Zahnteufel und Zahnfee
     (mit Video 2m11s)
Viele Eldern kenne beschtimmt des Problem, Kinnä väschpiern koa Lust Zähn zu puddse, loasse des gern schleife un vägesse so woas heifi(s)ch goans.
So woars aach mit unserm kloa Marie(s)che.
„Du duhst aas deunäm Meil(s)che schtinke wie ne Kuh aasäm Oarschloch“, kridisierte i(s)ch unsä De(s)chdä(s)che, „mä rie(s)cht sofordd, du host wirrä moal deu Zehn net gepuddst. De beese Zoahndeifel freit si(s)ch deriwwä un duht si(s)ch lachend uf die Schenkel kladdsche, awä die lieb Zoahnfee muss greune.“
„Woass seun des fer Posse, Zoahndeifel un Zoahnfee?“ froate Macko, unsä elfjähri(s)ches Seehn(s)che.

I(s)ch nickte. „Es duht doa ähn Mär(s)che deriwwä gewwe. Zoahndeifel dreiwe iwäall ihr garsdi(s)ch Uuwäse, Zoahnfees duhts laadä net so viele gewwe. Un so eun lieb Wäse is zur Zaat groad in Siedhesse un guckt aach in Juräm noach, ob die Kinnä addi(s)ch alleweil ihre Beißer(s)che griendli(s)ch reuni(s)che....mit Berst un Zoahnpasta.“
„Baa uns Schnabbelschnuts is die awä noch net ufgekreizt“, daht unsä Buh euwenne.
„Oam Daach äscheunt die aach net, se kimmt noachts, wenn alle schloafe. Die Fee waaß sofordd, ob Marie(s)che ihre Zähn gepuddst hodd orrä net.“
„Aach du Marie(s)che musst jeden Daach minnest eunmoal eune Zoahnpflä(s)ch mache, sunst werst du friehzaadi(s)ch, woahrscheunli(s)ch schun dämnächst fer(s)chdäli(s)che Schmärddse im Meil(s)che schpiern
un faule Beißer(s)che muss unsä Zoahnaddst, Hä Rupfä, roppe. Ich hebb iwä dies Probläm moal woas gereumt, Macko un Marie(s)che, duht moal lausche:



Wenn die Zähn schmärddse ar(s)ch weh
jubelt de Zoahndeifel.....Juchee!
„Musst alleweil Sießi(s)chkaate schtoppe
deu Beißä muss mä friehzaadi(s)ch roppe
koannst nemmä innän Appel beiße
un faule Zähn muss mä raas reiße.“

Die Zoahnfee duht greunend jammern
will si(s)ch väkrie(s)che in dunkle Kammern.
„Marie(s)che, du musst uf mi(s)ch heern
doann wern di(s)ch koa Schmärddse schteern.
Musst addi(s)ch schtets deu Beißä puddse
se wern doann  alleweil dä schee nuddse.
Schtinkst aach net assäm Meil(s)che defdi(s)ch
un Wohlgeruch väbreitest kräfdi(s)ch.“

„Wohlgeruch? Kapier i(s)ch net“, kommendierte Macko meun Gereumtes.
„Doch, doch, des duht schtimme“, äwirrerte i(s)ch, „de oagenähm Geruch kimmt vun de Zoahnpasta, doa duhts zim Baaschpiel Peppämiens- orrä Eikaliptusduft gewwe.“
Nadierli(s)ch woar mä kloar, des sol(s)che Mär(s)che un Ämoanunge eloa nix niddse, also koa Vähaltensännerunge bewerke. Er(s)chendeune Belohnung däht doa viellaa(s)cht schun ehä Wunnä bringe.
„Die Fee duht, falls die Kinnä addi(s)che ihre Roatschläg befolge, kloane Geschenke unners Koppkisse lä(s)che, zim Baaschpiel zwa Kekse orrä bunne Bildä, die wo mä in eun Heft babbe koann. Marie(s)che, duhs moal aasprobiern, wenn de drei orrä vier Daache deu Zähn alleweil addi(s)ch gepuddst host duhsde womeegli(s)ch oawens aach woas unnäm Kisse finne.“
Selwstväschtännli(s)ch hobb i(s)ch doann des gemacht, i(s)ch woar also fer Marie(s)che die lieb Zoahnfee.



Doamit Ämoanunge werkli(s)ch gelinge
misse mä schee Belohnunge noch bringe.
Kloane Geschenke duhn des ferddern,
is doch kloar, braach mä net äerddern.

Übersetzung: Viele Eltern kennen bestimmt das Problem, Kinder verspüren keine Lust Zähne zu putzen, lassen dies gerne schleifen oder vergessen so was häufig ganz.
So war es auch mit unserem Mariechen.
„Du stinkst aus deinem Mäulchen wie eine Kuh aus dem Arschloch“, kritisierte ich unser Töchterchen, „man riecht sofort, du hast wieder mal deine Zähne nicht geputzt. Der böse Zahnteufel freut sich darüber und klatscht sich lachend auf die Schenkel, aber die liebe Zahnfee muss weinen.“
„Was sind das für Possen, Zahnteufel und Zahnfee?“ fragte Marko, unser elfjähriges Söhnchen.

Ich nickte. „Es gibt ein Märchen darüber. Zahnteufel treiben überall ihr garstiges Unwesen, Zahnfeen gibt es leider nicht so viele. Und so ein Wesen ist zur Zeit gerade in Südhessen und schaut auch in Jugenheim nach, ob die Kinder artig immer ihre Beißerchen gründlich reinigen...mit Bürste und Zahnpasta.!
„Bei uns Schnabbelschnuts ist die aber noch nicht aufgekreuzt“, wand unser Bub ein.
„Am Tage erscheint die auch nicht, sie kommt nachts,wenn alle schlafen. Die Fee weiß sofort, ob Mariechen ihre Zähne geputzt hat oder nicht.“
„Auch du, Mariechen, musst jeden Tag mindestens einmal eine Zahnpflege machen, sonst wirst du frühzeitig, wahrscheinlich schon demnächst, fürchterliche Zahnschmerzen im Mäulchen spüren und faule Beißerchen muss unser Zahnarzt, Herr Rupfer, ziehen. Ich hab über dieses Problem mal was gereimt, Marko und Mariechen, hört mal zu:
Wenn die Zähne schmerzen arg weh
jubelt der Zahnteufel......Juchee!
„Musst ständig Süßigkeiten stopfen
deine Beißer muss man frühzeitig rupfen
kannst nicht mehr in den Apfel beißen
und faule Zähne muss man raus reißen.“

Die Zahnfee muss weinend jammern
will sich verkriechen in dunkle Kammern.
„Mariechen, du musst auf mich hören
dann werden dich keine Schmerzen stören.
Musst artig stets die Beißer putzen
sie werden immer dann dir schön nutzen.
Stinkst auch nicht aus dem Mäulchen deftig
und Wohlgeruch verbreitest kräftig.“

„Wohlgeruch? Kapier ich nicht“, kommentierte Marko mein Gereimtes.
„Doch, doch, das stimmt“, erwiderte ich, „der angenehme Geruch kommt von der Zahpasta, da gibt es zum Beispiel Pfefferminz- oder Eukalyptusduft .“
Natürlich war mir klar, das solche Märchen und Ermahnungen alleine nichts nützen, also keine Verhaltensänderungen bewirken. Irgendeine Belohnung würden hier vielleicht schon eher Wunder bringen.
„Die Fee wird, falls die Kinder artig ihren Ratschlag befolgen, kleine Geschenke unter das Kopfkissen legen, zum Beispiel zwei Kekse oder bunte Bilder, die man in ein Heft kleben kann. Mariechen, probier es mal aus, wenn du drei oder vier Tage deine Zähne immer artig geputzt hast, wirst du womöglich abends auch was unter dem Kissen finden.“
Selbstverständlich habe ich das dann gemacht, ich war also für das Mariechen die liebe Zahnfee.
Damit Ermahnungen wirklich gelingen
müssen wir schöne Belohnungen noch bringen.
Kleine Geschenke tun das fördern
ist doch klar, braucht man nicht erörtern.    

Übersetzung des gesprochenen Textes im Video:
Zahnschmerzen sind sehr schrecklich
Zahnarztbesuche meist fürchterlich.
Drum werde ich artig meine Beißer putzen
dann kann sie immer toll  nutzen.

Um den blöden Hansi in den Arm zu beißen
und blutende Fleischbrocken raus  reißen
kann ich nur, wenn die Zähne gesund
wie von einem verbissenen großen Hund.

Die Zahnfee hatte sich das nicht vorgestellt
aber mein Gemüt wäre dann sehr erhellt.
Meine Beißer würden beim Beißen nicht raus brechen
kann mich beim blöden  herrlich rächen.

Meine tollen Beißer würden sich rum sprechen im Ort
wäre ein Mitglied der Prügel-Elite sofort.
Auf der Straße bleiben Passanten bewundernd stehen
sagen: „Sperr dein Mäulchen auf, wir wollen sehen
dein phantastisch kräftiges Raubtiergebiss.“
Jawoll, allgemeine Anerkennung ist mir dann gewiss

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