Walli und die Hexen (mit Video 2m20s)
Wä, des haaßt Lisett(s)che un i(s)ch, dahte in Juräm mit unserm Hund Rolli schpadsiern gehe. Im kloane Dorffpack droafe mä Walli, die bekoanteste Feminisdin vun unserm Ordd.
Diese Fraa rickte ebbes oans End de Boank, sodoass wä zwaa uns aach hie hocke koannte.
„Noa, wie duhtä ei(s)ch so fiehle?“ begrießte se uns, daht awä wohl koa Oantwordd uf diese Froag äwadde. Se babbelte glaa waatä: „I(s)ch hoff, de Schor(s)chi“, se deitete midd de Hoand uf mi(s)ch,“duhtä alleweil gehor(s)che, Lisett(s)che.“
„Net so ri(s)chdi(s)ch“, informierte maa Fraa, „awä, des mussä aach net. Meun Männleun, de Schor(s)chi, is joa net meun Skloave un i(s)ch net seu Gebietärin.“
„Ach, loasse mä dies Thema ruhe“, winkte se oab, „awä woas Anneres duht in meum Hern Kreise un doariwwä muss i(s)ch mit ei(s)ch babble. Eun frei Will des net zu duhn, hebb i(s)ch im Moment net.
Du, Lisedd(s)che, host mä vogestern väzählt, doassä vo korzäm in Hofäm oam Taunus gewäse seud un unnä anneräm aach dän Hexetorm besi(s)chdi(s)che daht. Des woar joa ähn scheißli(s)ches Gefängnis fer geschundene Fraue. Denne word vogeworffe, Hexe zu seun un oagäbli(s)ch si(s)ch midd däm Deifel vägnie(s)che dahte.
Diese väuuglimmfte Fraue worde schpätä noach nä Geri(s)chtvähoandlung iwäwie(s)chend ämordd un uffen Scheitähaufe väbroannt un....“ „Des wisse wä aach“, unnäbraach i(s)ch die Feminisdin, „du braachst uns deriwwä nix beri(s)chte.“
„S` is joa aach nur eune Eulaatung vun mä“, begoann se waatä zu redde, „dordd seun zwaa Daafel oagebroacht, wie mä Lisedd(s)che beri(s)chte daht. Doa is zu läse, doass des Schdaddpallament vun Hofem diese Fraahe rehabilidiert hodd, si(s)ch aach enschuldi(s)cht hodd fer des schreckli(s)ch Uurä(s)cht, doass se äleide musste.
I(s)ch moan: Des loangt noch net. Doa misst eune Wirräguudmachung hä. Zwaahunnerdunfuffzi(s)ch Joahrn seun inzwische vägoange. Un woas is oan Wirräguudmachung in dä Zaat bassiert? Des lässt si(s)ch mit eum Wordd beoantwordde; Nix !“
„Un woas duhsde dä voschtelle? Woas misste geschehe?“ froate i(s)ch.
„Eune Wirräguudmachungs..schteiä muss eugefiehrt wern, die wo awä nur vun de Männä bezoahlt wern muss, denn des Geri(s)chtspäsonoal vun de
Hexeprozesse daht aasnoahmslos nur aas Männä beschtehe.
I(s)ch schtell mä des so vo: In Deitschloand hippe un krie(s)che uugefäh dreißi(s)ch milljoone Männä, eldä als fienfunzwoansi(s)ch, rim. Wenn jedä vun denne vähoaltensgeschteerte Wäseim Dor(s)chschnidd fuffsi(s)ch Eiro pro
Monoat berappe muss, doann kimme im Joahr etwoa oachtzeh Milljadde Eiro zusoamme, die wo sinnvull doann eugeseddst wern.“
„Un woas is, deunä Meunung noach, sinnvull?“ wollt i(s)ch wisse.
„Mit diesäm Geld misse zim Baaschpiel die vierhunnerd Fraueheisä unnäschdiddst wern.
Die seun bishä totoal unnäfinansiert, nur knapp eun Milljadd Eiro ähoalte die jährlich, misste awä minnest zwaa Milljadde krieje.“
„Noach deunä Re(s)chnung dähte doa noch se(s)chzeh Milljadde iwwri(s)ch bleiwe“, kommendierte i(s)ch ihre Aasfiehrunge, „wie wern die väbraacht?“
„Doa duhts viele Meegli(s)chkaate gewwe. In viele Lännä vun unsrä bescheierdä Welt grassiert noch alleweil de Hexewoahn. Die Gee(s)chnä diesä Hexeväfolgunge sollte groß unnäschiddst wern. Un baa uns in Deitschloand
kenne Ähoolungsheume fer Fraue un Middä gebaut wern. Des seun nur zwaa Baaschpiele, fer die des Geld niddsli(s)ch is.
Selwstväschtännli(s)ch derffe fer die Väwennung dä Geldä nur Frauegremje enscheide. Iwälässt mä des de Männä, kimmt nur Bleedsinn raas: Fer die Fraue werdd doa womeegli(s)ch nur ar(s)ch eugeschränkt woas gedoahn, defier awä Audoboahne finoansiert un ähnli(s)chä Bleedsinn.“
„Unnä de dreißi(s)ch Milljoone Männä, duhts si(s)chä viele gewwe, die kenne koa fuffsi(s)ch Eiro pro Monoat lockä mache un wenn doch, doann nur unnä uuzumuudboare Euschränkunge.“
„Des is nur eune Mindähaat“, kommendierte Walli, „fer die wern annern Meegli(s)chkaate väloangt. Die kenne zim Baaschpiel in de Fraueheisä schtunnewaas Soddsjoaldienst väri(s)chte, orrä fer Senjoorinne die Noachtdippe de oalde Doame sauwä hoalde, orrä aach baam Schtuhlgong de Senjorinne helfe, so de väschmierte Bobbes oabwische un mit Woaschlappe orrä Tie(s)chä reuni(s)che.“
„Wieso nur fer die Senjorinne?“ daht i(s)ch euwenne, „die oalde Herre misse doch aach väsor(s)cht wern.“
„Ach“, daht die fundoamendalisdi(s)ch Feminisdin oabwinke, „die Oald..deppe kenne ruhi(s)ch in ihrä Scheiß lie(s)che orrä hocke bleiwe.
Die misse si(s)ch hoalt mä zusoamme reiße, doamit des net zu oft bassiert. Sunst kennts vokumme, doass eunä vum Pflächepäsonaol soat: Hä Millä, se leihe joa schun wirrä väschisse im Bedd. Se solle si(s)ch doch melde, wenn se kimmende Schtuhlgoang schpiern.
Un de Moann duht nur oantwordde: Ich hebb gedenkt, i(s)ch däht uf de Klobrill hocke.“
„Noch nähä sol(s)che Sidduaddsjoone braache wä jedds net ä..errdern“, daht i(s)ch eißern, „awä eune Froag hebb i(s)ch noch, Walli. Fer wel(s)chen Zaatraam hosde dä denn diese Hexeschteiä gedenkt?“
„Zwaahunnerdfuffsi(s)ch Joahrn is doa nix bassiert. Des bedeit: Diese Steiä misse zwaahunnerdfuffsi(s)ch Joahrn die Männä ufbringe.“
Hintergrundmusik: Kings Men --Biz Baz Studio (NCM)
Übersetzung: Wir, das heißt Lisettchen und ich, gingen in Jugenheim mit unserm Hund Rolli spazieren. Im kleinen Dorfpark trafen wir Walli, die bekannteste Feministin von unserem Ort.
Diese Frau rückte etwas an das Ende der Bank, sodass wir wir zwei uns auch hin setzen konnten.
„Na, wie fühlt ihr euch?“ begrüßte sie uns, erwartete aber wohl keine Antwort auf diese Frage. Sie redete gleich weiter: „Ich hoffe, der Schorschi“, sie deutete mit der Hand auf mich, „tut dir immer gehorchen, Lisettchen.“
„Nicht so richtig“, informierte meine Frau, „aber, das muss er auch nicht. Mein Männlein, der Schorschi, ist ja nicht mein Sklave und ich nicht seine Gebieterin.“
„Ach, lassen wir dieses Thema ruhen“, winkte sie ab, „aber was Anderes kreist in meinem Hirn und darüber muss ich mit euch reden. Einen freien Willen, das nicht zu machen, hab ich im Moment nicht.
Du, Lisettchen, hast mir vorgestern erzählt, dass ihr vor kurzem in Hofheim am Taunus gewesen seid und unter Anderem den Hexenturm besichtigte. Der war ja ein scheußliches Gefängnis für geschundene Frauen. Denen wurde vorgeworfen, Hexen zu sein und angeblich sich mit dem Teufel vergnügten.
Diese verunglimpfte Frauen wurden später, nach einer Gerichtsverhandlung, überwiegend ermordet und auf dem Scheiterhaufen verbrannt und.....“ „Das wissen wir auch“, unterbrach ich die Feministin, „du brauchst uns darüber nichts berichten.“
„Es ist ja auch nur eine Einleitung von mir“, begann sie weiter zu reden, „dort sind zwei Tafeln angebracht, wie mir Lisettchen berichtete. Da ist zu lesen, dass das Stadtparlament von Hofheim diese Frauen rehabiltiert hat, sich auch entschuldigt hat für das schreckliche Unrecht, dass sie erleiden mussten.
Ich meine: Das langt noch lange nicht. Da müsste eine Wiedergutmchung her. 250 Jahre sind inzwischen vergangen. Und was ist an Wiedergutmachung in der Zeit passiert? Das lässt sich mit einem Wort beantworten: Nichts !“
„Und was stellst du dir vor? Was müsste geschehen?“ fragte ich.
„Eine Wiedergutmachungssteuer muss eingeführt werden, die aber nur von den Männern bezahlt werden muss, denn das Gerichtspersonal der Hexenprozesse bestand ausnahmslos nur aus Männer.
Ich stell mir das so vor: In Deutschland hüpfen und kriechen ungefähr 30 millionen Männer, älter als 25, rum. Wenn jeder von denen verhaltensgestörten Wesen im Durch-
schnitt 50 Euro pro Monat berappen muss, dann kommen im Jahr etwa 18 Milliarden Euro zusammen, die dann sinnvoll eingesetzt werden.“
„Und was ist, deiner Meinung nach, sinnvoll?“ wollte ich wissen.
„Mit diesem Geld müssen zum Beispiel die 400 Frauenhäuser unterstützt werden. Bisher sind die total unterfinanziert, nur knapp eine Milliarde Euro erhalten die jährlich, müssten aber mindestens 2 Milliarden kriegen.“
„Nach deiner Rechnung würden da noch 16 Milliarden übrig bleiben“, kommentierte ich ihre Ausführungen, „wie werden die verbraucht?"
„Da gibt es viele Möglichkeiten. In vielen Ländern unserer bescheuerten Welt grassiert noch immer der Hexenwahn. Die Gegner dieser Hexenverfolgungen sollten großzügig unterstützt werden. Und bei uns in Deutschland können Erholungsheime für Frauen und Mütter gebaut werden. Das sind nur 2 Beispiele, für die das Geld nützlich ist.
Selbstverständlich dürfen für die Verwendung der Gelder nur Frauengremien entscheiden.
Überlässt man das den Männern, kommt nur Blödsinn raus: Für die Frauen wird da womöglich stark eingeschränkt was gemacht, dafür aber Autobahnen finanziert und ähnlicher Blödsinn.“
„Unter den 30 millionen Männer gibt es sicher viele, die können nicht 50 Euro pro Monat locker machen und wenn doch, dann nur unter unzumutbaren Einschränkungen.“
„Das ist nur eine kleine Minderheit“, kommentierte Walli, „für die werden andere Möglichkeiten verlangt. Die können zum Beispiel in den Frauenhäusern stundenweise Sozialdienst verrichten, oder für Seniorinnen die Nachttöpfe der alten Damen sauber halten, oder auch beim Stuhlgang der Seniorinnen helfen, so den verschmierten Hintern abwischen und mit Waschlappen oder Tüchern reinigen.“
„Wieso nur für die Seniorinnen?“ wandt ich ein, „die alten Herren müssen doch auch versorgt werden.“
„Ach“, winkte die funtamentalistische Feministin ab, „die Altdeppen können ruhig in ihrer Scheiße liegen oder sitzen bleiben.
Die müssen sich halt mehr zusammen reißen, damit dies nicht zu oft passiert. Sonst könnte es vorkommen, dass einer vom Pflegepersonal sagt: Herr Müller, sie liegen ja schon wieder verschissen im Bett. Sie sollen sich doch melden, wenn sie kommenden Stuhlgang spüren.
Und der Mann antwortet nur: Ich dachte, ich sitze auf der Klobrille.“
„Noch näher solche Situationen brauchen wir jetzt nicht erörtern“, äußerte ich, „aber eine Frage hab ich noch, Walli: Für welchen Zeitraum hast du dir denn diese Hexensteuer gedacht ?“
„250 Jahre is da nichts passiert. Das bedeutet: Diese Steuer müssen 250 Jahre die Männer aufbringen.“