(weiter unten noch:  Bleibende Narben)

Ich bin doch ein Mann



Gisela Woaldesfee un Mackus Kaisäadlä woarn mit ihre Kinnä-Nadurschuddsgrupp im Woald.

Se endeckte ähn grooße Baam, de schun waat unne stacke Äste ufwies, die wo sich bestens ei(s)chnete um hoch zu kleddern.

Leidä dahte devo viele Brennesell wakse. Kloa-Fillip, siwwe Joahrn oald, wollte dor(s)ch laafe.

„Geh auße rim, Fillip“, daht Mackus voschlaache, „doa seun viel wäni(s)chä Brennessel.“

„Ach“, winkte de kloa Buh oab, „i(s)ch bin doch eun Moann.“

Ä hielt seu Erm in die Hee(s)ch un stolzierde zim Kleddäbaam.

„Des hodd doamit nix zu duhn“, moante Mackus, „Brennessel uf nacktä Haat duhn de Männä genaaso weh wie de Fraue.“

Spätä beriehrte awä doch diese uuoagenähme Ploanse  die Boa vo däm Buh.

„Mackus, Mackus“, daht Kloa-Fillip wehleidi(s)ch jammern, „meu Boa brenne fer(s)chdäli(s)ch. I(s)ch duhs nemmä aashoalte“. Ä juckte un kraddste si(s)ch oan de Woade.

Soabin, äh Mäd(s)che, zwelf Joahrn oald, kritisierte grinsend: „Fillip, woas duhsde so bleed rim jammern, du seun doch ähn Moann.“

Übersetzung: Gisela Waldesfee und Markus Kaiseradler waren mit ihrer Kindergruppe im Wald.

Sie entdeckten einen großen Baum, der schon weit unten starke Äste aufwies, die sich bestens eigneten um hoch zu klettern.

Leider wuchsen davor viele Brennessel. Klein Fillip, 7 Jahre alt, wollte durch laufen.

„Geh ausßen rum, Fillip“, schlug Markus vor, „da sind viel weniger Brennessel“.

„Ach“, winkte der kleine Bub ab, „ich bin doch ein Mann.“

Er hielt seine Arme in die Höhe und stolzierte zum Kletterbaum.

„Das hat damit nichts zu tun“, meinte Markus, „Brennessel auf nackter Haut tun den Männern genauso weh wie den Frauen.“

Später berührten aber doch diese unangenehme Pflanzen die Beine von dem Jungen.

„Markus, Markus“, jammerte  Klein-Fillip wehleidig, „meine Beine brennen fürchterlich, ich halt`s nicht mehr aus.“. Er juckte und kratzte sich an den Waden.

Sabine, ein Mädchen, 12 Jahre alt, kritisierte grinsend; „Fillip, was jammerst du so blöd rum, du bist doch ein Mann.“


Bleibende Narben



Die Kinnä-Nadurschuddsgrupp woar oan eunäm Bach mit scheene Kleddäbeem.

„Kimm wirrä runnä, Max“, daht Kevin, seun eldere Bure ufforddern, „mä mache jedds Picknick.“

Max woar groad uf so eunäm kloane Baam. „I(s)ch muss erst runnä kleddern“, dahtä euwenne, „des dauerd halt ebbes.“

„Seu koan Frosch, du koannst aach runnä hippe.“

Max wollt koan Frosch seun un daht die fast zwaa Metä runnä hippe, Ä loandete in eunä Brombelheck, zäkraddste si(s)ch die Erm un hodde oam Hinnäkopp eune bludende Pladdswund.

Mackus musste doann dän Buh ins Kroankehaas foahrn, s`musste genäht wern.

Baa de Oambuloanz teente de Buh stolz zur Kroankeschwestä: „Des seun in dieäm Joahr schun die finft Väleddsung, die i(s)ch gekriggt hebbt. Zwa devo ägaabe bleiwende Nabbe. Hoffentli(s)ch krigg i(s)ch jedds äh dritt bleiwend Nabb.“

Übersetzung: Die Kinder-Naturschutzgruppe war an einem Bach mit schönen Kletterbäumen.

Komm wieder runter, Max“, forderte Kevin, sein älterer Bruder, ihn auf, „wir machen jetzt Picknick.“

Max war gerade auf so einem kleinem Baum. „Ich muss erst runter klettern“, wandt er ein, „das dauert halt etwas.“

„Sei kein Frosch, du kannst auch runter springen.“

Max wollte kein Frosch sein und hüpfte die fast 2 Meter runter. Er landete in eine Brombeerhecke, zerkratzte sich die Arme und hatte am Hinetrekopf eine bltende Platzwunde.

Markus musste dann den Bub ins Krankenhaus fahren, s`musste genäht werden.

In der Ambulanz tönte der Junge stolz zur Krankenschwester:  „Das ist in diesem Jahr schon die fünfte Verletzung., die ich gekriegt habe. Zwei davon ergaben bleibende Narben. Hoffentlich kriege ich jetzt die dritte bleibende Narbe.“