Einstein, Odenwaldhandkäse

„Mi(s)ch häm wirrämoal hochwi(s)chdi(s)che, hisdorische Informaddsjoone begliggt“, daalte uns Klausi Vielreddnä mit in de Filosooferund, unserm wech(s)chentli(s)ch Dreffe in de Kneip Zim weise Mondmoann.  „die Geschi(s)chtassistente Edelgadd un Gähadd daht i(s)ch in Dammschdadd begee(s)chne. Woas i(s)ch vun denne zwaa äfohrn daht, is eufach sensadsjoonell“, babbelte ä eißerst mitdaalungsbederffdi(s)ch, seu Tonloag kloang gehaamnisvull, so als dähtä uns glaa schpannende Nei..i(s)chkaate schenke.
Noa joa, alleweil, wenn unsä Scheff-Filosoof die zwaa sogenoannte Geschi(s)chtassistente äwähnte, die wo vämuudli(s)ch nur in seunäm Hern äksisdiern dahte, wusste i(s)ch: Jedds wern wirrä bleede Ferz iwä uns geschidd, die wo mit de Realidäht nix gemeunsoam hobbe.
„So? Werkli(s)ch?“ läsderte i(s)ch, „wollte die Kripptogeschdoalde dä waas mache, doass Albert Euschtoa eun Nackdfliddsä woar, awä des nie zugegewwe hodd?“

„Doass des middäm Nackdfliddse baa dä, Schor(s)chi, eune fast alles beschtimmende Manie in deunäm Kopp is, wisse wä all hier schun loang.
Noa, so eun Bleedsinn häm die zwaa begnoadete Geschichtsassistente mä net väzählt.
Awä mit Euschtoa, diesäm supädolle deoredi(s)che Fiesickä hodds schun zu duhn.“
Klausi, i(s)ch un die annern Filosoofe musste doann erst moal eun Schluck aasäm Gloas kippe, bevo ä uns informierte.
„Euschtoa woar net alleweil un allezaat eun Scheenie“, babbelte doann unsä Scheff-Filosoof, „in Mien(s)che woarä Schielä oan eunäm Gimmnasjuum, hodds awä net bis zim Oabschluss gebroacht. Ä siedelt doann iwä in die Schweiz, woä doann des Abbidur noach..hoolte mit sä guude Noote in de nadurwisseschaftli(s)che Fä(s)chä, awä in Froanzesi(s)ch woarä nur mäßi(s)ch. In Zirri(s)ch hoddä doann Elektrote(s)chnik schdudiert. Seun Oabschluss woar nur rä(s)cht bescheide. Unnä eununzwoansi(s)ch Oabsolvente woarä de zwaatschlä(s)chdeste vun alle un nur mit Hilfe eunes Freindes bekoamä eune Oaschtellung im Bernä Badentoamt. Ne hee(s)chä Schtellung dahtä dordd net bekleide, hodd allädings dordd doann die schpeddsjell Relladividähtsdeorie si(s)ch äarweidet.
Wie wä all heit wisse, woar des eun supädolles Gloanswerk in dä deoredi(s)che Fiesick un....“
„Des is joa werkli(s)ch koa Nei..i(s)chkaat“, daht Lena unnäbre(s)che.
„Schtimmt“, nickte Klausi, „awä rä(s)cht seldsoam un  uubefriedi(s)chend is die Dahtsach, doass dies Scheenie so zwischedor(s)ch moan(s)chmoal so schlä(s)chte orrä hee(s)sdens middelmäßi(s)che Laastunge brodudsierte. Die zwaa, i(s)ch moan Edelgadd un Gähadd, häm des awä rä(s)cht iwäzei(s)chend äforscht.
Alberts Mamma wollte ihrm Seehn(s)che eutrichtern, alleweil nie vägesse Ourewällä Hoandkees zu fuddern, oam beste jede Dach, des dähte die Indelligens uugemeun ferddern.
Doch Mammas Schpressling hodd deriwwä nur gelacht un hodd dän Voschloag heifi(s)ch missoachtet. Alsä des Abbidur noach..hoolte, hodd eun Freind vunnäm, noamens Bertl Owämillä, gesoat: Deu Mamma hodd velli(s)ch rä(s)cht. Aaßädäm: Albert, du host doch schun selwä ge..eißert, de Ourewällä Hoandkees schmeckt werkli(s)ch sä delikoat, eune genussvull Gaumefreid. Mach des, fuddä jede Daach devun.
Un woas machte doann de Albert? Ä  daht jede Daach minnesdens eun Schtick vun diesäm herzhaft werzi(s)che Kees schtoppe un de Äfolg ließ net uf si(s)ch wadde, seun Oabschlusszei(s)chniss konnt si(s)ch sehe loasse.
Alsä doann in Zirri(s)ch schdudierte, hoddä laadä des dä(s)chli(s)che Hoandkeesfuddern wirrä missachtet un seun Oabschluss woar rei(s)chli(s)ch schwach, die Priefung hoddä nur mit Ach un Krach beschtoanne.
Erst alsä äh Schtell baam Bernä Patentoamt bekoam, dahtä wirrä seu Lieb zim Hoankees endecke und de Äfolg woar: Seun hochbegoabtes Kreadivhern enwickelte die Relladividähtsdeorie.“

„Ach, des seun doch nur uuwi(s)chdi(s)che Anekdote“, kridisierte Laura, „die wo womeegli(s)ch goar net schtimme. Beri(s)chte doch moal seu Vähältnis zu de Fraue, Klausi,
des is si(s)chä viel schpoannendä.“
„Mach i(s)ch gern“, nickte Klausi, „eun Zwaazaalä vunnäm daht laute:

Einstein 1.mp3 (145.69KB)
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Meun Schwänzli is laadä net loang genung
doa mache die Mäd(s)che doch ar(s)ch Schtunk
.“
„Woassen des ferre Poss?“ äwirrerte deruf Laura, „zugegewwe, moan(s)ch Mäd(s)che un Fraue seun vielas(s)cht so. Awä maastens duht gelte:

Einstein 2.mp3 (137.03KB)
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Aach Korzschwänsi(s)che duhn uns begligge
in jedäm Schäferschtiend(s)che enzigge.“

„Moag seun“, moante Klausi, „Indresoant is noch, woas de Albert uffen Schterwebedd im Kroankehaas gebabbelt hodd.
Die Geschi(s)chtsschreiwälinge soage, des mä des net wisse, waal die Kroankeschwestä nur  Engli(s)ch väschtehe koannt, de Albert awä in seune leddste Minute seunes Läwens nur Deitsch geredd hodd, woassä joa sä gut koannte, awä net Englisch.
Edelgadd un Gähadd dahte mi(s)ch ufklärn, doass zufälli(s)ch eun Deitschschtämmi(s)chä des mitgekriggt hodd. S`woar Maxl Schinkelhubä. Ä woar sowoas wie eun Haasmastä dordd.
Albert Euschtoa murmelte:

Einstein 3.mp3 (187.72KB)
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Ourewällä Hoandkees machte mi(s)ch indelligent
väkwirlte meu graue Zelle schteets äfrischennd
.
So kenne mä also heit zu rä(s)cht soage, joa behaapte: Ohne  Ourewällä Hoandkees wär sä woahrscheunli(s)ch die Relladividähtsdeorie heit noch net enwickelt.“


Übersetzung: „Mich haben wieder einmal hoch wichtige, historische Informationen beglückt“, teilte uns Klausi Vielredner mit bei unserem wöchentlichen Treffen in der Kneipe  Zum weisen Mondmann,  „den Geschichtsassistenten Edelgard und Gerhard begegnete ich in Darmstadt.
Was ich von denen zwei erfuhr, ist einfach sensationell“, schwätzte er äußerst mitteilungsbedürftig, seine Tonlage klang geheimnisvoll, so als würde er uns gleich spannende Neuigkeiten  schenken.
Na ja, immer wenn unser Chef-Filosof die beiden sogenannten Geschichtsassistenten erwähnten, die vermutlich nur in seinem Hirn existierten,
 wusste ich: Jetzt werden wieder blöde Fürze über uns geschüttet, welche mit der Realität nichts gemeinsam haben.
„So? Wirklich?“ lästerte ich, „wollten diese Kryptogestalten dir weis machen, dass Albert Einstein ein Nacktflitzer war, aber das nie zugegeben hatte?"

„Dass  Nacktflitzen bei dir, Schorschi, eine fast alles bestimmende Manie in deinem Kopf ist, wissen wir schon lange..
Nein, so einen Blödsinn haben die zwei Geschichtsassistenten mir nicht erzählt. Aber mit Einstein, diesen supertollen, theoretischen Physiker hat es schon was zu tun.“
Klausi, ich und die anderen Filosofen mussten dann erst mal einen Schluck aus dem Glas kippen, bevor er uns informierte.
„Einstein war nicht immer und zu jeder Zeit ein Genie“, schwätzte dann unser Cheffilosof
„in München war er Schüler in einem Gymnasium, hat es aber nicht bis zum Abschluss gebracht. Er siedelte dann in die Schweiz über, wo er dann das Abitur nachholte...mit sehr guten Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern, aber in Französisch war er nur mäßig.
In Zürich hat er dann Elektrotechnik studiert. Sein Abschluss war nur recht bescheiden. Unter 21 Absolventen war er der zweitschlechteste von allen und nur mit Hilfe eines Freundes bekam er eine Anstellung beim Berner Patentamt. Eine höhere Stellung bekleidete er dort nicht, hatte allerdings dort dann die spezielle Relativitätstheorie sich erarbeitet.
Wie wir alle heute wissen, war das ein supertollen Glanzwerk in der theoretischen Physik und...“
„Das ist ja wirklich keine Neuigkeit“, unterbrach Lena.
„Stimmt“, nickte Klausi, „aber recht seltsam und unbefriedigend ist die Tatsache, dass dieses Genie so zwischendurch manchmal so schlechte oder höchstens mittelmäßige Leistungen produzierte.  Die zwei, ich meine Edelgard und Gerhard, haben das aber recht überzeugend erforscht.
Alberts Mama wollte ihrem Sprössling eintrichtern, niemals zu vergessen Odenwälder Handkäse zu futtern, am besten jeden Tag, das würde die Intelligenz ungemein fördern.
Doch Mamas Sprössling lachte nur darüber und missachtete häufig diesen Vorschlag.
Als er das Abitur nachholte, hatte ein Freund von ihm, namens Bertl Obermüller,gesagt: Deine Mama hat völlig recht. Außerdem: Albert, du hast doch schon selber geäußert, der Odenwälder Handkäse schmeckt wirklich sehr deliziös, eine genussvolle Gaumenfreude.
Mach, futtere jeden Tag davon.
Und was machte dann der Albert? Er stopfte jeden Tag mindestens ein Stück von diesem herzhaft würzigen Käse und der Erfolg ließ nicht auf sich warten, sein Abschlusszeugnis konnte sich sehen lassen.
Als er dann in Zürich studierte, missachtete er leider das tägliche Handkäsefuttern wieder und sein Abschluss war reichlich schwach, die Prüfung hatte er nur mit Ach und Krach bestanden.
Erst als er eine Stelle beim Berner Patentamt bekam, entdeckte er wieder seine Liebe zum Handkäse und der Erfolg war: Sein hochbegabtes Kreativhirn entwickelte die Relativitätstheorie."

„Ach, dies sind doch nur unwichtige Anekdoten“, kritisierte Lena, „die womöglich gar nicht stimmen. Berichte doch mal sein Verhältnis zu den Frauen, Klausi, das ist sicher viel spannender.“
„Mach ich gern“, nickte Klausi, „ein Zweizeiler von ihm lautete:
Mein Schwänzli ist leider nicht lang genug
da machen die Mädchen doch arg Stunk
.“   (auf hessisch reimt es sich)
„Was ist das für eine Posse“, erwiderte darauf Laura, „zugegeben, manche Mädchen und Frauen sind vielleicht so. Aber meistens gilt:
Auch Kurzschwänzige tun uns beglücken
in jedem Schäferstündchen entzücken
.“
„Mag sein“, meinte Klausi, „interessant ist noch, was der Albert auf dem Sterbebett im Krankenhaus sagte.
Die Geschichtsschreiberlinge behaupten, dass man dies nicht wisse, weil die Krankenschwester nur Englisch verstand, der Albert in seinen letzten Minuten
seines Lebens nur Deutsch gesprochen hatte, was er ja sehr gut konnte, aber nicht Englisch.
Edelgard und Gerhard klärten mich auf, dass zufällig ein Deutschstämmiger das mit bekommen hatte.  Es war Maxl Schinkelhuber. Er war so was wie ein Hausmeister dort.
Albert Einstein murmelte:
Odenwälder Handkäse machte mich intelligent
verquirlte meine grauen Zellen stets erfrischend.

So können wir also heute zu recht sagen, ja behaupten: Ohne Odenwälder Handkäse wäre sehr wahrscheinlich die Relativitätstheorie heute noch nicht entwickelt.“