Manipulation von Zeit und Raum

  

Des letzt Wocheend hobb i(s)ch wirrä moal fleißi(s)ch im Intänet gesteebert“, babbelte i(s)ch uf de Filosoferund, also in de Kneip Zim Weise Mondmoann, „laadä hodd mi(s)ch des net so ri(s)chdi(s)ch befriedi(s)cht. Meu noach woahrä Äkenntnis derstendes Hern daht fast drocke bleiwe wie äh Wiest. Ebbes hobb i(s)ch awä doch gelernt.“

Doa musst i(s)ch erstmoal wäni(s)chtens meu Keehl mit Bier befei(s)chte un kippte ähn grooße Schluck Bier.

Noa, woas hosde denn äfohrn, Schor(s)chi?“ froate Klausi, „seun du ebbes gliggli(s)chä worn?“

Iwälä(s)chend wie(s)chte i(s)ch moan Wersching hie un hä. „Des waaß i(s)ch net.“ ich zuckte mit Mundwinkel un Schuldern, „haaptsä(s)chli(s)ch hebb i(s)ch Adiggel iwä des Probläm  Moanipuladdsjoon vo Zaat un Raum mä reugezooge. I(s)ch hebb mä glaa gedenkt, viellaa(s)cht kenne die Filosofe mä helfe....also ihr seud demit gemoant, liewe Freinde.“

Des häm mä schun västonne“, niggte Klausi, „nadierli(s) wern wä väsuche unsern siedhessische Filosof, däm Herrn Schor(s)chi Schnabbelschnut, seu Probläm zu leese.“

Woas soll des bedeite Moannipuladdsjoon vo Zaat un Raum?“ froate Babett(s)che, „des misse joa zuerst klärn.“

Stimmt“, bestädi(s)chte i(s)ch, „also, des seun so: Des haaßt, wenn des meegli(s(ch seun, doaan kennte mä in die Zukunft tigern, aach in de Vägongehaat, orrä die Zaat stobbe. Nadierli(s)ch nur fer die Umgäbung, net fer uns selwst. Un Manipuladdsjoon vo Raum dähte bedeite, doass mä vo eunä Sekunn uf die annä pletzli(s)ch in Afrika in de Savann hocke kennte un zugucke wie die Giraffe un Leeb rim laafe.“

Woarim aasgere(s)chnet Afrika“, moante Heunä, „i(s)ch däht beraats gliggli(s)ch seun, wenn i(s)ch hier in de Kneip sowoas dähdi(s)che kennt. Zim Baaspiel, wenn meu Biergloas fast lä worn is, doann misst i(s)ch euni(s)che Minute mi(s)ch in die Vägongehaat zurick väsetze kenne.....mit de Folg, doass de Wert Mosjö Moandmoann mä groad äh neies, volles Biergloas uf de Disch hiegestellt hodd. Un des däht i(s)ch doann wirrähoole un wirrähoole,

viellaa(s)cht zwoanzi(s)ch orrä dreißi(s)ch moal.“

Sol(s)che Gedoanke dahte aach schun in meu Hern Besitz ägreife“, niggte i(s)ch, „awä doa dauche Knoote oan Probläme uf, die i(s)ch bishä net zu meunä Befriedi(s)chung entwirre konnt.  Werd mä doador(s)ch storzbedrunke, orrä seun`s nur so, als hädde mä nur eun eunzi(s)ches Gloas gekippt.“

Doa musste halt noch mä im Intänet gucke“, äwirrerte Heunä, „des däht mi(s)ch aach indresiern.“

Un doa duht`s noch woas anneres gewwe, des mä bericksi(s)chdi(s)che muss“, gehaamnisvoll guckte i(s)ch in die Rund, so als däht i(s)ch glaa eune supäwi(s)chdische Äkenntnis fer uns werdi(s)che Filosofe väroate, „wenn du Heunä, fer euni(s)che Minute in die Vägongehaat reise konnst, doann kenne des woahrscheinIi(s)ch annern Leit aach, zim Baaspiel unsä Wert Mosjö Mondmoann. Däm seune Winsch duhn si(s)ch net uubedingt mit deune decke. Seu scheenste Momente im Kneipeläwe kimme alleweil, wennä vo uns des Geld fer die Zech eukassiern duht. Mosjö Mondmoann dähte doann so(s)che Situaddsjoone

wirrähoole un wirrähoole, des haaßt mä bezoale un bezoahle. Haaßt des nun, doass unsä Portmonnee velli(s)ch lä werd orrä hämmä in Werkli(s)chkaat doch nur eunmoal Geld berappe misse ?“

Klausi lachte un daht gespielt gähne. „Des seun doch werklich totoal uuwi(s)chdi(s)che Iwälä(s)chunge. Schun heifi(s)chä hebb i(s)ch schun fer sol(s)che Momente oan besunnä Spruch gesoat. Ä laatet:



Im kinni(s)che Hern kenne mä uns vägnie(s)cht denke viel

im alldä(s)chli(s)che Läwe seun des heifi(s)ch ä bleed Possespiel.“


Übersetzung: „Das letzte Wochenende habe ich wieder mal fleißig im Internet gestöbert“,

schwätzte ich auf der Filosfenrunde, also in der Kneipe Zum weisen Mondmann, „leider hatte mich das nicht so richtig befriedigt. Mein nach wahrer Erkenntnis dürstendes Hirn blieb fast trocken wie eine Wüste. Etwas habe ich aber doch gelernt.“

Da musste ich erst mal wenigstens meine Kehle mit Bier befeuchten und kippte einen großen Schluck Bier.

Na, was hast du denn erfahren, Schorschi?“ fragte Klausi, „bist du etwas glücklicher geworden?“

Überlegend wiegte ich meinen Kopf hin und her. „Das weiß ich nicht“, ich zuckte mit Mundwinkel und Schultern, „hauptsächlich habe ich Artikel über das Problem Manipulation von Zeit und Raum in mir reingezogen. Ich habe mir gleich gedacht, vielleicht können die Filosofen mir helfen.....also ihr seid gemeint, liebe Freunde.“

Das haben wir schon verstanden“, nickte Klausi, „natürlich werden wir versuchen unserem

südhessischen Filosofen, Herrn Schorschi Schnabbelschnut, seine Probleme zu lösen.“

Was soll das bedeuten, Manipulation von Zeit und Raum?“ fragte Babettchen, „das müssn wir ja zuerst klären.“

Stimmt“, bestätigte ich, „also, das ist so: Das heißt, wenn das möglich ist,dann könnten wir auch in die Zukunft tigern, auch in die Vergangenheit, oder die Zeit stoppen. Natürlich nur für die Umgebung, nicht für uns selbst. Und Manipulation von Raum würde bedeuten, dass wir von einer Sekunde auf die andere plötzlich in der afrikanischen Savanne sitzen und zugucken wie die Giraffen und Löwen rum laufen.“

Warum ausgerechnet Afrika“, meinte Heiner, „ich wäre bereits glücklich, wenn ich hier in der Kneipe so was machen könnte. Zum Beispiel, wenn mein Bierglas fast leer geworden ist, dann müsste ich mich einige Minuten in die Vergangenheit zurück versetzen können......

mit der Folge, dass der Wirt Monsieur Mondmann mir gerade ein neues, vollen Bierglas auf den Tisch hin gestellt hat. Und das würde ich dann wiederholen und wiederholen, vielleicht 20 bis 30 mal.“

Solche Gedanken taten auch schon in meinem Hirn Besitz ergreifen“, nickte ich, „aber da tauchen Knoten an Problemen auf, die ich bisher nicht zu meiner Befriedigung entwirren konnte. Wird man dadurch sturzbetrunken, oder ist es nur so, als hätte man nur ein einziges Glas gekippt.“

da musste halt noch mehr im Internet gucken“, erwiderte Heiner, „das würde mich auch interessieren.“

Und da gibt`s noch was anderes, das man berücksichtigen muss“, geheimnisvoll guckte ich in die Runde, so als würde ich gleich eine superwichtige Erkenntnis für uns würdigen Filosofen verraten, „wenn du Heiner für einige Minuten in die Vergangenheit reisen kannst, dann können das wahrscheinlich andere Leute auch, zum Beispiel unser Wirt Monsieur Mondmann. Dem seine Wünsche decken sich aber nicht unbedingt mit deinen. Seine schönsten Momente im Kneipenleben kommen immer, wenn er von uns Geld für die Zeche einkassiert. Monsieur Mondmann würde dann solche Augenblicke wiederholen und wiederholen, das heißt wir bezahlen und bezahlen. Heißt das nun, dass unser Portemonnaie völlig leer wird oder haben wir in Wirklichkeit doch nur einmal Geld berappen müssen?“

Klausi lachte und gähnte gespielt. „Das sind doch wirklich total unwichtige Überlegungen. Schon häufiger habe für solche Momente wie hier einen besonderen Spruch gesagt. Er lautet:

Im kindischen Hirn können wir uns vergnügt denken viel         

im alltäglichem Leben ist das häufig nur ein blödes Possenspiel“.

Manipulation von Materie


Letzt Woch hämmä iwä des Thema Manipuladdsjoon vo Zaat un Raum gebabbelt“, äeffnete i(s)ch die Filosoferund, „inzwische hebb i(s)ch äneit hoochindresonte Ägänsunge mit meunäm Kreativhern aasgedenkt.“

Klausi stehnte. „So waos hebb ich schun beferchtet“, daht unsä Schäff-Filosof kloage, „uns werd awä a nix äspoart. Äbammungsos duht unsä siedhessischer Filosof, Hä Schor(s)chi

Schnabbelschnut, seu Ferz, aasgebrietet im kinni(s)che Hern, iwä uns werdi(s)che Filosofe

schidde.“

Uugeriehrt iwäging i(s)ch seu bleed Bemerkung.“So seun des net“, daht i(s)ch fest behaapte,

es is werkli(s)ch woas Neies, des i(s)ch ei(s)ch zu beri(s)chte hebb. Iwä des Thema Mani-

puladdsjoon de Moaterje hämmä uns bishä noch nie tiefgrindi(s)ch geeißert. Des will i(s)ch jetz noachhoole.“  

Nadierli(s)ch musst i(s)ch erst eun grooße Schluck Bier kippe, bevo i(s)ch begoann die uu-

wissend Filosofe zu informiern. „Manipuladdsjoon de Moaterje koann zim Baaspiel folgendes bedeite: I(s)ch koann, wenn i(s)ch will, aasäm Appel eune Kokosnuss zaubern orrä aach ähn goanse Ber(s)ch Kokosniss dezu noch äh Wouheloadung Boanoane un nadierlich märere Kiste tief gekiehltä Broathähn(s)chä un des alles nur dor(s)ch meun Wille im Kopp.“

Mitleidi(s)ch guckte Klausi un de Heunä mi(s)ch oa, vo Ludwi(s)ch un Babett(s)che konnt i(s)ch denne Mimik noch net deite, begaastert dahte se net aas de Wäsch grinse.

Na ja, i(s)ch woars gewehnt, doass die vier meu groandijoos Eufäll net soffodd zu werdi(s)che wusste. Heifi(s)ch woar`s zuserst so: Perle vo die Sei geschidd.

Manipiladdsjoon de Materje bedeitet awä net nur Umwoandlung vo de Umgäwung, aach meu ei(s)chen Päsoon koann noach Beliebe äh nei Gestoalt oanemme, zim Baaspiel duh i(s)ch

doann frehli(s)ch wie meu Hindin Trud(s)che aassehe. Selwstvästännli(s)ch koann i(s)ch mi(s)ch jedäzaat zurick väwoandle vo eunä Millisekunn in die annä.“

Ouh, werkli(s)ch, sensaddsjonell“, frotzelte Klausi, seun speddischä Unnäton woar net zu iwäheern, „doann konnsde gliggli(s)ch die Beschunge nuff un runnä flitze un belle:


                       

I(s)ch seun ähn putzi(s)chä Hunn, holladiho

woas seun i(s)ch lusdi(s)ch, frehli(s)ch un froh.“

Deu Di(s)chtkunst woar aach schun moal bessä“, woar meu Oantwordd,

Im Summä braachste awä noch ähn Hut“, fuhr Klausi mit uugebrochenä Bleedhaat fordd, doamit du, mutiert als Hunn, koan Sunnestich kriggst. Des koann awä aach ähn greeßere

Hoankees seun,dä wo  so groß wie äh Wouheroad iwä deun Wersching schwäbe duht.“

Ähn Hoankees duht doch net schwäbe“, kritisierte Ludwi(s)ch.

Ach“, winkte Klausi oab, „wenn de Schor(s)chi Schnabbelschnut si(s)ch in eun Hunn vo eunä Sekunn zur annä umwoandle koann, doann kannä a die Schwäkraft dor(s)ch seun Wille noach Beliebe beeuflusse..“

Sol(s)ch Vostellunge gefalle mä“, soate deruf Babett(s)che, „i(s)ch däht awä liebä wie ähn Gaul rim hippe.“  

Un i(s)ch wie ähn weiß Eunhorn, des zufriede oam

Poalmestrond innä laa(s)cht Meeresbroandung draabe duht“, ägänzte Ludwi(s)ch, „nadierli(s)ch hobb i(s)ch ähn Strohut

uf meun grooße Kopp, aas däm des scheene Horn roagt un blendendes Sunneli(s)cht spie(s)chelt.

Falls die Sunn es awä zu gut meunt, misst i(s)ch doann noch Tie(s)chä uf de Rigge hobbe,

doamit die ämpfindli(s)ch Haat koan Schoade nemme duht.“

Un doamit de di(s)ch aach kratze koannst, hosde a vorn zwa Erm mit Hend, Ludwi(s)ch“,

babbelte Klausi halb lachend, „un selwstvästännli(s)ch hosde aach noch Fliehel mit denne du iwä Felse un Ber(s)che fliehe un segle koansst.“

Genaa, des muss seun“, pfli(s)chtete Ludwi(s)ch ihm baa.

Mä merkt sofodd, Schor(s)chi, Babett(s)che un Ludwi(s)ch“, unsä Schäff-Filosof guckte uns vowuffsvoll oa, „ihr hobbt koa werkli(s)che Probläme un duht ei(s)ch wel(s)che kienstli(s)ch schaffe un wenn`s a nur bleede Ferz im Hern seun.  Also, wie i(s)ch des sehe, wolltä Geddä seun, wie etwa die oaldgermoanische Odin, Thor un Freya, awä noch mä Mee(s)chli(s)chkaate hobbe zu zaubern. Hobbtä ei(s)ch schun moal Gedoanke gemoacht wie die iwwri(s)ch Menschhaat uf eire dolle Toalente reagiern dähte? Nadierli(s)ch hobbtä des net.“

Du duhsd falsch lie(s)che mit deunä Euschätzung“, äwirrerte i(s)ch, „zumindest woas meune Päsoon oageht. I(s)ch hobb mä sä wohl Gedoanke gemoacht, i(s)ch seun schließli(s)ch de Schor(s)chi Schnabbelschnut, Hä Klausi Vielreddnä.    Allädings muss mä in Betroacht ziehe, ob mit sol(s)che Fähi(s)chkaate....i(s)ch moan Moaterje zu manipuliern.....alle Mensche gese(s)chnet seun orrä nur euni(s)che, zim Baaspiel i(s)ch un unsre zwa Edelleit.   Ob die erst Mee(s)chli(s)chkaat so giensdi(s)ch seun, daff bezwafelt wern. I(s)ch vämut.....die Leit duhn doann friehä orrä spätä si(s)ch gejesaati(s)ch drieze bis zim Dood. Wenn awä nur wä draa des kenne, kennte mä die Allgemeunhaat aach woas zu Guute kimme losse. Eunmoal die Woch däht doann uffen Seehmä Spordploatz eun Groatismackt statt finne. Des haaßt wä Geddä äscheune dordd un woandle

 

Steu, Erd un Luft in Läwensmiddel un Gebrauchsgietä um un alle oawäsnde Mensche kenne devo nemme so viel se wolle, ohne bezoahle zu misse. Selwstvästännli(s)ch misse die Aksjoone vo uns beaufsi(s)chdi(s)cht wern, sunst duhn moan(s)che mit Lastä oarigge un wolle alles eloa eusacke un womee(s)chli(s)ch väkaafe.  Doamit des net bassiern duht, wern doann sol(s)che Gierhälse bestroaft, zim Baaspiel kennt mä denne ihre Lastä umwoandle in Kinnädretrollä un die eugesackte Woare in schmieri(s)ch väfaulte Oabfall.“

Noa wäni(s)chtens ebbes sozjoales Vähalte vo dä“, daht Klausi oaäkenne, „uf däm Sporddplatz musste doann awä noch eun Monument, viellacht vier orrä finf Metä hoch hiestelle.

Dordd seun doann die draa Geddä in weiß Mammor zu bewunnern: Eun Hunn, des aasieht wie des lieb Trud(s)che, blooß viel, viel greeßä un iwä des Dier eun schwäbendä Hoankees, so groß wie äh Wouheroad. Die zwaat Figur is oan Eunhorn middäm Strohhut uffen Kopp un die dritt Figur eun Gaul. Des prächdi(s)che Denkmoal haaßt doann Schobalu.“

Wie kimmsde uf so eun seltsoame Noame, Klausi?“ froate Babett(s)che.

Schobalu seun die Oabkerzung fer Schor(s)chi, Babett(s)che un Ludwi(s)ch“, informierte

unsä Schäff-Filosof, „die Leit kenne dordd Blumme niedä lä(s)che un eune Minut mit gesenktäm Wersching un gefaltete Hend eune Dankes-Oadacht oabhalte orrä aach flistern:


                 

Händ(s)che falte, Wersching senke

eune Minuut oan Schobalu denke.      

Awä moal woas anneres, Schor(s)chi, nur in Seehäm so eune Väoastaltung zu mache, seun a(s)ch wäni(s)ch. Im hinnere Ourewoald, in Dammstadt, im Vohelsber(s)ch un noch annern Ordde muss doann a sowoas reä(s)chelmäßi(s)ch statt finne. Un oam beste a in annern Kontinente, besunners dordd, doa wo die Leit net so viel Geld un Gietä hobbe. Nadierli(s)ch duhn dordd doann a sol(s)che Schobalu-Denkmälä die Loandschaft ziern.“

Rä(s)cht hosde, Klausi. Des duht awä nur gut laafe, wenn wä Geddä glaachzaadi(s)ch Zaat un Raum manipuliern kenne. Des beste wär allädings, wenn du, Klausi, un du Heunä aach mit sol(s)che geddli(s)che Fähi(s)chkaate gese(s)chnet seun. Zu finft duht des reibungslosä

klappe. Fer ei(s)ch  Zwaa“, i(s)ch deitete uf unsern Schäff-Filosf un unsern Koampfdrinkä, „wern doann aach weiße Mammor-Statue hie gezaubert. Eun Baddagamm, de Klausigodd un eun Spe(s)cht uffen Biergloas-Roand, de Heunägodd.“

Gute Idee“, lobte Klausi. Ä reumte noch:



Schor(s)chi suhlt si(s)ch in Mär(s)chä wie die Kinnä

doarin seun ä oan begnoadetä, oaldä Spinnä.“

Übersetzung: „Letzte Woche haben wir über das Thema Manipulation von Zeit und Raum geschwätzt“, eröffnete ich die Filosofenrunde, „inzwischen habe ich mir erneut hoch-interessante Ergänzungen mit meinem Kreativhirn ausgedacht.“

Klausi stöhnte. „So was habe ich schon befürchtet“, klagte unser Chef-Filosof, „uns wird aber auch nichts erspart. Erbarmungslos schüttet unser südhessische Filosof, Herr Schorschi Schnabbelschnut, seine Fürze, ausgebrütet im kindischen Hirn, über uns würdige Filosofen.“

Ungerührt überging ich seine blöde Bemerkung. „So ist das nicht“, behauptete ich fest, „es ist wirklich etwas Neues, das ich euch zu berichten habe. Über das Thema Manipulation der Materie haben wir uns bisher noch nie tiefgründig geäußert. Das will ich jetzt nachholen.“

Natürlich musste ich zuerst einen großen Schluck Bier kippen, bevor ich begann die unwissenden Filosofen zu informieren. „Manipulation der Materie kann zum Beispiel folgendes bedeuten: Ich kann, wenn ich will, aus einem Apfel eine Kokosnuss zaubern oder auch einen ganzen Berg Kokosnüsse, dazu noch eine Wagenladung Bananen und natürlich mehrere Kisten tiefgekühlter Brathähnchen und das alles nur durch meinen Willen im Kopf.“

    

Mitleidig guckten Klausi und der Heiner mich an, von Ludwig und Babettchen konnte ich ihre Mimik noch nicht deuten, begeistert grinsten sie nicht aus der Wäsche.

Na ja, ich war`s gewöhnt, dass die vier meine grandiosen Einfälle nicht sofort zu würdigen wussten. Häufig war es zuerst so: Perlen vor die Säue geschüttet.  

Manipulation der Materie bedeutet aber nicht nur Umwandlung von der Umgebung, auch meine eigene Person kann nach Belieben eine neue Gestalt annehmen, zum Beispiel sehe ich dann fröhlich aus wie meine Hündin Trudchen. Selbstverständlich kann ich mich jederzeit zurück verwandeln von einer Millisekunde in die nächste.“

Ouh, wirklich, sensationell“, frotzelte Klausi, sein spöttischer Unterton war nicht zu überhören, „dann kannst du glücklich die Böschungen rauf und runter flitzen und bellen:                                                       

Ich bin ein putziger Hund, holladiho

was bin ich lustig, fröhlich und froh.“

Deine Dichtkunst war auch schon mal besser“, antwortete ich.

Im Sommer brauchst du aber noch einen Hut“, fuhr Klausi mit ungebrochener Blödheit fort, damit du, mutiert als Hund,keinen Sonnenstich kriegst. Das kann aber auch ein größerer Handkäse sein, der so groß wie ein Wagenrad über deine Rübe schwebt.“

Ein Hankäse schwebt doch nicht“, kritisierte Ludwig.

Ach“, Klausi winkte ab, „wenn der Schorschi Schnabbelschnut sich in einen Hund von einer Sekunde zur anderen umwandeln kann, dann kann er auch die Schwerkraft durch seinen Willen nach Belieben beeinflussen.“

Solche Vorstellungen gefallen mir“, sagte darauf hin Babettchen, „ich würde aber lieber wie ein Pferd rum hüpfen.“

Und ich wie ein weißes Einhorn, das zufrieden am Palmenstrand in einer leichten Meeresbrandung trabt“, ergänzte Ludwig, „natürlich hab ich einen Strohhut auf meinem grooßen Kopf, aus dem das schöne Horn ragt und blendendes Sonnenlicht spiegelt.

Falls die Sonne es aber zu gut meint, müsste ich dann dünne, wehende Tücher auf dem Rücken haben, damit die empfindliche Haut keinen Schaden nimmt.“

Und damit du dich auch kratzen kannst, hast du, außen den vier Beinen, vorne 2 Arme mit Händen, Ludwig“, schwätzte Klausi halb lachend, „und selbstverständlich hast du auch noch Flügel mit denen du über Felsen und Berge fliegen und segeln kannst.“

Genau, das muss sein“, pflichtete Ludwig ihm bei.

Man merkt sofort, Schorschi, Babettchen und Ludwig“, unser Chef-Filosof guckte uns vorwurfsvoll an, „ihr habt keine wirklichen Probleme und schafft euch welche künstlich und wenn`s nur blöde Fürze im Hirn sind.

Also, wie ich das sehe, wollt ihr Götter sein wie etwa die altgermanischen Odin, Thor und Freya, aber noch mehr Möglichkeiten haben zu zaubern. Habt ihr euch schon mal Gedanken gemacht wie die übrige Menschheit auf eure tollen Talente reagieren würde? Natürlich habt ihr das nicht.“

Du liegst falsch mit deiner Einschätzung“, erwiderte ich,“zumindest was meine Person angeht. Ich habe mir sehr wohl Gedanken gemacht, ich bin schließlich der Schorschi Schnabbelschnut, Herr Klausi Vielredner.   Allerdings muss man in Betracht ziehen, ob mit solchen Fähigkeiten.....ich meine Materie zu manipulieren,,,,,,alle Menschen gesegnet sind oder nur einige, zum Beispiel ich und unsere 2 Edelleute. Ob die erste Möglichkeit so günstig wäre, darf bezweifelt werden. Ich vermute...die Leute würden dann früher oder später sich gegenseitig triezen bis zum Tod. Wenn aber nur wir 3 das können, könnte man der Allgemeinheit auch was zu Gute kommen lassen. Einmal in der Woche würde dann auf dem Seeheimer Sportplatz ein Gratismarkt statt finden. Das heißt wir Götter erscheinen dort und wandeln Steine, Erde und Luft in Lebensmittel und Gebrauchsgüter um und  alle anwesenden Menschen können davon so viel nehmen wie sie wollen, ohne bezahlen zu müssen. Selbstverständlich müssen diese Aktionen von uns beaufsichtigt werden, sonst rücken manche mit Laster an und wollen alles alleine einsacken und womöglich weiter verkaufen. Damit das nicht passiert, werden dann solche Gierhälse bestraft, zum Beispiel könnte man ihre Laster in Kindertretroller umwandeln und die eingesackte Ware in schmierisch verfaulten Abfall.“

 

Na wenigstens etwas soziales Verhalten von dir“, erkannte Klausi an, „auf dem Sportplatz musst du dann aber noch ein Monument, vielleicht vier oder fünf Meter hoch hinstellen.

Dort sind dann die 3 Götter in weißem Marmor zu bewundern: Ein Hund, der aussieht wie das liebe Trudchen, bloß viel, viel größer und über das Tier ein schwebender Handkäse, so groß wie ein Wagenrad. Die zweite Figur ist ein Einhorn mit einem Strohhut auf dem Haupt und die 3.Figur ein Pferd. Das prächtige Denkmal heißt dann Schobalu.“

Woe kommst du auf so einen seltsamen Namen, Klausi?“ fragte Babettchen.

Schobalu ist die Abkürzung für Schorschi, Babettchen und Ludwig“, informierte unser ChefFilosof, „die Leute können dort Blumen niederlegen und eine Minute mit gesenktem Kopf und gefalteten Händen eine Dankesandacht abhalten, oder auch flüstern:

                                                                           

Händchen falten, Köpfchen senken

eine Minute an Schobalu denken.

Aber mal was anderes, Schorschi, nur in Seeheim so eine Veranstaltung zu machen, ist arg wenig. Im hinteren Odemwald, in Darmstadt, im Vogelsberg und noch anderen Orten muss dann so was auch regelmäßig statt finden. Am besten auch in anderen Kontinenten, besonders dort, wo die Leute nicht so viel Geld und Güter haben. Natürlich werden dann dort auch solche Schobalu-Denkmäler die Landschaft zieren.“

Recht hast du, Klausi. Das läuft aber nur gut, wenn wir Götter gleichzeitig  Zeit und Raum manipulieren können. Das beste wäre allerdings, wenn du, Klausi, und du, Heiner, auch mit solchen göttlichen Fähigkeiten gesegnet seid. Zu fünft klappt das reibungsloser.

Für euch Zwei“, ich deutete auf unseren Chef-Filosofen und unseren Kampftrinker, werden dann auch weiße Marmor-Statuen hin gezaubert. Eine Bartagame, der Klausigott, und ein Specht auf einem Bierglasrand, der Heinergott.“

Gute Idee“, lobte Klausi. Er reimte noch:

"Schorschi suhlt sich in Märchen wie die Kinder

 

darin ist er ein begnadeter, alter Spinner.“