Weddäufzei(s)chnunge, schaffe. Ä hodde beraats iwä de Klimäwäksel de neiere Zaat gebabbelt, doass mä in Zukunft viellaa(s)cht nemmä iwä Wintä spre(s)che, sunnern nur iwä Woarmpause.

Diesä besoagte Moann woar wirrä moal baa uns in de Kneip  Zim weise Mondmoann.

„Im Kinnägadde in Hanau, dordd wo meun fast finfjähri(s)chä Buh is, hebb i(s)ch ä lusdi(s)ch Geschi(s)cht geheert“, begoann ä zu redde, „des Mäks(s)che hodd de Äziehärinne väzahlt, i(s)ch, also seun Vaddä, däht innäm grooße Haus arweide un wä mache dordd des Weddä fer Deitschloand.

Alsä moal Schtreid mit däm glei(s)chaldri(s)che Svenni hodde, schimpte ä  Des väzähl i(s)ch meunäm Babba, wie gemeun du bist,ä werd iwä eiä Haas hinkeleiägrooße Hoagelklumpe aas de Wolke falle loasse, dezu noch ähn gewaldi(s)che Storm. Des Dach werd kaputt gehe un die Fenstäscheibe klirre.“   

„Hosde deun Kinn ufgeklärt, doass niemoand, aach eiä Beheerd, koa Wedda mache kennt, sunnern nur ufzei(s)chne?“ froate i(s)ch.

„I(s)ch hebbs väsucht, ob de Buh des so ri(s)chdi(s)ch västoanne hodd, waaß i(s)ch net.

Viellaa(s)cht werd des eunes Daaches meegli(s)ch seun, des Weddä mache moan i(s)ch. Ob des allädings ähn Seege fer die Menschhaat doastelle werd, is mä als froagli(s)ch, wenn i(s)ch bedenk wel(s)ch kinni(s)ch Schtraadi(s)chkaate aach baa Äwaksne in denne ihre Herne wilde Posse dreiwe. Zim Baaspiel zwische de Froankforddä un de Offebe(s)chä Leit. Es kennte doann bassiern, im Boankevertel un uffen Weltflughoafe falle riesi(s)che Menge oan straußeiägrooße Hoagelklumpe krachend niedä un in Offebach duhn  die Mensche vägnie(s)cht  in de wärmend Sunn leihe.“

„Woas mi(s)ch wunnerd,“ moante jedds seun Brure, de Klausi also, „wieso Offebach net eugemeindet ist in Froankfordd un immä noch äh selwstänni(s)ch Stadt seun. Woas Froankfordd oam Moa is un bedeite duht, waas jedä in Deitschloand, mit Offebach degeje wisse viele Leit aaßähalb vo Hesse nix oazufoange.“

„Iwä dies Thema waaß i(s)ch aach nix Genaues,“ soate unsä Gast schuldäzuckend, „die Froankforddä Ber(s)chä gucke moan(s)chmoal ebbes runnä zu de Mensche vo de Noachboarstadt un moane, annern Gemeunde reiße si(s)ch derim endli(s)ch zu de Moa-Metropool zu geheern, die Offebe(s)chä ziert halt nur eune bescheidene Intelligens, folgern se.

Die Offbe(s)chä wirrärim bleeke, genaa so bleed, die Froankforddä seun arrogoant un moane mit Geld kennt mä alles kaafe...... awä net uns.

Mit de gennähaft Hilf vo meunäm grooße Brure“, ä daht uf Klausi deite, „hebb i(s)ch folgende Reum gebastelt:



Wä Offebe(s)chä misse die Froankforddä liebe

un des Geschenke aasdeile fer se noch iebe.

Froankforddä Buhwe un Mäd(s)chä seun die scheenste dä Welt

net nur, awä aach, waal se väwoalte goans lieb unsä Geld.

Aach sollte mä se mit zärddli(s)ch Wordde iwäschidde

egoal ob se läwe in Prunkville orrä bescheidne Hitte..“

„Des heert si(s)ch ar(s)ch geschleumt oa“, bemerkte Heunä, unsä Koampfdrinkä.

„Stimmt, falls die Weltber(s)chä diesä Stadt immä noch arrogoant bleiwe sollte, krieje se folgend Vers oan de Kopp geworffe:



Froankforddä Ber(s)chä seun oabaddi(s)ch, widdäli(s)ch

schreckli(s)che Monstäwäse, fer(s)chdäli(s)ch.

Mä wern denne koan eunzi(s)ch Eiro spende

mit viel Geld kenne die uns aach net blende.“

„Sol(s)ch bees Wordde sollt mä aach net aasäm Meil(s)(che spucke“, woar meun Kommendaar zu diesäm Vierzeilä, „da darff si(s)ch niemoand wunnern, wenn sowoas in schmerzzhafte Prieheleihe aasardde duht.“

Klausi, unsä Schäff-Filosoof un Dorffdi(s)chtä schrieb woas uf eunäm Zettel. „Duht moal lausche, Filosoofe, i(s)ch moan des kennt die Wooge schli(s)chte:



Seud addi(s)ch zueunannä, duht ei(s)ch net schdreide

beese  Wordde duht ewwefalls vämeide.

Ihr braacht ei(s)ch joa net kisse un liebe

duht vähinnern Prieheleihe un Hiebe.

Übersetzung: Früher hatten wir Stammfilosoofen schon die Bekanntschaft mit dem zehn Jahre jüngerem Brüderchen vom Klausi gemacht. Er arbeitet beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach, der obersten Bundesbehörde für Wetteraufzeichnungen in Deutschland. Er hatte bereits über den Klimawandel der neueren Zeit geredet, dass wir in Zukunft vielleicht nicht mehr über Winter sprechen, sondern nur noch über Warmpausen.

Dieser besagte Mann war wieder einmal in unserer Kneipe Zum weisen Mondmann.

„Im Kindergarten in Hanau, dort wo mein fast fünfjähriger Bub ist, habe ich eine lustige Geschichte gehört“, begann er zu reden, „das Mäxchen hat den Erzieherinnen erzählt, ich, also sein Vater, würde in einem großen Haus arbeiten und wir machen dort das Wetter für Deutschland.

Als er mal Streit mit dem gleichaltrigen Svenni hatte, schimpfte es  Das sag ich meinem Papa, wie gemein du bist. Er wird über eurem Haus hühnereiergroße Hagelklumpen aus den Wolken fallen lassen, dazu noch einen gewaltigen Sturm. Das Dach wird kaputt gehen und die Fensterscheiben klirren.“

„Hast du dein Kind aufgeklärt, dass niemand, auch eure Behörde, kein Wetter machen kann, sondern nur aufzeichnen ?“ fragte ich.

„Ich hab`s versucht. Ob der Bub das so richtig verstanden hat, weiß ich nicht.

Vielleicht wird dies eines Tages möglich sein, das Wetter machen meine ich. Ob dies allerdings einen Seege für die Menschheit darstellen wird, ist mehr als fraglich, wenn ich bedenke welche kindischen Streitigkeiten auch bei Erwachsenen in denen ihren Hirnen wilde Possen treiben. Zum Beispiel zwischen den Frankfurtern und den Offenbachern Menschen. Es könnte dann passieren, im Bankenviertel und auf dem Weltflughafen fallen krachend riesige Mengen an straußeneiergroßen Hagelklumpen nieder und in Offenbach liegen die Menschen vergnügt in der wärmenden Sonne.“

„Was mich wundert“, meinte jetzt sein Bruder, der Klausi also, „wieso Offenbach nicht eingemeindet ist in Frankfurt und noch immer eine selbständige Stadt ist. Was Frankfurt am Main ist und bedeutet weiß jeder in Deutschland, mit Offenbach dagegen wissen viele Leute außerhalb von Hessen nichts anzufangen.“

„Über dieses Thema weiß ich auch nichts Genaues“, sagte unser Gast schulterzuckend, „die Frankfurter Bürger gucken manchmal etwas runter zu den Menschen ihrer Nachbarstadt und meinen, andere Gemeinden würden sich darum reißen endlich zur Mainmetropole zu gehören, die Offenbacherner ziert halt nur eine bescheidene Intelligenz, folgern sie.

Die Offenbacherner widerum blöken, genauso blöd, die Frankfurter sind arrogant und meinen mit Geld könnte man alles kaufen.....aber nicht uns.

Mit der gönnerhaften Hilfe von meinem großen Bruder“, er deutete auf Klausi, „hab ich folgenden Reim gebastelt:

Wir Offenbächer müssen die Frankfurter lieben

das Geschenke austeilen müssen wir für sie noch üben.

Die Frankfurter Jungen und Mädchen sind die schönsten der Welt

nicht nur, aber auch, weil sie verwalten ganz lieb unser Geld.

Auch sollten wir sie mit zärtlichen Worten überschütten

egal ob sie leben in Prunkvillen oder bescheidenen Hütten.“

Das hört sich sehr geschleimt an“, bemerkte Heiner, unser Kampftrinker.

„Stimmt, falls die Weltbürger dieser Stadt immer noch arrogant bleiben sollten, kriegen sie folgenden Vers an den Kopf geworfen:

Frankfurter Bürger sind abartig, widerlich

schreckliche Monsterwesen, fürchterlich.

Wir werden denen keinen einzigen Euro spenden

mit viel Geld können die uns auch nicht blenden.

„Solche bösen Worte sollte man auch nicht aus dem Mäulchen spucken“, war mein Kommentar zu diesem Vierzeiler, „da darf sich niemand wundern, wenn so was in schmerzhaften Prügeleien ausartet.“

Klausi, unser Chef-Filosof und Dorfdichter, schrieb was auf einem Zettel. „Hört mal zu, Filosofen, ich meine dies könnte die Wogen schlichten:

Seid artig zueinander, tut euch nicht streiten

böse Worte tut ebenfalls vermeiden.

Ihr braucht euch nicht küssen und lieben

tut verhindern Prügeleien und Hiebe.“ (auf hessisch reimt es sich richtig)