Im nägsde Läwe will i(s)ch schnache so viel i(s)ch will. 

 

Leben nach dem Leben

 

 

„Baa unsä leddst Filosoferund hämmä gesoat, des jetzige Läwe kenne mä als positiv Folge vom vägoangene Läwe betroachte, zu mindest winsche, doass es so seun“, babbelte Klausi, de Schäff-Filosof, „genaaso kennt mä nadierli(s)ch aach des nägste Läwe so oasehe. Baa mä zim Baaspiel däht des bedeite, im nächst Läwe seun i(s)ch net nur so ähn Kripobeoamtä, also äh Bolizist ,de die Väbrä(s)chä ufspiert un iwäfiehrt, sunnern oanä de aach sowoas wie ähn Sozialarweitä is, also de Gestrauchelte werkli(s)ch helfe duht.“

I(s)ch hebb annern Vostellunge vo meunäm nägste Läwe“, moante Ludwi(s)ch un droank ähn Schluck Ebbelweu, „nix mä schaffe, nur noch exklusiv aaslännisch Ki(s)ch genieße, oab un zu a moal selwä besunnere Geri(s)chte zaubern, oan woarme sunniwäflutete Stränd leihe, owends uffän Gaul in de Meeresbroandung reide“. 

Baa meunä Person hebb i(s)ch aach schun genaae Vostellunge“, väzählteBabett(s)che, „i(s)ch will ähn Gaul seun un...“    „Des hosde nun schun heifi(s)chä gesoat,doass des foandasdisch finne dähst ähn Gaul zu seun un uf de Stroß zu scheiße“, unnäbrach Klausi. 

Loss se aasredde!“ ämoahnte i(s)ch unsern Schäff-Filosof, „i(s)ch will heern, woas se zu soage hodd“.

Doankboar nickte Babett(s)che in meune Ri(s)chtung. „Als Gaul will i(s)ch jedes Joahr äh putzi(s)ch Fohle uf die Welt bringe, vägnie(s)cht uf de Wiss rimhippe, immä gut Fuddä fresse un oab un zu daff aach de Ludwi(s)ch, meun jetzigä Moann“, se lachte de Ludwi(s)ch oa, de ebbes bescheiert aas de Wäsch gloddste, „uf meunäm Ricke reide.“ 

Oh joa, des wär schee“, stroahlte  Heunä, unsä Koampfdrinkä, „im Summä däht i(s)ch in de Hängematt im Gadde zwische Obstbeem leihe, newä mä genie(s)chend Käste Bie run annern kestli(s)che Gedränk, im Winter ufän Sofa in de Wohnstubb.“ 

Klausi schiddelte de Kopp. “Ohn jegli(s)ch Arweid ist des Läwe loangwaali(s)ch un eed. Ihr moant,des wär ähn Paradies? In Werkli(s)chkaat dähtä stumpsinni(s)ch in eunä Wiest de Glei(s)chgildi(s)chkaate, annern soage viellaacht a Sinnlosi(s)chkaate, doahie dämmern. Er(s)chendwoann 

dähtä joammern un weunäli(s)ch bettle arweide zu derffe.“ 

Hhm...“ ich zuckte mit Mund un Schultern, „vämutli(s)ch hosde rä(s)cht. Ohne Arweid seun des Läwe nix. Awä , im nägste Läwe will i(s)ch nemmä so ähn Schäff hobbe wie jetz dän Schreihans Winterstorm. Doann winsch i(s)ch mä Oaäkennung, mä Werdi(s)chung meunä berufli(s)chä Dähti(s)chkaate. Un euni(s)che Eiros mä wär aach net schlä(s)cht. Es soll net so seun, doass  baam Betrachte meunä Kontoaaszieg die Drauri(s)chkaat mi(s)ch iwäwäldi(s)che duht, greune muss als hädd i(s)ch mi(s)ch välaafe in de Wiest  de bleiwend Hoffnungslosi(s)chkaat.“

Des moag joa stimme, Klausi un Schorschi“, daht Heunä zugewwe,“ im nägsde Läwe däht i(s)ch awä liewend gern erst moal nix schaffe, bestimmt werd`s nur korz seun. Eiern Vorschloag seun fer mi(s)ch doann woas im iwänägsde Läwe.“

 

 

 

Übersetzung:„Bei unserer letzten Filosofenrunde haben wir gesagt, das jetzige Leben könnte man als positive Folge vom vergangenen Leben betrachten, zumindest wünschen, dass es so ist“, quasselte Klausi, unser Chef-Filosof, „genauso könnte man natürlich auch das nächste Leben ansehen.  Bei mir zum Beispiel würde das bedeuten, im nächsten Leben bin ich nicht nur ein Kripobeamter, also ein Polizist, der die Verbreche raufspürt und überführt, sondern einer der auch sowas wie ein Sozialarbeiter ist, also den Gestrauchelten wirklich hilft.“ 

Ich habe andere Vorstellungen vom nächsten Leben“, meinte Ludwig und trank einen Schluck Apfelwein, „nichts mehr arbeiten, nur noch exklusive, ausländische Küche genießen, ab und zu mal selber besondere Gerichte zaubern, an warmen, sonnenüberflutenden Stränden liegen, abends auf einem Pferd in der Meeresbrandung reiten“. 

Bei meiner Person habe ich auch schon genaue Vorstellungen“, erzählte Babettchen, „ich will ein Pferd sein und.....“ „Das hast du schon häufiger gesagt, dass du`s fantastisch findest ein Pferd zu sein und auf der Straße zu scheißen“, unterbrach Klausi.

Lass sie ausreden!“ ermahnte ich unseren Chef-Filosofen, „ich will hören,was sie zu sagen hat“. 

Dankbar nickte Babettchen in meine Richtung. „Als Pferd will ich jedes Jahr ein putziges Fohlen auf die Welt bringen, vergnügt auf der Wiese rumspringen, immer gutes Futter fressen und ab und zu darf auch der Ludwig, mein jetziger Mann“,sie lachte den Ludwig, der etwas bescheuert aus der Wäsche glotzte, „auf meinem Rücken reiten.“ 

Oh ja, das wäre schön“, strahlte Heiner, unser Kampftrinker „im Sommer würde ich in der Hängematte im Garten zwischen Obstbäumen liegen, neben mir genügend Kästen Bier und andere köstliche Getränke, im Winter auf dem Sofa im Wohnzimmer,“ 

Klausi schüttelte den Kopf. „Ohne Arbeit ist das Leben langweilig und öd. Ihr meint, das wäre ein Paradies?  In Wirklichkeit würdet ihr stumpfsinnig in der Wüste der Gleichgültigkeiten, andere sagen vielleicht Sinnlosigkeiten, dahin dämmern. Irgendwann würdet ihr jammern und weinerlich betteln arbeiten zu dürfen.“ 

Hhm...“,ich zuckte mit Mund und Schultern, „vermutlich hast du recht. Ohne Arbeit ist das Leben nichts. Aber im nächsten Leben will ich nicht mehr so einen Chef haben wie jetzt den Schreihans Wintersturm. Dann wünsche ich mir mehr Anerkennung, mehr Würdigung meiner beruflicherTätigkeiten. Und einige Euro mehr wären auch nicht schlecht. Es soll nicht so sein, dass beim Betrachten meiner Kontoauszüge dieTraurigkeit mich überwältigt, weinen muss als hätte ich mich verlaufen in der Wüste der bleibenden Hoffnungslosigkeit.“

Das mag ja stimmen, Klausi und Schorschi“, gab Heiner zu, „im nächsten Leben würde ich aber liebend gern erst mal nichts arbeiten, bestimmt wird`s nur kurz sein. Euer Vorschlag ist für mich dann was im übernächsten Leben.“