Kronberg, Opel-Zoo    (mit Video 3m47s)


„Im Opelzoo woarn mä noch nie“, schleiderte diese Wordde mir Macko, unsä fast jugendli(s)ch Seehn(s)che, vowuffsvull entgeje, „in meunä Klass häm schun fast alle dordd die Elefoante geguckt, nur i(s)ch noch net.“
Ob des schtimmt, koannt und wollt i(s)ch net iwäpriefe. Awä de Buh hodd rä(s)cht, hebb i(s)ch mä gedenkt, die Elefoante wollt i(s)ch aach moal bewunnern un Lisedd(s)che un Marie(s)che si(s)chä aach.
So koams, doass wä oam näkste Sammsdaach dordd mit unsrä oald Mucklimusien hie tigerte, in die Schdadd Kronberg, die wo mä bekoannt is als Ordd dä Milljonäre.
Im Intänet daht i(s)ch mi(s)ch informiern, mit woas fer Diern wä in däm Zoopack re(s)chne kennte un wieviel Eiro de Eudridd koste däht.
„Goans schee deiä is des“, brodesdierte i(s)ch oan de Eugoangskass, „im Intänet is eun kloanere Bedraach oagegewwe.“
„Inzwische duht des nemmä gelte“, väsuchte die Fraa dordd si(s)ch zu väteidi(s)che, „alles is hoalt deirä worn, des Fuddä, die medidsini(s)ch Väsor(s)chung un die uugefäh hunnerdzwoansi(s)ch Leit, die wo hier schaffe, gewwe si(s)ch aach net mit nur Hooseknepp zufriede.“
„Im Froankforddä Zoo seun sogoar hunnerdoachtsi(s)ch oageschtellt un die häm bedeitend mä Diern zu väsor(s)che als hier. Un des Seltsoame is: De Eudridd dordd is wesentli(s)ch giensdi(s)chä.“
Eusi(s)cht daht die Kassefraa awä net zei(s)che un väloangte uubammhärddsi(s)ch  dän hohe Geldbedraach, dän wo i(s)ch schun als ebbes Oabzocke fiehlte.

Im Pack selwä daht i(s)ch mi(s)ch doann beruhi(s)che. Die Elefoanteherd hodde werkli(s)ch eun addemäßi(s)ch genie(s)chend grooße Aaslaaf un die Giraffe, zusoamme mit Zebras, ewwefalls. Noa joa, wäni(s)chsdens läwe die Diern hier vämutli(s)ch zufriede, soate mä meu Inneres.
Ein greeßerä Kinnäschpielbladds begliggte noch Macko un Marie(s)che.
Unsä Sohn froate: „Duhts hier eun Elefoantereite gewwe?“
„So viel i(s)ch waaß net“, daht i(s)ch oantwordde, „un Straußereite ewwefalls net. Defier hebb i(s)ch sogoar Väschtännis. Diese Diern solle hoalt noach Meegli(s)chkaat addgerä(s)cht un mit Vägnie(s)che läwe, die seun hoalt koa Reitdiern.
Dafier duhn die hier Ponyreite fer Kinnä oabiete.“
„Och, des is doch ar(s)ch loangwaali(s)ch“, daht Macko moddse.
„Schee wärs, wenns hier reite uf Rendiern gewwe däht, woas laadä in diesäm Pack net de Fall is“, daht i(s)ch eißern, „die Rendiern seun die oansi(s)ch Herschadd, mit dä wo mä sowoas mache koann, ohne die Diern zu kwäle.
Dehoam, also in Juräm, hebb i(s)ch beraats Verse dezu zusoamme geschtoppelt,,,äh gereumt. Heert moal zu Macko, Marie(s)che un Lisett(s)che. Wenn die Rendiern babbeln kennte, dähte se viellaa(s)cht soage, orrä zuminnest fiehle:

W 3.wav (2.3MB)
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I(s)ch duh gern runnä werffe die Bleedel.
Woas misse die Deppe aach uf mä reite?
Mä egoal, ob se hadd schtärrdse orrä soanft gleide.
Mitlaad hebb i(s)ch net mit diese Deedel.“

„Woas is eun Deedel?“ wollte Marie(s)che wisse.
„So woas wie eun Trottel“, klärte i(s)ch uf, „eun annerä Mäzeilä hebb ich dezu noch oazubiede:

De Hansi koann si(s)ch net hoalte uf meum Ricke
ä duht hefdi(s)ch falle in de Schlamm
un schrammt debaa eun hadd Holds..schtamm.
Des duht mi(s)ch goans hä(r)li(s)ch enzicke.


Des Gejammä wär doann ä(s)cht groß
i(s)ch selwst find des schee, famos.

Selwstväschtännli(s)ch dähts aach Buhwe gewwe, denne des Reite uf Rendiern gelinge duht. So eunä koann doann rufe:

Hurrä, i(s)ch hebbs geschafft
die Moni hodd mi(s)ch lieb begafft.

„Un woas is mit de Mäd(s)chä?“ wollt Lisett(s)che wisse, „die wern doch beschtimmt aach gern diese Her(s)che reite.“
„Si(s)chä,“  nickte i(s)ch,

„aach Mäd(s)chä seun doa groandijoos
die seun doch werkli(s)ch goans famoos.“

„Aach fer Schliddefoahrte kenne die Rendiern eugeseddst wern, Kinnä, Juuchendli(s)che un Äwachsene kenne so dorchän Zoopack tigern“, babbelte i(s)ch waatä,

„alle genieße des gliggli(s)ch
un singe debaa freehli(s)ch:
Schliddefoahrn is ne Wucht
fer uns is des wie ne Sucht.“

„Västeh i(s)ch net“, geschdoand Macko, „wä häm hier doch so gut wie nie Schnee.“
„Mä dähte joa aach net iwä Schnee gleide, sunnern im Schlamm foahrn. Die Rendiern kenne ihre Hufe waat schpreize un kenne so primä iwä Morast renne ohne eu zu sinke, aach, wenn se eun Schlidde ziehe.

Ne Schliddefoart im Morast macht Schpaas
debaa werdd mä hä(r)li(s)ch schmuddsi(s)ch, nass.
Die maaste Eldern sehe des schpießi(s)ch:
Nix doa, des is doch fer(s)chdäli(s)ch schmieri(s)ch
.“
„Des is vämutli(s)ch werkli(s)ch ne ar(s)ch babbi(s)ch Oagelä(s)chehaat“, kommendierte Lisett(s)che, „ moan(s)chmoal kippt de Schlidde aach seitli(s)ch um un die Kinnä leihe im Schloamm, totoal eugewuddst.“
„Denkbaa isses“, daht i(s)ch zuschtimme, „des Brobläm ia awä eufach leesbaa: Alle Päsoone, die wo uffen Schlidde hocke, krieje eun Goanzkerpäoverall väbasst, dä wo aas Materioal beschteht wie Rejeschtiefel, nur dinnä. Dies Klaadungs..schtick vädeckt fast alles, nur Gesi(s)cht un Händ net. Wenn die Schlammfahrt be..ennet is, wern die begliggte Päsoone hoalt mit eum Wassäschtroahl oabgeschpritzt, Die Visaa(s)ch  werrd debaa aach glaa(s)chzaadi(s)ch gereuni(s)cht.

Wiede äkennst, Lisedd(s)che, i(s)ch bin koan Schpinnä
sauwä bleiwe: Babba, Mamma un die Kinnä
.“

             Hintergrundmusik: Breeze Fantastic Fresh  --MBB (NCM)



Übersetzung: „Im Opelzoo warnn wir noch nie“, schleuderte Marko, unser fast jugendliches Söhnchen, mir diese Worte vorwurfsvoll entgegen, „in meiner Klasse haben  alle schon dort die Eelefantenherde gesehen, nur ich noch nicht.“
Ob das stimmt, konnte und wollte ich nicht überprüfen. Aber der Bub hat recht, dachte ich mir, die Elefanten wollte ich auch mal bewundern und Lisettchen und Mariechen sicher auch.
So kam es, dass wir am nächsten Samstag dort mit unserer Mucklimousine hin tigerten,  in die Stadt Kronberg, die mir mehr bekannt ist als Ort der Millionäre.
Im Internet informierte ich mich vorher, mit welchen Tieren wir in diesem Zoopark rechnen könnten und wie viel der Eintritt kosten würde.
„Ganz schön teuer ist das“, protestierte ich an der Eingangskasse, „im Internet ist ein kleinerer Betrag angegeben.“
„Inzwischen gilt das nicht mehr“, versuchte die Frau dort sich zu verteidigen, „alles ist halt teurer geworden, das Futter, die medizinische Versorgung und die ungefähr hundertzwanzig Leute, geben sich auch nicht mit nur Hosenknöpfen zufrieden.“
„Im Frankfurter Zoo sind sogar hundertachtzig angestellt und die haben bedeutend mehr Tiere zu versorgen als hier. Und das Seltsame ist: Der Eintritt dort ist wesentlich günstiger.“
Einsicht tat die Kassenfrau nicht zeigen und verlangte unbarmherzig den hohen Geldbetrag, den ich schon als etwas Abzocke fühlte.
Im Park selber beruhigte ich mich dann. Die Elefantenherde hatte wirklich einen artenmäßig genügend großen Auslauf und die Giraffen, zusammen mit Zebras, ebenfalls.

Na ja, wenigstens leben diese Tiere hier vermutlich zufrieden, sagte mir mein Inneres.
Ein größerer Kinderspielplatz beglückte noch Marko und Mariechen.
Unser Sohn fragte: „Gibt es hier ein Elefantenreiten?“
„So viel ich weiß nicht“, antwortete ich, „und Straußenreiten ebenfalls nicht. Dafür hab ich sogar Verständnis. Diese Tiere sollen halt  nach Möglichkeit artgerecht und mit Vergnügen leben, die sind eben keine Reittiere.
Dafür tun die hier Ponyreiten für Kinder anbieten.“
„Och, das ist doch langweilig“, motzte Marko.
„Schön wäre es hier Reiten auf Rentieren geben würde, was leider in diesem Park nicht der Fall ist“, äußerte ich, „die Rentiere bilden die einzige Hirschart, mit der man so was machen kann, ohne die Tiere zu quälen.
Daheim, also in Jugenheim, hab ich bereits Verse zusammen gestoppelt...äh gereimt. Hört mal zu  Marko, Mariechen und Lisettchen. Wenn die Rentiere sprechen könnten, würden sie vielleicht sagen, oder zumindestens fühlen:
Ich tu gern runter werfen die Blödel.
Was müssen die Deppen auch auf mir reiten?
Mir egal, ob sie hart stürzen oder sanft gleiten,
Mitleid hab ich nicht mit diesen Dödel.“

„Was ist ein Dödel?“ wollte Mariechen wissen.
„So was wie ein Trottel“, klärte ich auf, „ein anderer Mehrzeiler hab ich dazu noch an zu bieten:
Der Hansi kann sich nicht halten auf meinem Rücken
er tut heftig fallen in den Schlamm
und schrammt dabei einen harten Holzstamm.
Das tut mich ganz herrlich entzücken.


Das Gejammer wäre dann echt groß
ich selbst find das schön, famos.

Selbstverständlich würde es auch Buben geben, denen das Reiten auf Rentieren gelingt.
So einer kann dann rufen:
Hurra, ich habs geschafft
die Moni hat mich lieb begafft.

„Und was ist mit den Mädchen?“ wollte Lisettchen wissen, „die werden doch bestimmt auch gerne diese Hirsche reiten.“
„Sicher“, nickte ich,
„auch Mädchen sind da grandios
die sind doch wirklich ganz famos.“

„Auch für Schlittenfahrten können die Rentiere eingesetzt werden. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können so durch den Zoopark tigern“, schwätzte ich weiter,
„alle genießen das glücklich
und singen dabei fröhlich:
Schlitten fahren ist ne Wucht
für uns ist das wie `ne Sucht.“

„Versteh ich nicht“, gestand Marko, „wir haben hier doch so gut wie nie Schnee,“
„Man würde ja auch nicht über Schnee gleiten, sondern im Schlamm fahren. Die Rentiere können ihre Hufen weit spreizen und werden so prima über Morast rennen ohne ein zu sinken, auch wenn sie beladene Schlitten ziehen.
`Ne Schlittenfahrt im Morast macht Spaß
dabei wird man herrlich schmutzig, nass.
Die meisten Eltern sehen das spießig:
Nix da, das ist doch fürchterlich schmierig.“

„Das ist vermutlich wirklich eine sehr schmutzige Angelegenheit“, kommentierte Lisettchen, „manchmal kippt der Schlitten auch seitlich um und die Kinder liegen im Schlamm, total eingesaut.“
„Denkbar ist es“, stimmte ich zu, „dies Problem ist einfach lösbar: Alle Personen, die auf dem Schlitten sitzen, kriegen einen Overall verpasst, der aus Material besteht wie dem der Regenstiefel, nur dünner. Dieses Kleidungsstück verdeckt fast alles, nur Gesicht und Hände nicht. Wenn die Schlammfahrt beendet ist, werden die beglückten Personen halt mit einem Wasserstrahl abgespritzt. Die Visage wird dabei gleichzeitig gereinigt.
Wie du erkennst, Lisettchen, ich bin kein Spinner
sauber bleiben: Papa, Mama und die Kinder.“