Läwe noach dm Dood? Baa däm Kinn koa Probläm. (Leben nach dem Tod? Bei dem Kind kein Problem)

 

Leben nach dem Tod

 

Woas moansde Klausi, duhtes ähn Läwe noach dem Tod gewwe?“  froateLudwi(s)ch in de Kneip Zim weise Mondmoann.

De Oagesprochene zuckte mit de Akseln. „Wohä soll i(s)ch des wisse? Hieweise hämmä koane. Mä hodd jedefalls noch koanä im zweite Läwe ähn Brief geschriwwe orrä ähn Delefonoaruf gedähti(s)cht. I(s)ch vämut, des seun nur Winschvostellunge un sonst nix.“

Awä me(s)chli(s)ch wärs doch“, äwirrerte Ludwi(s)ch.

Sowoas kenne mä denke“, väklärte unsä Schäff-Filosof, „awä net Alles, woas in unserm Hern seu Posse duht dreife, musses aach werklich gewwe.“

Des kapier i(s)ch net“, soate Ludwi(s)ch un schiddelte väständnislos de Kopp. Aach die Annern de Filosoferund guckte ebbes begriffsstutzi(s)ch.

Ach,des seun doch goanz oafach“, babbelte Klausi, „de Schor(s)chhier“, ä deitete uf mi(s)ch, hodd vo uns die meiste Ferz im Hern. Letztens hoddä väzählt, ä wärgern ähn griegäl geschecktes, gaulähnli(s)ches Eunhorn, doass awäso denke un spreche kennt wie die Mensche und aaßä seinem Horn aachnoch Fliehel hädd un zusätzli(s)ch vorn vier Erm mit normale Menschehend un hinne a noch zwa Erm mit Hend, mit denne ä seun Hinnern kratze duht.

Doa kennte mä a soage, woarim sollt des net me(s)chli(s)ch seun, wenn net heit, doann halt zunä annern Zaat. Nadierli(s)ch wisse mä, des seun nur Winschvostellunge, mä net.“

Viellaacht waalt de västorbene Horst unnä uns un vägnie(s)cht si(s)ch, woas wä so babble, seu

zwaat Läwe hodd begunne“, schwätzte Babett(s)che un droank ähn Schluck Ebbelweu.

Wieso?“, froate i(s)ch gespielt naiv, „i(s)ch seh hier keunen vo de Sordd.“

Ä kennt ja aach uusi(s)chtbar seun“, moante Babett(s)che, „un noch goanz kloa dezu. Doa obbe oan de Loamp hocktä, seun Geist . “

Doa hosde glaa zwaa waatere Froage oagesproache“, äleiterte Klausi,„wenn´s sowaos wie ähn Läwe noachäm Tod gewwe däht, doann misste mä iwäle(s)che....  wie sieht des zwate Läwe aas.... un  ....wo duht des stoattfinne?     Nix kenne wä beoantwordde, awä viel Bleedsinn denke un babble.“

De Horst, fallsä im Jensaats läwe rimtigern sollt“, babbelte i(s)ch, „ kennt heit owend mei Kneip-Rechnung bezoahle orrä wäni(s)chtens ähn Tip gewwe, woas i(s)ch duhn soll, i(s)ch hebb nämli(s)ch meu Porttmonnee vägesse.“

Awä doazu hodd i(s)ch ähn Geistesblitz, dä moan Hern dor(s)chzuckte.„Hallo Hä Wert, Mosjö

Mondmoann:I (s)ch Dabbes hebb heit meu Porttmonnnee vägesse. Koann i(s)ch dieZech net erst im nägsde Läwe bezoahle? I(s)ch dähdä  aachgroßzigi(s)ch Zinse gewährn.“

De Wert guckte erst ebbes iwärascht, doann hoddä kapiert um woasses ging. „Net im nägsde Läwe“,väbessertä mi(s)ch, „heit, orrä mor(s)che, orrä iwämor(s)che,uf die Zinse duh i(s)ch doann a väzi(s)chte.“

Ja, so seun  des halt:

 

 

Denke un noch mä glaabe kenne wä viel

im werkli(s)che Läwe seun des nur äh bleed Possespiel.

 

 

 

 

Übersetzung:„Was meinst du Klausi, gibt es ein Leben nach dem Tod?“  fragte Ludwig in der Kneipe Zum weisen Mondmann.

Der Angesprochene zuckte mit den Achseln. „ Woher soll ich das wissen? Hinweise haben wir keine. Mir jedenfalls hat noch keiner im zweiten Leben einen Brief geschrieben oder mich antelefoniert. Ich vermute, das sind nur Wunschvor-stellungen und sonst nichts.“

Aber möglich wär´s doch“, erwiderte Ludwig.

So waskönnen wir denken“, erklärte unser Chef-Filosof, „aber nicht Alles, was in unserem Gehirn seine Possen (Unsinn)treiben tut, muss es auch wirklich geben.“

Das kapier ich nicht“, sagte Ludwig und schüttelt verständnislos den Kopf. Auch die Anderen

der Filosofenrunden guckten etwas begriffsstutzig.

Ach, das ist doch ganz einfach“, schwätzte Klausi, „der Schorschi hier“, er deutete auf mich, hat von uns die meisten Fürze im Gehirn (denkt am meisten Blödsinn).Letztens hatte er erzählt,er wäre gern ein grüngelb

geschecktes, gaulähnliches, Einhorn, das aber so denken und sprechen könnte wie die Menschen und außer seinem Horn auch noch Flügel hätte und zusätzlich vorne vier Arme mit normalen Menschenhänden und hinten auch noch zwei Arme mit Händen, mit denen er den Hintern kratzen würde.

Da könnte man auch sagen, warum soll das nicht möglich sein, wenn nicht heute dann halt zu einer anderen Zeit. Natürlich wissen wir, dies sind nur Wunschvorstellungen, mehr nicht.“

Vielleicht weilt der verstorbene Horst unter uns und vergnügt sich, was wir so schwätzen, sein zweites Leben hat begonnen“, quatschte Babettchen und trank einen Schluck Apfelwein.

Wieso?“ fragte ich gespielt naiv, „ich sehe hier keinen von dieser Sorte.“

Er könnte ja auch unsichtbar sein“, meinte Babettchen, „und noch ganz klein dazu. Da oben an der Lampe sitzt er, sein Geist.“

Da hast du gleich zwei weitere Fragen angesprochen“, erläuterte Klausi, „wenn´s sowas wie ein zweites Leben nach dem Tod geben würde,  müsste man überlegen....wie sieht das zweite Leben aus....und....wo findet es statt?       Nichts können wir beantworten, aber viel Blödsinn denken und reden.“

Der Horst, falls er im Jenseitsleben rumtigern (hierrumgeistern) sollte“,schwätzte ich, „könnte heute abend meine Kneipen-Rechnung bezahlen oder wenigstens einen Tip geben, was ich tun soll, ich habe nämlich mein Portemonaie vergessen.“

Aber dazu hatte ich einen Geistesblitz, der mein Gehirn durchzuckte. „Hallo Herr Wirt, Monsieu Mondmann: Ich Doofkopf habe mein Portemonaie vergessen. Kann ich die Zeche erst im nächsten Leben bezahlen?  Ich würde dir auch großzügig Zinsen gewähren.“

Der Wirt guckte erst etwas überrascht, dann hatte er kapiert, um was es ging. „Nicht im nächsten Leben“, verbesserte er mich, „heute oder morgen oder übermorgen, auf die Zinsen

verzichte ich dann auch.“

Ja,so ist das halt:

Denken und noch mehr glauben können wir viel,

im wirklichen Leben ist das nur ein blödes Possenspiel.