Hündin

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Hündin Trude     Bellen/Heulen,  

Müde wie ein Hund,

Hündin Trude, leckere Happen und Marko  

                                       

Hündin Trude 

Hunne stoamme ja bekoanntli(s)ch vom Wolf ab. Baa unsrä Hindin Trud(s)chemerkte wä

allerdings oft nix devo. Oastatt si(s)ch wie äh gefährli(s)ch Raubdier zu benemme, loag sie heifi(s)ch mit dem Ricke ufän Sofa un streckte alle Viere vo si(s)ch. Se winselte debaa un heerte erst uf, wenn oaner vo ihräm Menscherudel se iwä die Woamb streichelte.Un des minuteloang.

                   I(s)ch woar wiirä moal mitTrude un Marie(s)che zim Woald gelaafe, vobaa   oam Blaahe Haas  in Juräm ,Ri(s)chtung Melibokus.

Es woar Oafang Septembä un noch summäli(s)ch woarm.

Unsä lieb Dier stromerte in de Gejend rim.Moanchmoal scheichte se im abgefallne, braane Laab schwaddse Amseln uf un roannte wie ne Beklobbte hinnähe. Nadierli(s)ch hoddse so ähn Vohel nie gekriggt, die seun immä rä(s)chtzaati(s)ch fordd geflohe.

Marie(s)che soaß uf meunä Schultä un beschäfdi(s)chte si(s)ch mit meune Hoarn. Annem Bach dahte wä äh Rast eulä(s)che. I(s)ch hob meu De(s)chter(s)che erst iwän Kopp in die He(s)ch un doann ufän Woaldboode.

I(s)ch hebb Dorscht wie ähn Brauereigaul“, murmelte i(s)ch in mi(s)ch reu, „meu Kehl seun drocke wie äh Wiest.“

Flach daht i(s)ch mi(s)ch ins Laab oam Bachufä hieleihe un dauchte moan ähitzt Gesi(s)cht ins frischkiehle Wassä. Ah, des daht guut. Gieri(s)ch schlerfte meu Meil(s)che kalt Wassä uf.

Willsde aach Wassä drinke, Marie(s)che?“ froate i(s)ch des kloa Mäd(s)che.

Noa,i(s)ch will koa Wassä drinke“, antwortete Marie(s)che, „i(s)ch will koa Fresch innän Bauch krieje. Awä ähn Schluck Limonoad däht i(s)ch nemme.“

Gliecklichäwaas hodd i(s)ch eune Umhängdasch baamä, mit äh Fläschche Orangschesaft un

ähn poar Keks innä Schachtel. Doamit väsor(s)chte i(s)ch meu Kinn.

Wo seun Trud(s)che?“ froate meu De(s)chter(s)che un väschlong oan Keks nachäm annern.

I(s)ch guckte um mi(s)ch. Toatsä(s)chli(s)ch, die Hindin woar ner(s)chenswo zu sehe.

Trude! Kimm hä!“ rief i(s)ch laat in de Woald. Nix daht si(s)ch.

Doa piff i(s)ch mit de Fingä. Jetzt koam die Hindin oageflitzt un stoand doann schwoanzwedelnd, dreiherzi(s)ch blickend baa uns. Doass des Kinn Keks fudderte, merkte des Dier sofordd un väennerte seu Vähalte. Stumm un rä(s)chungslos stoandes doann vo däm Mäd(s)che, in Äwaddung eunes leckerän Happens.

I(s)ch hodde ähn poar gedrocknete Flaaschstoange mit genumme, Macke Wuffi,die leckere Belohnung. In de Stoang woarn Kärbe eugeritzt, finf moal. Des seun gedacht, dass mä Stick(s)chä abreiße koann.    Unsä Trud(s)che bekoam alleweil die goanz Stoang un glaa drei, vier hinnäeunannä devo. S´woar also immä besunners lieb un musste gewaltisch belohnt wern.

            Oam Bach spielte wä noch, dahten ähn Damm baue, doamit des Wassä gestaut werd. Marie(s)che schleppte Steu un Äst oa un hippte a schun moal ins Wassä, woas awä net schlimm woar, des Kinn hadde Gummistiefel oa.

So noach nä halb Stunn dahte wä waatä dor(s)ch de Woald laafe, Marie(s)che wirrä uf moanä

Schultä.„I(s)ch seun mied,“ daht se als Änschulligung oagewwe, als i(s)chä voschluug doch moal zu Fuß laafe. Als liewendä Babba konnt i(s)ch doa net noa saage.

Hinnä oanä Wä(s)chbie(s)chung drafe mä pletzli(s)ch eun Moann, beglaatet vonäm greeßere Hunn, der addi(s)ch newwe hä laafe daht.

So schee me(s)cht i(s)ch´s a moal hobbe“, soate de Fremde , „mi(s)ch duht niemoand droache.“

Marie(s)che soate nix dezu.

So äh groß Mäd(s)che muss immä noch gedroache wern? Des wunnert mich.“

Doann ähn abrupte Themewächsel: „Von wo kumme se hä?“ froatä neigieri(s)ch, „i(s)ch seun vo Zwingeber(s)ch.“  „Un wä von Jurem“, antwortete i(s)ch. De große Hunn schnuffelte oa mä. Doa merkte i(s)ch: Trud(s)che woar wirrä moal weg.

Trud(s)che! Kimm zu uns!“ Wirrä daht si(s)ch nix. I(s)ch musst erst mit de Fingä peife. Doa koam unsre Hindin oageflitzt un wollte sofordd mittäm fremde Hunn spiele. Sie rä(s)chte ihn oa mitä rim zu tolle.Dä reagierte awä net wie äwinscht.

Ihr Trud(s)che seun awä sä schlä(s)cht äzoje“, riegte de Moann, „se darf doch net oafach duhn, woas se will. Ähn Hunn hodd zu gehor(s)che! Ohne Zicke!“ teentä bestimmt.

Och, so seh ich des net“, vädeiti(s)chte i(s)ch meu Familiemitglied,„des Trud(s)che seun doch net meu Sklavedier. Ähn freie Wille solles ruhi(s)ch hobbe.“

De Fremde soate nix, guckte mi(s)ch awä koppschittelnd oa. Ä goab doann seunem oabgeri(s)cht Hunn äh Karottestick(s)che, doass ä gieri(s)ch väschlong.  MoanämTrud(s)che bootä aoans oa, es schnupperte awä bloß deroa un bellte, als wolltes soage: Woas soll i(s)ch mit Gemies?  I(s)ch musst lache un druch vo:

                      „Des Trud(s)che bellt un kläfft:

                       I(s)ch will koa Dieet

                       I(s)ch seun doch net bleed!“   
“Väwehnt seun se a noch“, soat de Moann missbilli(s)chend, „werkli(s)ch,koa Äziehung. Un die Dochtä nutzt den Babba a aas, se lässt si(s)ch uf de Schultä draache.“

Des woar ebbes zu viel fer mei freindli(s)ch Gemiet un wollt mi(s)ch sofordd väbaschiede.

Wä misse wirrä hoam gehe“, knurrte i(s)ch unfreindli(s)ch, „wä wolle fuddern, Quellkadoffel mit Kreitäquack un Heringsstick(s)chä.“

Des ess i(s)ch a gern“, babbelte de Moann, „un noch liewä Quellkadoffel mit äh Fleck(s)che Buddä uf Quetschekuche gelä(s)cht.“

Des seun fer mi(s)ch äh seltsoam Kombinazjon. So als dähte mä Gummern mit Schokoload zusoamme fresse“, rief i(s)ch  un beaalte mi(s)ch zu väschwinne, nadierli(s)ch mit Marie(s)che uf de Schultä.

Moa lieb, kloa De(s)chter(s)che soate baam Weggehe: „Des seun awä ähn Bleedmoann, ähn ri(s)chti(s)chä Uhrumpel.“

Doa daht i(s)ch net wirräspreche.  Zu Trud(s)che, des dreiherzi(s)ch un lieb newä uns hä lief soate i(s)ch:

 

 

 

   „Unsä Hunn braacht net sklavisch zu gehor(s)che

ihr Äziehung beraat uns koa schlimme Sor(s)che.

Se koann fast oalles duhn un mache, woas se will

Beschäftigung mittä seun äh freidi(s)ch Spiel.“  

 

 

 

 

 

Übersetzung:Hunde stammen ja bekanntlich vom Wolf ab. Bei unsrer Hündin Trude merkten wir allerdings oft nichts davon. Anstatt sich wie ein gefährliches Raubtier zu benehmen, lag sie

häufig mit dem Rücken auf dem Sofa und streckte alle Viere von sich. Sie winselte dabei und hörte erst auf, wenn einer von ihrem Menschenrudel sie über die Wampe streichelte. Und das minutenlang.

Ich war wieder mal mit Trude und Mariechen zum Wald gegangen, vorbei am Blauen Haus, Richtung Melibokusiv.

Es war Anfang September und noch sommerlich warm.

Unser liebes Tier stromerte in der Gegend rum. Manchmal scheuchte sie im abgefallenen, braunem Laub schwarze Amseln auf und rannte wie eine Bekloppte hinter her. Natürlich hatte sie so einen Vogel nie bekommen, die sind immer rechtzeitig fort geflogen.

Mariechen saß auf meiner Schulter und beschäftigte sich mit meinen Haaren.

An einem Bach legten wir eine Rast ein. Ich hob mein Töchterchen erst über den Kopf in die Höhe und dann auf den Waldboden.

Ich habe Durst wie ein Brauereigaul“, murmelte ich in mich hinein, „meine Kehle ist trocken wie eine Wüste.“

Flach legte ich mich ins Laub am Bachufer nieder und tauchte mein erhitztes Gesicht ins frischkühle Wasser. Ah, das tat gut. Gierig schlürfte mein Mäulchen kaltes Wasser auf.

Willst du auch Wasser trinken, Mariechen?“ fragte ich das kleine Mädchen.

Nein,ich will kein Wasser trinken“, antwortete Mariechen, „ich will keine Frösche in den Bauch kriegen. Aber ein Schluck Limonade würde ich nehmen.“

Glücklicherweise hatte ich eine Umhängetasche bei mir, mit einem Fläschchen Orangensaft und ein paar Kekse in einer Schachtel. Damit versorgte ich mein Kind.

Wo ist Trudchen?“ fragte mein Töchterchen und verschlang ein Keks nach dem anderen.

Ich guckte um mich. Tatsächlich, Trudchen war nirgendwo zu sehen.

Trude komm her!“ rief ich laut in den Wald. Nichts passierte.

Da pfiff ich mit den Fingern. Jetzt kam die Hündin angeflitzt und stand dann schwanzwedelnd,

treuherzig blickend bei uns. Dass das Kind Kekse futterte, merkte das Tier sofort und veränderte sofort sein Verhalten. Stumm und regungslos stand es vor dem Mädchen, in Erwartung eines leckerenHappens.

Ich hatte ein paar getrocknete Fleischstangen mit genommen, Marke Wuffi,die leckere Belohnung. In der Stange waren Kerben eingeritzt, fünf mal. Das gedacht, dass man Stückchen abreißen kann.  Trudchen bekam stets die ganze Stange und gleich drei, vier hintereinander

davon. Es war halt immer besonders lieb und musste gewaltig belohnt werden.

           Am Bach spielten spielten wir noch, bauten einen Damm, damit das Wasser gestaut würde. Mariechen schleppte Steine und Äste an und sprang auch schon mal ins Wasser,was aber nicht schlimm war, das Kind hatte Gummistiefel an.

So nach einer halben Stunde gingen wir weiter durch den Wald, Mariechenwieder auf meiner Schulter.  

„Ich bin müde“, gab es als Entschuldigung an, als ich ihr vorschlug doch mal zu Fuß zu laufen. Als liebender Papa konnte ich da nicht nein sagen.

Hinter einer Wegbiegung trafen wir plötzlich einen Mann, begleitet von einem größeren Hund, der artig neben her lief.

So schön möchte ich´s auch mal haben“, sagte der Fremde, „mich trägt niemand.“

Mariechen sagte dazu nichts.

So ein großes Mädchen muss immer noch getragen werden? Das wundert mich.“

Dann ein abrupter Themenwechsel: „Von wo kommen sie her?“ fragte er neugierig, „ich bin von Zwingenberg.“ „Und wir von Jugenheim“, antwortete ich. Der große Hund schnuffelte an mir. Da merkte ich: Trude war wieder mal weg.

Trudchen! Komm zu uns!“   Wieder tat sich nichts. Ich musste erst mit den Fingern pfeifen.

Da kam unsre Hündin angeflitzt und wollte sofort mit dem fremden Hund spielen. Sie regte ihn an mit ihr rum zu tollen. Der reagierte aber nicht wie erwünscht.

Ihr Trudchen ist aber sehr schlecht erzogen“, rügte der Mann, „esdarf doch nicht einfach tun, was es will. Ein Hund hat zu gehorchen! Ohne Zicken!“ tönte er bestimmt.

Och,so sehe ich das nicht“, verteidigte ich mein Familienmitglied, „dasTrudchen ist doch nicht mein Sklaventier. Einen freien Willen soll es ruhig haben.“

Der Fremde sagte nichts, guckte mich aber kopfschüttelnd an.  Er gab dann seinem abgerichteten Hund ein Karottenstückchen, dass er gierig verschlang. Meinem Trudchen bot er auch eins an.

Es schnupperte aber bloß daran und bellte, als wollte es sagen: Was soll ich mit Gemüse?

Ich musste lachen und trug vor:

                          „Das Trudchen bellt und kläfft:

                           Ich will keine Diät,

                           ich bin doch nicht blöd.“

Verwöhnt ist sie auch noch“, sagte der Mann missbilligend, „wirklich, keine Erziehung. Und die Tochter nutzt den Papa auch aus, sie lässt sich auf der Schulter tragen.“

Das war etwas zu viel für mein freundliches Gemüt und wollte mich sofort verabschieden.

Wir müssen wieder heim gehen“, knurrte ich, „wir wollen futtern, Pellkartoffeln mit Kräuterquark und Herings-stückchen.“

Das ess ich auch gerne“, schwätzte der Mann, „und noch lieber Pellkartoffeln mit einem Flöckchen Butter auf Pflaumenkuchen gelegt.“

Für mich ist das eine seltsame Kombination. So als würde man Gurken mit Schokolade zusammen essen“, rief ich und beeilte mich zu verschwinden, natürlich mit Mariechen auf der Schulter.

Mein liebes, kleines Töchterchen sagte beim Weggehen: „Das ist aber ein Blödmann, ein richtiger Uhrumpel (Trottel).“

Da widersprach ich ihr nicht. Zu Trudchen, das treuherzig und lieb neben uns her lief, sagte ich:

Unser Hund braucht nicht sklavisch zu gehorchen

ihre Erziehung bereitet keine schlimme Sorgen.

Sie kann fast alles tun und machen, was sie will

Beschäftigung mit ihr ist ein freudiges Spiel.“

 

Hunde bellen, Wölfe heulen  

Schorschi,waaßte wieso Hunne belle, Welf awä net?“ froate mi(s)ch Klausi.

I(s)ch zuckte mit de Schuldä„ So genaa waaß i(s)ch des net, awä i(s)ch hebb mä schun deriwwä Gedoanke gemacht.“

Loss moal heern!“

Joa, wie bekoannt, duhn die Welf heile. Des mache wirrärim die Hunne net. Baa de Wilddiern fängt alleweil de Leitwolf oa zu heile, die annern Rudeldiern moache des doann noach. Baa uns Mensche seun de Leitwolf immä er(s)chend oan Mensch, koan Dier. Ähn Mensch duht awä net heile, desweje heile die Hunne nemmä.“

Des hebb i(s)ch kapiert“, nickte Klausi, „awä wieso belle Hunne?“

Woas die Hunne vo unsre Uroahne geheert hobbe woar zim Baaspiel: Du seun ähn bleedä Babbsack, ähn gasdi(s)chä Uhrumpel. Du Hannebambel, du,du därabbli(s)chä Hosseschissä!

Des woarn viellaa(s)cht Spri(s)ch vonnä Fraa. De Moann daht doann zurick brille: Du bleedmobbli(s)ch Krawallschachtel, wie babbi(s)ch du wirrä rim laafe duhst! Des koannsde baa deunä Bagaa(s)ch mache, awä net baa mä.“

Oh,des seun joa schlimme Spri(s)ch, die heern si(s)ch sä bees unoabgehackt oa“, moante Klausi.

Ri(s)chdi(s)ch“, besdädi(s)chde i(s)ch, „die Hunne väsuchte des halt noach zumoache. Deraas enstoand des Belle.“

 

Übersetzung:“Schorschi, weißt du wieso Hunde bellen, Wölfe aber nicht?“ fragte mich Klausi.

Ich zuckter mit der Schulter.„So genau weiß ich das nicht. Aber ich habe mir darüber schon Gedanken gemacht.“

Lass mal hören!“

Ja, wie bekannt, heulen Wölfe. Dies machen widerum die Hunde nicht. Bei den Wildtieren fängt immer der Leitwolf an zu heulen, die anderen Rudelmitglieder machen das dann nach. Bei uns Menschen ist ihr Leitwolf stes ein Mensch, kein Tier. Ein Mensch heult aber nicht. Deswegen heulen die Hunde nicht mehr.“

Das hab ich kapiert“, nickte Klasui, „aber wieso bellen Hunde?“

Was die Hunde von unseren Urahnen gehört haben, war zum Beispiel: Du bist ein blöder Pappsack. Ein unfreundlicher, sturer Trottelbock. Du Schwächling, du dünner Angsthase!

Dies waren vielleicht Sprüche von einer Frau. Der Mann brüllte dann zurück: Du blödes, fettes

streitsüchtiges Weibsstück! Wie verschmiert du wieder rumläufst, das kannst du bei deinem Anhang machen, aber nicht bei mir.“

Oh,das sind ja schlimme Sprüche. Sie hören sich sehr böse und abgehackt an.“

Richtig“,bestätigte ich, „die Hunde versuchten das halt nach zu machen. Daraus entstand das Bellen.“  

 

 

Müde wie ein Hund?

 

Uf de Filosoferund babbelte mä iwä dieri(s)che Ei(s)cheschafte.

In de deitsch Sproach duht`s Spri(s)ch gewwe wie Hungä wie ähn Bä, muntä wie ähn Fisch un mied wie oan Hunn“,begoann i(s)ch, „doass Hunne heifi(s)ch mied seun,  koann i(s)ch net besdädi(s(che, letzt Wocheend hodde mä zu unserm kwirli(s)ch Trud(s)che aach noch draa annern Rabauke vo Noachboarn, die fer zwaa Daach  Bekoannte in Owähesse besucht häm.“

Klausi nickte. „Des koann i(s)ch bestädi(s)che, es misst heiße   mied wie äh Katz, die penne uugefäh alle vier Stunne.

 

 

                       Hunne duhn niemoals dauernd penne

                      se duhn awä  viel hippe un renne.

                      Katze degeje leihe mied in de Ecke,

                      uffen Sofa orrä im Gadde unnä Hecke.“

Wie seun die Leit nur uf so ne Fehleuschätzung kumme?“ froate i(s)chun zuckte mit de Schulter.

Viellaa(s)cht hieß des friehä anners un die Mensche hobbe des doann fehlgedeitet“,

waff Heunä eu, „bestimmt hieß des zuerst  mied wie die Kunne. Moanche hobbe halt net ri(s)chdi(s)ch zugeheert un hobbe västonne mied wie Hunne.“

Froagend wäwerrte Blicke droafe unsern Koampfdrinkä Heunä, hoddä etwoa oan jänem Owend schun zuviel Bier gedrunke?

Des duht koan Sinn gewwe, äwirrerte Klausi, „Kunne seun doch netmied un die Kaafheisä duhn alles, doamit dieLeit net euschloafe, sunnern hellwach, awä bleddsinni(s)ch kaafe un nochemoal kaafe.“

Kaafheisä! Des woar des Stichwodd fer mi(s)ch. Ähn Gaastesblitz dor(s)chzuckte meu Kreativhern und de Donnäfol(s)chte sofodd in Form eunä tiefgrindi(s)ch Bemerkung. „UnsäHeunä hodd vämutli(s)ch rä(s)cht“, väkindete i(s)ch de uuwissend annern Filosofe, „wenn i(s)ch mit meunä Fraa in Froankford. awä aach schun in Dammstadt seun,werd i(s)ch alleweil fer(s)chdäli(s)ch mied,während Lisett(s)che mit glänzende Aache dor(s)ch die Geschäfte schlennert. Schun heifi(s)chä musst i(s)ch i(s)ch naus laafe uf die Stroaß un uff nä Boank mi(s)ch hieleihe. Oft woar i(s)ch dordd net de eunzi(s)che,aach annern gestresste Familjeväddä lagerte dordd un  kämpfte middäm Schloaf.“

Oh ja“, bestädi(s)chte Klausi, „ des kenn i(s)ch aach vo meunä Bagaa(s)ch. Schor(s)chi, des hosde gut äkoannt.

 

 

Schor(s)chi is heit owend eun groandijos Schänie

iwähaapt net bleed wie äh doof Rindvieh.

Als gestresstä Vaddä seun ä heifi(s)ch mied

koann nur schloafe,net peife äh frehli(s)ch Lied.“

 


 

Übersetzung:Auf der Filosofenrunde redeten wir über tierische Eigenschaften.

Inder deutschen Sprache gibt es Sprüche wie hungrig wie ein Bär,munter wie ein Fischund müd wie ein Hund“,begann ich, „dass Hunde häufig müde seien, kann ich nicht bestätigen, letztes Wochenende hatten wir zu unserem quirligen Trudchen auch noch drei andere Rabauken von Nachbarn, die für zwei Tage Bekannte in Oberhessen besucht hatten.“

Klausinickte. „Dem kann ich nur zustimmen. Es müsste heißen  müde wie eine Katze,die pennen ungfähr alle vier Stunden.

                       Hunde tun niemals dauernd pennen

                       sie tun aber viel hüpfen und rennen.

                       Katzen dagegen liegen müd in den Ecken,

                       auf dem Sofa oder im Garten unter Hecken.“

Wie sind die Leute nur auf so eine Fehleinschätzung gekommen?“ fragte ich und zuckte mit den Schultern.

Vielleicht hieß das früher anders und die Menschen haben das dann fehlgedeutet“, warf Heiner ein, „bestimmt hieß das zuerst müde wie die Kunden. Manche haben halt nicht richtig zugehört und verstanden müd wie Hunde.“

Fragend verwirrte Blicke trafenunseren Kampftrinker Heiner, hatte er an jenem Abend etwa schon zu viel Bier getrunken?

Dasergibt keinen Sinn“, erwiderte Klausi, „Kunden sind doch nichtmüde und die Kaufhäuser tun alles, damit die Leute nicht einschlafen, sondern hellwach, aber blödsinnig

kaufen und nochmals kaufen.“

Kaufhäuser! Das war das Stichwort für mich. Ein Geistesblitz durchzuckte mein Kreativgehirn und der Donner folgte sofort in Form einer tiefgründigen Bemerkung.

Unser Heiner hat vermutlich recht“, verkündete ich den anderen unwissenden Filosofen,

wenn ich mit meiner Frau in Frankfurt, oder auch schon in Darmstadt bin,werde ich immer fürchterlich müde, wenn Lisettchen mit glänzenden Augen durch die Geschäfte schlendert.

Schon häufig musste ich dann rausgehen auf die Straße und auf eine Bank hinlegen. Oft war ich dort nicht der einzige, auch andere gestresste Familienväter lagerten dort und kämpften mit dem Schlaf.“

Ohja“, bestätigte Klausi, „das kenne ich auch von meiner Sippschaft. Schorschi, das hast

du gut erkannt.

Schorschi ist heut abend ein grandioses Genie

überhaupt nicht blöd wie ein doofes Rindvieh.

Als gestresster Vater ist er häufig müd

kann nur schlafen, nicht pfeifen ein fröhlich(es) Lied.“  

 

 

Hündin Trude,  leckere Happen und Marko

 

Rolfi,de Sohn vo unserm Chef-Filosof, woar vier Joahr eldä als Macko. Ähodde net alleweil de beste Eufluss uf de Bu. Neiädings daht unsä Kinn moan(s)chmoal gereumte Zwaa- un Mäzeilä vo si(s)ch gewwe, dieä  iwäwie(s)chend net in seunäm Hern aasgebriet hodd, sunnern se däm Rolfi noachbabbelte.

Des word mä wirrä deitlich vo Aache un Ohrn gefieht als wä oam Middaachsdisch hockte. Unsre Hindin Trude stoand bewä(s)chungslos,noch nettemoal de Schwoanz wedelte, vo de Macko un daht mit große Aache uf Happe wadde.

Duh des Trud(s)che net fiddern“, ämoahnte i(s)ch Macko, „die Flaaschbrocke sollst du esse, unsä Dier hodd seu Drockefuddä.“

I(s)ch bin doch koan Dierkwälä“, protestierte Macko, un,

 

 

 

           „unsä Hunn will alleweil vägnie(s)cht schnappe

           noach grooße defdi(s)ch leckere Happe.“

 

Diern seun vo Nadur aas uuvänienfdi(s)ch“, daht i(s)ch äwirrern, „un unsä Trud(s)che besunners. Des Drockefuddä is ferres viel gesinnä als des Menscheesse. Un duh mä jetz net soage, awä de Rolfi moant woas anneres. De Sohn vo unserm Dorffdi(s)chtä Klausi is heifi(s)ch genug noch de reunste Kinnskopp. Seun Vaddä koann devo eun Lied singe.“

Sol(s)ch Aasfiehrunge daht de Bu net iwäzei(s)che, uubeärrt un vollfrehli(s)chä Bleedhaat bleektä:

 

 

  „Eldern misse die Kinnä goanz lieb väweehne

doamit se glickli(s)ch seun, net gekwält steehne.“

Woas soll diesä Spruch? Oan Aaaßestehende kennt moane, du dähsd baa uns eune Misshandlung noach de anner äleide:“

Des seun aach eun Vers vom Rolfi. Ä will aach oan Dorfdi(s)chtä wern un in die Fusstappe vo seuneäm Vaddä dräre.“

Doann,noach korzä Iwälä(s)chung: „Naja, stänni(s)che Misshandlunge is viellaa(s)cht iwädriwwe, awä:

 

 

 

 

  Kinnä daff mä net voll stoppe mit biddä Gemies

machsdes doch, seun des ar(s)ch fies.

Se wolle Guuz(s)chä, Schokoload un annern Sießi(s)chkaate

aach Ribbel- un Kwetschekuche, viele Kestli(s)chkaate.“    

Doa kenn I(s)ch eune Versbasdelei“, babbelte i(s)ch, „die duht di(s)ch ufklärn:

 

 

  Diern un Kinnä misse Spordd dreiwe un gesunn Esse krieje

un net nur Guuz(s)chä lutsche, faul uffen Sofa lieje.

Se solle net wie väzoohe, supäsensibel Weese steehne:

Unsä bees Eldern duhn uns nur ebbes, zu wäni(s)ch väweehne“.

Iwähaapt:

Kinnä solle alleweil de Eldern gehor(s)che

sunst krieje Eldern un Kinnä nur Sor(s)che.

 

 

 

 

Übersetzung:Rolfi, der Sohn von unserem Chef-Filosofen, war vier Jahre älter als Marko. Er hatte nicht immer den besten Einfluss auf den Bub.Neuerdings gab unser Kind manchmal gereimte Zwei- und Vierzeiler von sich, die er überwiegend nicht in seinem Hirn ausgebrütet hatte, sondern sie dem Rolfi nach blabberte.

Das wurde mir wieder mal deutlich vor Augen und Ohren vorgeführt als wir am Mittagstisch saßen. Unsere Hündin Trude stand bewegungslos,nicht einmal der Schwanz wedelte, vor dem Marko und wartete mit großen Augen auf Happen.

Fütter nicht Trudchen!“ ermahnte ich Marko, „die Fleischbrocken sollst du essen, unser Tier hat sein Trockenfutter.“

Ich bin doch kein Tierquäler“, protestierte Marko, und,

unser Hund will immer vergnügt schnappen

nach großen deftig leckeren Happen.“

Tiere sind von Natur aus unvernünftig“, erwiderte ich, „und unserTrudchen besonders.

Das Trockenfutter ist für es viel gesünder als das Menschenessen. Und jetzt erzähl mir nicht, aber der Rolfi meint was anderes. Der Sohn von unserem Dorfdichter Klausi ist häufig genug noch der reinste Kindskopf. Sein Vater kann davon ein Lied singen.“

Solche Ausführungen überzeugten den Bub nicht, unbeirrt und voll fröhlicher Blödheit blökte er:

Eltern müssen die Kinder ganz lieb verwöhnen

damit sie glücklich sind, nicht gequält stöhnen.“

Was soll dieser Spruch?“ bemerkte ich, „ein Außenstehender könnte meinen du würdest bei uns eine Misshandlung nach der anderen erleiden.“

Dies ist auch ein Vers vom Rolfi. Er will ebnfalls ein Dorfdichter werden und in die Fußstapfen von seinem Vater treten.“

 

 

Dann,nach kurzer Überlegung: „ Na ja, ständige Misshandlung ist vielleicht übertrieben, aber:

Kinder darf man nicht vollstopfen mit bitter Gemüs

machst du es doch, ist das arg fies.

Sie wollen Bonbons, Schokolade und andere Süßigkeiten

auch Streusel- und Pflaumenkuchen, viele Köstlichkeiten.“

Da kenne ich eine Versbastelei“, sprach ich, „die klärt dich auf:

Tiere und Kinder müssen Sport treiben und gesundes Essen kriegen

und nicht nur Bonbons lutschen, faul auf dem Sofa liegen.

Sie sollen nicht wie verzogene, supersensible Wesen stöhnen:

 „Unsere bösen Eltern tun uns nur etwas, zu wenig verwöhnen.“

Überhaupt:

Kinder sollen immer den Eltern gehorchen

sonst kriegen Eltern und Kinder nur Sorgen.(auf hessisch reimt es sich)