De Unnägoang des Oabendloandes seun mä worscht.  (Der Untergang des Abendlandes ist mit egal)

 

Untergang des Abendlandes 

 

 

Des Oabendloand geht unnä“, jammerte Ludwi(s)ch, „in Froankreich wern bestimmt dämnächst große Gebiete unnä Wassä stehe, in Holland un Norddeitschloand aach.“

Die Filosofe, un dezu zähle mä uns ja aach, verstehe derunnä woas anneres“, klärte Klausi den Hannebambel uf.

So? Woas doann?“ froate Heunä. 

Die moane kuldurell un viellaacht aach wertschaftli(s)ch geht`s mit uns de Bach nunnä un annern Velkä duhn uns iwäflie(s)chele. Zim Baaspiel die Schineese un er(s)chendwoann aach die Indä.“

I(s)ch hebb koa Bedenke, doass mä velli(s)ch unnägebuddert wern“,beruhi(s)chte i(s)ch die

Annern, „oan paar Sache wern si(s)ch allerdings schun ännern. Zim normoale Essbesteck wie Messä, Gawwel un Leffel kimme halt noch Ess-Stäb(s)chä hiezu. Des seun doch werkli(s)ch eune gewaldi(s)ch kuldurell Berei(s)cherung.“

Wieso denn des? Ess-Stäb(s)chä seun doch umstänn-li(s)ch“, soate Ludwi(s)ch zwaafelhaft.

Oh doch, Ludwi(s)ch“, begoann i(s)chän ufzuklärn, „mit denne dinne Stäb(s)che lässt si(s)ch prima in de Noas bohrn un die Popel raaspuhle. Mit Messä un Gawwel geht des net.“

Iih, des seun joa ekli(s)ch“, entristete si(s)ch Babett(s)che.

Doamit des net jedä sofordd sehe duht“, väklärte i(s)ch, „misst mäwirrä die Fä(s)chä eufiehrn.

I(s)ch moan die gefaltete Babier-Stoff-Dingä, mit denne si(s)ch friehä die Oadli(s)che, awä aach annern Leit, oagäbli(s)ch kiehle Luft zugefä(s)chert hobbe. Des mit de Frischluft woar nadierli(s)ch nur vogedeischt, in Werkli(s)ch- kaat wollte se net, doass annern Dischgenosse  sehe konnte wie se  mit de Fingä vo de zwaat Hoand im Meil(s)che zwische de Zähn un in de Noasele(s)chä rimgewerkelt häm.“

Moansde des werkli(s)ch ernst, Hä Schor(s)chi Schnabbelschnut?“ froate Babett(s)che un grinste.

Awä si(s)chä, Fraa Babett(s)che Edeldoam“, nickte i(s)ch, „aaßädäm bringt des neie Me(s)chli(s)chkaate fer die Kneipekuldur.“

Des musste ebbes nähä väklärn, Schor(s)chi“, forderte Klausi, unsä Schäff-Filosof, mi(s)ch uf.

Gern“,daht i(s)ch antwordde, „also, des seun so. Äh wi(s)chdi(s)ch Bestoandtaal unres Kneipeläwens seun doch die Bierdeckel. Net nur fer de Wert, sunnern aach fer uns. Wä kenne doamit schee spiele ,Bierdeckelheischä baue, zim Baaspiel. Un die Gäst mit kräfti(s)cheFingä, dor(s)chbohrn

soon Babbdeckel mit einäm gezielte vogestreckte Zei(s)chefingä.  Wenn jetz noch soon Gefäß mit

Essstäb(s)chä uffen Disch dezu kimmt, wern die Spielme(s)chli(s)chkaate gewaldi(s)ch äwaatert.

Mäkoann zim Baaspiel die Stäb(s)chä dor(s)ch oan Bierdeckel ste(s)cheun schun hobbe mä neie

Bauelelement.Un die Fingäkraftsportlä  iebe Ess-Stäb(s)chä dor(s)ch Bierdeckel zu bohrn.“

Foandoasdische Aassi(s)chte“, witzelte Klausi.

Awä viellaacht hämmä doann koa Bier un noch schlimmä koan Ebbelweu mä“, jammerte Ludwi(s)ch äneit ängstli(s)ch.

Die Schinese un die Indä broduziern aach Bier un Ebbelweu“,beruhi(s)chte i(s)ch dän Oangsthoas,„un se drinke des aach.“

Also,alles halb so schlimm“, moante Klausi,

                      „aach wenn die Schineese hocke hier

                       drinke mä alleweil unsä kestli(s)ch Bier.“

Übersetzung:„Das Abendland geht unter“, jammerte Ludwig, „in Frankreic hwerden demnächst bestimmt große Gebiete unter Wasser stehen, in Holland und Norddeutschland auch.“

Die Filosofen, dazu zählen wir uns auch, verstehen darunter was anderes“, klärte Klausi den Hannebambel (Jammerfritzen) auf.

So? Was denn?“ fragte Heiner.

Die meinen kulturell und vielleicht auch wirtschaftlich geht`s mit uns den Bach runter und andere Völker überflügeln uns, zum Beispiel die Chinesen und später auch die Inder.“

Ich habe keine Bedenken, dass wir untergebuttert werden“, beruhigte ich die Anderen, „ein paar Sachen werden sich allerdings schon ändern. Zum normalen Essbesteck wi eMesser, Gabel und Löffel kommen halt noch Ess-Stäbchen hinzu. Das ist doch wirklich eine gewaltig kulturelle Be-

reicherung.“

Wieso denn das? Ess-Stäbchen sind doch umständlich“, sagte Ludwig zweifelelhaft.

Oh doch, Ludwig“, begann ich ihn aufzuklären, „mit den dünnen Stäbchen lässt sich prima in der Nase bohren und die Popel rauspulen. Mit Messer und Gabel geht das nicht.“

Iih, das ist ja eklig“, entrüstete sich Babbettchen.

Damit das nicht jeder sofort sieht“, klärte ich auf, „müsste man wieder die Fächer einführen. Ich meine die gefalteten Papier-Stoff-Dinger, mit denen sich früher die Adligen, aber auch andere Leute angeblich kühle Luft zugefächert haben. Das mit der Frischluft war natürlich nur vorgetäuscht, in Wirklichkeit wollten sie nicht, dass andere Tischgenossen sehen konnten wie sie  mit den Fingern der zweiten Hand im Mäulchen zwischen den Zähnen und in den Nasenlöchern

rum gewerkelt haben.“

Meinst du das wirklich ernst, Herr Schorschi Schnabbelschnut?“ fragte Babettchen grinsend.

Aber sicher, Frau Babettchen Edeldame“, nickte ich, „außerdem bringt das neue Möglichkeiten für die Kneipenkultur.“

Das musst du etwas näher erklären, Schorschi“, forderte Klausi, unser Chef-Filosof, mich auf.

Gern.Also, das ist so. Ein wichtiger Bestandteil unseres Kneipenlebens sind Bierdeckel. Nicht nur für den Wirt, sondern auch für uns. Wir können damit schön spielen,Bierdeckelhäuschen bauen, zum Beispiel. Und die Gäste mit kräftigen Fingern durchbohren so einen Pappdeckel mit einem gezielten,vorgestreckten Zeigefinger. Wenn jetz noch ein Gefäß mit Ess-Stäbchen auf dem Tisch

hinzukommt,werden die Spielmöglichkeiten gewaltig erweitert. Man kann die Stäbchen zum Beispiel durch einen Bierdeckel stechen und schon haben wir neue Bauelemente. Und die Fingerkraftsportler üben  Ess-Stäbchen durch Bierdeckel zu bohren.“

Fantastische Aussichten“, witzelte Klausi.

Abe rvielleicht haben wir dann kein Bier oder, schlimmer noch, keinen Apfelwein mehr“, jammerte Ludwig erneut ängstlich.

Die Chinesen und Inder produzieren auch Bier und Apfelwein“,beruhigte ich den Angsthasen,

und sie trinken das auch.“

Also,alles halb so schlimm“, meinte Klausi,

                                „auch wenn die Chinesen sitzen hier

                                 wir trinken immer unser köstlich Bier.“