Die Woarmpaus soll zu Enne gehen

i(s)ch will net gern im Koalde stehn  (Die Warmpause soll zu Ende gehen, ich will nicht gern imKalten stehn)

Warmpause

Unten auf dieser Seite noch die Versbastelei  Sommer 

 

Wä wohne in eunä Gejend vo Deitschloand, die wo besunners mildes Wettä uns bescheern duht: Woarme,  ja haaße Summä un milde Wintä mit weni(s)ch orrä goar koan Schnee.

De Brure vo Klausi daht ufäm Wettäoamt Offebach arweide. Ä soate,alsä moal zu Besuch in Juräm woar uf de Filosoferund: „Uf de Fareer rejent es des goanze Joahr. Wenn´s doa moal net rejne duht, spreche die Leit vo oanä Rejepaus un moan(s)che befierwordde oan sol(s)ch seltene Daache die Kinnä schulfrei zu gewwe, doamit se de scheene Stunne  a genieße kenne.“

Vämutli(s)ch hädd i(s)ch des mit de Fareer, äh Inselgrupp nerdli(s)ch vo Schottloand, schun wirrä längst vägesse, wennä net noch woas annners gesoat hädde.

S´ werd immä wärmä wern“, informierte ä uns, „un hier an de Bergstroß erst rä(s)cht. Schnee wird hier eune Seltenhaat seun un Frostemperaturn a. Demnächst wern wä doa nemmä vonä Kältperiod spreche, sunnern nur noch vonä Woarmpaus.“

                                       In eunämJoahr hadde wä wiirämoal so eune Woarmpaus end Januar. Oam Sundaach stromerte i(s)ch mit Trude, unsä Hindin, im Woald rim, noachdäm wä   oam Blaahe Haas in Juräm vobaa gelaafe seun, oan däm awä nur ebbes blaa woar.

Fer Bergsträßä Verhältniss woar´s knacki(s)ch kalt, so um null Groad, viellacht aach minus eun orrä zwa Groad.  I(s)ch woar eloa unnäwegs, meune väwaa(s)chli(s)cht Familie wollt si(s)ch de sibiri(s)ch Kält net aassetze.

Als i(s)ch zurick koam, woar i(s)ch dor(s)chgefrorn.

Duh di(s)ch in die woarm Stubb hocke“, begrießte mi(s)ch Lisett(s)che,ma Fraa,oan de Haasdier „du seun ja eisi(s)ch. Uffen Disch seun Krebbel. I(s)ch beraat dä ähn schwaddse, haaße Tee dezu, doamit meu Knuddel- Männleun wirrä lebendi(s)ch werd un wirrä neie, debbe Vers boastle kann.“

Des foand i(s)ch iwähaapt net freindlich vo Lisett(s)che, des mit de debbe Vers, un guckte ebbes belaadi(s)cht.

Ma Fraa musste meu Stimmung gemerkt hobbe. Als i(s)ch doann Krebbel fudderte un Tee schlerfte, soate se:

Naja, moanchmoal seun deu Vers aach lusdi(s)ch.“

Un:                   

 

 

  „Doa hocktä un säuft schwaddse Tee,

draaße fällt de erste Schnee.“   

 

 

Übersetzung: Wir wohnen in einer Gegend von Deutschland, die uns besonders mildes Wetter beschert: Warme, ja heiße Sommer und milde Winter mit wenig oder gar keinen Schnee. 

Der Bruder vom Klausi arbeitetete im Wetteramt Offenbach. Er sagte, als er mal zu Besuch in Jugenheim war auf der Filosofenrunde: „Auf den Farör regnet es das ganze Jahr. Wenn´s da mal nicht regnet, sprechen die Leute von einer Regenpause und manche befürworten an solchen seltenen Tagen den Kindern schulfrei zu geben, damit sie die schönen Stunden auch genießen können.        Vermutlich hätte ich das mit den Farör, einer Inselgruppe nördlich von Schottland,

schon wieder längst vergessen, wenn er nicht noch was anderes gesagt hätte.

Es wird immer wärmer werden“, informierte er uns, „und hier an der Bergstraße erst recht.

Schnee wird hier eine Seltenheit sein und Frosttemperaturen ebenfalls. Demnächst werden wir dann nicht mehr von einer Kälteperiode sprechen, sondern nur noch von einer Wärmepause.“

                                            In einem Jahr hatten wir wieder einmal so eine Wärmepause Ende Januar. Ich stromerte mit Trude, unserer Hündin, im Wald rum, nachdem wiram Blauen Haus in Jugenheim vorbei gegangen waren, an dem aber nur etwas blau war.

Für Bergsträßer Verhältnisse war´s knackig kalt, so um null Grad,vielleicht auch minus ein oder zwei Grad. Ich war allein unterwegs, meine verweichlichte Familie wollte sich der sibirischen Kälte nicht aussetzen.

        Als ich zurückkam, war ich durchgefroren.

Setz dich in die warme Stube (Zimmer)“,begrüßte mich Lisettchen, meine Frau, an der Haustür, „du bist ja eisig. Auf dem Tisch sind Krebbel (Berliner).Ich bereite dir einen schwarzen, heißen Tee dazu, damit mein Knuddel-Männlein wieder lebendig wird und wieder neue, deppe Verse basteln kann.“

Das fand ich überhaupt nicht freundlich von Lisettchen, das mit den deppen Versen, und guckte etwas beleidigt.

Meine Frau musste meine Stimmung gemerkt haben. Als ich dann Krebbel(Berliner)futterte und Tee schlürfte, sagte sie:

Na,ja, manchmal sind deine Verse auch lustig.“

Und:

                   „ Da sitzt er und trinkt schwarzen Tee,

                    draußen fällt der erste Schnee:“   

 

 

Sommer

Im Summä duhn mä dor(s)ch die Gejend flitze

un net in de sticki(s)ch Wohnstubb sitze

mit offne Fenstä in de Edelkutsche

duhn Vanille-, Schoko-, Erbeleis lutsche.

 

Allädings misse mä sä oft schwitze

wolle liebä im kiehle Schadde sitze.

Dauähitz lässt Kehl un Nadur drocke mache

Toalsperrn wern lä un annern Sache.

 

Viele Oalde, Kroanke sterwe wie die Fliege

reihe si(s)ch eu in die Oahneriege.

So schee un doll un doll seun goar net de Summä

ä bringt uns Leid un sä viel Kummä.

 

Doch duht die Sun moal wäni(s)chä scheune

duhn moan(s)che Debbe schun wirrä greune

sä schee seun doch ähn gasdi(s)ch Sunnebroand

des häm die Läwenskienstlä gut äkoannt.  

Übersetzung:

Im Sommer wollen wir durch die Gegend flitzen

und nicht in der stickig(en) Wohnstube sitzen

mit offnen Fenster in der Edelkutsche

und Vanille-, Schoko-, Erdbeereis lutschen.

 

Allerdings müssen wir sehr oft schwitzen

wolln lieber im kühlen Schatten sitzen.

Dauerhitze lässt Kehle und Natur trocken machen

Talsperren werden leer und andere Sachen.

 

Viele Alte, Kranke sterben wie die Fliegen

reihen sich ein in die Ahnenriegen.

So schön und toll ist gar nicht der Sommer

er bringt uns Leid und sehr viel Kummer.

 

Doch will die Sonne mal weniger scheinen

tun manche Deppen schon wieder weinen

sehr schön ist doch ein schlimmer Sonnenbrand

das haben Lebenskünstler gut erkannt.