Ministerin besucht Schule 

De Macko väzählte: „Mor(s)che kimmt die Kuldusministerin zu uns in die Schul.... hodd unsre Lärärin Fraa Allesweiß gesoat.“

„Und? Freisde di(s)ch?“ froate i(s)ch.

„Och, die Fraa seun mä worscht. Awä viellaacht falle zwa Stunne aas. Wome(s)chli(s)ch kimmta de Ministerpräsident vo Hesse, si(s)chä seun des allerdings net.

Die deppe Soabin un de bleede Jer(s)ch wolle sogoar Hessefähn(s)chä schwenke. I(s)ch duh des net.“

Sowaat die Oakindi(s)chung vo Macko. Oawends baa de Filosoferund in de Kneip Zim weise Mondmoann väzählte i(s)ch den Annern devo.

„Doass zeh- un elfjähri(s)che Kinnä denne Politikä zujuwele, seun bedenklich“, moante de Klausi, unsä Chef-Filosof, „kenne die net wie normale Buwe un Mäd(s)chä vorm Kompjutä hocke orrä Fussball orrä sonst woas spiele?“

„Des seun noch hammlos“, ergänzte Heunä, „die verzehjähri(s)ch Julia vom dicke Karll hodd si(s)ch sogoar des Pardeiprogroamm de hessi(s)ch Regierungspardei aasäm Internet runnä geloade, um des zu läse.... hodd se gesoat.“

Also,doa västeh i(s)ch die Eldern net“, kridisierte Klausi, „doa muss mä doch woas unnänämme! Als Eldern seun wä doch a fer die geisdi(s)ch Gesundhaat unsrä Schitzling väantworddli(s)ch. Doa muss mä dringend zim Psychologe mit denne gehe.“

„Ähn Psychologe duht doa nemmä niddse“, babbelte Heunä, „ baa so schwäre Fäll koann nur noch ähn Psychiatä waatä helfe, der muss nämlich die väwerrte Kinnä mit hochwerksoame Addsneimiddel vollpumpe.“  

 

 

Übersetzung:Der Marko erzählte: „Morgens kommt die Kultusministerin zu uns in die Schule.....  hat unsere Lehrerin Frau Allesweiß gesagt.“

„Und? Freust du dich?“ fragte ich.

„Ach,die Frau ist mir wurst. Aber vielleicht fallen zwei Stunden aus. Womöglich kommt auch der Ministerpräsident von Hessen, sicher ist das allerdings nicht.

Die deppe Sabine und der blöde Jörg wollen sogar Hessenfähnchen schwenken. Ich mache das nicht.“

           Soweit die Ankündigung von Marko. Abends bei der Filosofenrunde in der Kneipe    Zum weisen Mondmann     erzählte ich den Anderen davon.

„Dass zehn- und elfjährige Kinder den Politikern zujubeln, ist bedenklich“, meinte Klausi, unser Chef-Filosof,  „können die nicht wie normale Buben und Mädchen vor dem Computer sitzen oder Fussball oder sonst was spielen?“

Das ist noch harmlos“, ergänzte Heiner, „die vierzehnjährige Julia vom dicken Karl hatte

sich sogar das Parteiprogramm der hessischen Regierungspartei aus dem Internet runtergeladen, um es zu lesen... hatte sie gesagt.“

„Also,da verstehe ich die Eltern nicht“, kritisierte Klausi, „da muss man doch was unterneh-men! Als Eltern sind wir doch auch für die geistige Gesundheit unserer Schützlinge verantwortlich. Da muss man dringend zum Psychologen mit denen gehen.“

„Ein Psychologe nützt da nichts mehr“, schwätzte Heiner, „bei so schweren Fällen kann nur noch ein Psychiater weiter helfen, der muss nämlich die verwirrten Kinder mit hochwirksamen Arzneimitteln vollpumpen.“